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Schwarz statt schwarz-blau-lila: Die CDU hat bei der Landtagswahl 40 von 41 Direktmandaten geholt. Bildrechte: MDR/Maximilian Schörm

Aus schwarz-blau mach' schwarz

CDU holt alle Direktmandate – bis auf eines

von Luca Deutschländer, MDR SACHSEN-ANHALT

Stand: 07. Juni 2021, 02:15 Uhr

Wer sich bei der Landtagswahl vor fünf Jahren die vergebenen Direktmandate ansah, stellte fest: Die CDU hatte kräftig verloren, musste 15 der landesweit 43 Direktmandate der AfD überlassen. Fünf Jahre später ist die Lage eine völlig andere – sogar im Süden Sachsen-Anhalts holen die Christdemokraten die Direktmandate zurück. Bis auf eines.

Aus schwarz-blau mach' schwarz: Als Sachsen-Anhalt vor fünf Jahren einen Landtag wählte, sah die Landkarte deutlich bunter aus als diesen Sonntagabend. Zur Erinnerung: Aus dem Stand hatte die AfD damals 15 Direktmandate geholt, besonders im Süden des Landes. Ein Direktmandat ging seinerzeit an die Linke (Wahlkreis Köthen). Das Ergebnis war seinerzeit eine schwarz-blau-lilane Karte. Gut fünf Jahre später ist die Lage eine andere: Die Landkarte ist nach Auszählung fast aller Wahlbezirke schwarz – fast ausschließlich.

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Nach Stand der Dinge hat die AfD 14 und damit fast alle ihrer Direktmandate verloren, allesamt an die CDU. Lediglich ein Wahlkreis leuchtet noch blau auf der Sachsen-Anhalt-Karte: Zeitz. Dort holt Lothar Waehler als einziger AfD-Politiker ein Direktmandat. Er hatte bislang nicht im Landtag gesessen, gewinnt knapp gegen den früheren CDU-Landtagsabgeordneten Arnd Czapek.

CDU färbt auch den Landessüden wieder schwarz

Damit hat die CDU auch im Landessüden nahezu alle Direktmandate zurückgeholt, die ihr die AfD vor fünf Jahren streitig gemacht hatte. Merseburg zum Beispiel, Querfurt oder aber Sangerhausen und Eisleben. Ein genauerer Blick in diesen Wahlkreis zeigt den Verlust der AfD recht deutlich: Holte die Partei vor fünf Jahren im Wahlkreis zehn Prozentpunkte mehr als die zweitplatzierte Linke, liegt sie dieses Mal 3,7 Prozentpunkte hinter der CDU. Allerdings vereint AfD-Direktkandidat Reiner Kretschmann noch immer 28,6 Prozent auf sich.

Interessant ist auch ein Blick in den Wahlkreis Köthen: Dort hatte vor fünf Jahren Christina Buchheim das Direktmandat für die Linke geholt – und war als einzige direkt gewählte Abgeordnete für die Linke ins Parlament eingezogen. Buchheim holte damals 26,5 Prozent der Erststimmen und lag 0,3 Prozentpunkte vor der AfD. Fünf Jahre später holt Buchheim zwar noch immer deutlich mehr Stimmen als ihre Parteikolleginnen und -kollegen in anderen Regionen des Landes – muss sich im Wahlkreisvergleich mit ihren 17,7 Prozent aber mit dem dritten Platz zufrieden geben.

Vor ihr landen AfD-Mann Hanens Loth und, mit deutlichem Abstand auf Platz 1, CDU-Kandidat Olaf Feuerborn, der gut 37 Prozent der Erststimmen holt. Der Vorsitzende des Landesbauernverbandes in Sachsen-Anhalt wird damit der neuen CDU-Fraktion im Landtag angehören.

Dienstältester Landtagsabgeordneter verweist AfD und Linke deutlich

Erstmals direkt mit einem AfD-Kandidaten hatte sich im Wahlkreis 18 der dienstälteste Landtagsabgeordnete auseinandersetzen müssen: Detlef Gürth von der CDU sitzt seit 1990 im Parlament, zog in dieser Zeit bei fast jeder Wahl über das Direktmandat in den Magdeburger Landtag ein. Vor fünf Jahren aber hatte die AfD im Wahlkreis Aschersleben keinen Direktkandidaten aufgestellt, Gürth gewann seinerzeit mit knapp vier Prozentpunkten Vorsprung vor der Linken. Mit Spannung war erwartet worden, wie das Ergebnis nun mit AfD-Beteiligung aussehen würde.

Seit 1990 im Landtag und auch weiterhin: Detlef Gürth Bildrechte: dpa

Ergebnis: Gürth hat seine Konkurrentinnen und Konkurrenten auf deutlicher Distanz gehalten. Während der CDU-Mann auf 33,8 Prozent kommt, holt die AfD 22,7 Prozent. Der Kandidat der Linken landet bei weniger als 15 Prozent.

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Quelle: MDR/Luca Deutschländer

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 06. Juni 2021 | 22:00 Uhr

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