Kandidat als Staatssekretär Ex-Piraten-Chef soll sich um Digitalisierung in Sachsen-Anhalt kümmern

Thomas Vorreyer
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Der Berliner FDP-Politiker und Ex-Pirat Bernd Schlömer soll Staatssekretär im Ministerium für Infrastruktur und Digitales werden. Die designierte Ministerin, Lydia Hüskens, würde damit einen Fachmann mit bunter politischer Vergangenheit holen.

Bernd Schlömer
Bernd Schlömer ist aktuell Abgeordneter im Berliner Abgeordnetenhaus und dort Sprecher der FDP-Fraktion für Digitalisierung und Bürgerrechte. Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalt bekommt kein Landeskind, wohl aber einen echten Fachmann für Digitalisierungsfragen an entscheidender Position. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT will FDP-Chefin Lydia Hüskens ihren Berliner Parteifreund Bernd Schlömer als Staatssekretär für Digitales vorschlagen. Schlömer ist derzeit noch Abgeordneter im Berliner Abgeordnetenhaus und dort Sprecher der FDP-Fraktion für Digitalisierung und Bürgerrechte.

Schlömer käme als Cyber-Experte aus dem Bundesverteidigungsministerium

Unter anderem war Bernd Schlömer nach eigenen Angaben fünf Jahre lang Referent für Haushalts-, Organisations- und Verwaltungsangelegenheiten im Bundesministerium der Verteidigung. Anschließend baute er den sogenannten Cyber- und Informationsraum im Ministerium mit auf. Seit 2016 ist er dort Referent  für Forschungsangelegenheiten Cyber Defence.

Ex-Pirat Schlömer trat 2015 in die FDP ein

Seine ersten politischen Schritte machte Schlömer ab 2009 in der Piratenpartei. Von 2012 bis 2013 war er ihr Bundesvorsitzender, konnte die Piraten aber nicht in den Bundestag führen. Zwei Jahre später trat er in die FDP ein. Der 50-Jährige stammt aus Meppen in Niedersachsen.

Die FDP übernimmt in der künftigen Landesregierung das neu zusammengelegte Ministerium für Infrastruktur und Digitales. Die designierte Ministerin, Lydia Hüskens, will Sachsen-Anhalts Verwaltung komplett digitalisieren. Schlömers Expertise dürfte dabei von Nutzen sein.

Nachdem in den vergangenen Tagen sowohl CDU, SPD als auch FDP den Koalitionsvertrag angenommen haben, soll dieser nun am Montag unterzeichnet werden. Am Donnerstag will sich dann Ministerpräsident Reiner Haseloff im Landtag zur Wiederwahl stellen.

Die Spitzenkandidaten der sechs großen Parteien zur Landtagswahl, von links nach rechts: Eva von Angern (Die Linke), Cornelia Lüddemann (Grüne), Katja Pähle (SPD), Reiner Haseloff (CDU), Lydia Hüskens (FDP), Oliver Kirchner (AfD)
Die Spitzenkandidatinnen und -kandidaten der sechs großen Parteien zur Landtagswahl Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR/Thomas Vorreyer

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 12. September 2021 | 13:00 Uhr

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