Frage der Woche Landtagswahl: Große Mehrheit hat sich schon entschieden oder bereits gewählt

Am Sonntag wird in Sachsen-Anhalt gewählt. In der Vergangenheit hieß es häufig, viele Wählerinnen und Wähler würden erst im Wahllokal entscheiden, bei welcher Partei sie das Kreuz setzen. Eine nicht-repräsentative MDR-Befragung legt nun anderes nahe: Nach ihr hat sich ein äußerst großer Teil der Menschen schon entschieden – oder sogar schon gewählt.

Briefwahlunterlagen werden in eine Wahlurne eingeworfen
Schon vier Tage vor der Landtagswahl am Sonntag haben viele aus der MDRfragt-Community entschieden, wem sie ihre Stimme geben werden. Bildrechte: dpa

Vier Tage vor der Landtagswahl haben viele Menschen in Sachsen-Anhalt schon entschieden, wen sie wählen. Das legen die Ergebnisse einer Befragung des Meinungsbarometers MDRfragt nahe. Danach wissen 59 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits, welcher Partei sie am 6. Juni ihre Stimme geben werden. Weitere 27 Prozent erklärten, das bereits per Briefwahl getan zu haben. Nur zehn Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erklärten, sie seien noch unentschlossen. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, aber gewichtet. An der Umfrage haben haben sich gut 5.000 Menschen aus Sachsen-Anhalt beteiligt.

Drei Prozent von ihnen würden demnach nicht zur Wahl gehen. Erfahrungsgemäß liegt diese Zahl deutlich höher, vor fünf Jahren lag die Wahlbeteiligung in Sachsen-Anhalt bei gut 61 Prozent.

Wie immer haben Hunderte Mitglieder der MDRfragt-Community die Gelegenheit genutzt, der Redaktion ihre Gedanken kurz vor der Wahl mitzuteilen.

Ich wohne auf dem Lande – die Dörfer müssen unbedingt wieder attraktiver werden. Wir wurden in den letzten Jahren sehr vernachlässigt.

Teilnehmerin *1955 Jerichower Land

Generell werden Landtagswahlen zu sehr von der Bundespolitik überlagert. Für mich legen die Parteien zu wenig dar wofür sie im Land verantwortlich waren und was sie für die Zukunft umsetzbare planen.

Teilnehmer *1966 Halle

Die angefallenen Haushaltsschulden bedrücken die junge Generation zu sehr.

Teilnehmer *1951 Stendal

Die Ziele der Parteien lesen sich teils großartig, aber keine Partei erklärt, wie sie das umsetzen wollen. So lange sind das eher Wünsche als substantielle Vorhaben.

Teilnehmerin *1965 Magdeburg

Wer auch gewählt wird – ich erwarte, daß mit Respekt vor anderen Menschen, also auch den Wählern, ohne die eigene Eitelkeit zu pflegen, die notwendige Arbeit von den Abgeordneten und der Administration geleistet wird.

Teilnehmer *1954 Altmarkkreis Salzwedel

Es ist noch viel tun, ich glaube keine Partei wird das schaffen.

Teilnehmerin *1948 Halle

Die Befragung ist Teil unseres Formats der "Frage der Woche zur Landtagswahl", die wir Ihnen in den vergangenen Monaten wöchentlich gestellt haben. Mit der Landtagswahl endet das Format vorerst.

Hintergründe und Aktuelles zur Landtagswahl – unser multimediales Update

In unserem Update zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt geben unsere Redakteure einen Überblick über die wichtigsten politischen Entwicklungen – und ordnen sie ein.

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Eine Grafik zeigt das Ergebnis einer Umfrage.
Bildrechte: MDRfragt/MDR/David Muschenich

MDR/Luca Deutschländer

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 02. Juni 2021 | 05:00 Uhr

7 Kommentare

Thommi Tulpe vor 1 Wochen

Auch meine Entscheidung steht fest. Aber das liegt daran, dass ich ohnehin ein "konservativer" Wähler bin, auch wenn ich nie die CDU wähle. Ich bin das, zu wem man "früher" "Stammwähler" sagte - sicher eine aussterbende Spezies!?
Und als ein solcher Wähler kann ich schon jetzt erneut davon ausgehen, dass die kommende Regierung (egal in welcher Konstellation sich diese gestaltet) wieder nicht meine Regierung wird.
Dennoch betrachte ich meine Stimme als wichtig, da meine Stimme eine Stimme GEGEN die Rechtsaußen ist.

Thommi Tulpe vor 1 Wochen

Ich kann dort nur von meinen Kindern (32 bis 34 Jahre jung) "urteilen". Diese sind erschreckend desinteressiert. Folgt man deren Gedanken, lassen sich leider eher rechte Tendenzen erkennen.

Steffen 1978 vor 1 Wochen

Man kann nur hoffen das der Wähler anhand von Leistungen der jetzigen Regierung seine Entscheidung trifft und sich nicht an den Versprechungen der letzten 30 Jahre orientiert denn diese sind ganz schnell in Vergangenheit geraten

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