Machen Sie mit bei der "Frage der Woche zur Landtagswahl" "Wessi"-Plakat der Linken – darf die Ost-West-Diskussion so geführt werden?

MDR SACHSEN-ANHALT will Sie in den Wochen bis zur Landtagswahl am 6. Juni beteiligen und Ihre Meinung erfahren. Diese Woche zu dieser Frage: Mit dem Spruch "Nehmt den Wessis das Kommando" wollte Die Linke eine Debatte über die Lebensverhältnisse in Sachsen-Anhalt anstoßen. Aber ist die Formulierung angemessen?

Linke-Spitzenkandidatin Eva von Angern schaut bei einem Pressetermin auf das Plakat ihrer Partei mit dem Spruch "Nehmt den Wessis das Kommando", darunter ist ein Kind zu sehen, dass an einem Hund zieht
Bildrechte: MDR

Am 6. Juni wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. MDR SACHSEN-ANHALT begleitet die Zeit bis dahin zusätzlich zu unserer tagesaktuellen Berichterstattung mit #LTWLSA – dem multimedialen wöchentlichen Briefing. Und hier kommen Sie ins Spiel: Wir möchten Sie beteiligen und stellen Ihnen immer mittwochs unsere "Frage der Woche zur Landtagswahl". Das tun wir gemeinsam mit MDRfragt – dem Meinungsbarometer für Mitteldeutschland.

Was bewegt das Land? Welche Ideen der Parteien haben für Sie Potenzial? Bei welchen Wahlkampfthemen ist man besonders gespalten – und an welchen Stellen womöglich einiger, als manche denken? Um diese und andere Fragen soll es gehen. In dieser Woche geht es bei unserer "Frage der Woche zur Landtagswahl" um eine Frage, die den Wahlkampf prägen dürfte:

"Nehmt den Wessis das Kommando" ist auf einem Wahlplakat der Linken zu lesen. Damit wollte die Partei im Landtagswahlkampf die Debatte über weiterhin bestehenden Ungleichheiten zwischen West- und Ostdeutschland anstoßen. Nun wird jedoch vor allem über diese Wortwahl diskutiert.

Finden Sie die Formulierung "Nehmt den Wessis das Kommando" in der heutigen Zeit angemessen?

Die Linke findet, dass Ostdeutschland bundesweit bis heute kaum Beachtung findet. Auch hätten sich die Lebensverhältnisse nicht angeglichen. Dabei beruft sich die Partei auch auf Zahlen. Sachsen-Anhalter etwa arbeiten im Schnitt länger pro Woche als der Rest Deutschland, bekommen aber einen geringeren Durchschnittslohn als Menschen in Westdeutschland.

Das fragliche Plakat wird jedoch nicht in Bitterfeld oder Tangemünde zu sehen sein. Das erklärte die Partei am Sonntag. Es wurde nur während des Pressetermins am Freitag einmalig gezeigt. Bereits so hat es aber nicht wenige Menschen im Land verletzt.

Die Redaktion möchte also wissen: Darf man eine so wichtige Frage so diskutieren?

Wie immer besteht auch die Möglichkeit, Ihre Antwort mit einem Kommentar zu versehen. Wir freuen uns besonders, wenn Sie diese nutzen, um zu schildern, welche Erfahrungen Sie etwa als Zugezogene in Sachsen-Anhalt gemacht haben oder wo Sie auch heute noch Benachteiligungen erfahren.

So melden Sie sich bei MDRfragt an

Wenn Sie an der Umfrage teilnehmen möchten, müssen Sie nur Teil der MDRfragt-Community werden. Die Anmeldung geht einfach und schnell unter www.mdrfragt.de. Dort finden Sie auch weitere Infos. Die jeweilige "Frage der Woche zur Landtagswahl" bekommen Sie danach immer automatisch per Mail zugeschickt. Und über das Ergebnis berichten wir jeden Freitagabend in #LTWLSA – unserem multimedialem Update zur Landtagswahl.

Am frühen Freitagabend präsentieren wir zudem wieder das Ergebnis in einem Live-Gespräch mit einigen Umfrage-Teilnehmenden auf Facebook und YouTube.

Und so sah unsere letzte Umfrage aus:

Die Spitzenkandidaten der sechs großen Parteien zur Landtagswahl, von links nach rechts: Eva von Angern (Die Linke), Cornelia Lüddemann (Grüne), Katja Pähle (SPD), Reiner Haseloff (CDU), Lydia Hüskens (FDP), Oliver Kirchner (AfD)
Die Spitzenkandidatinnen und -kandidaten der sechs großen Parteien zur Landtagswahl Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR/Thomas Vorreyer

30 Kommentare

Bonita vor 24 Wochen

Es geht hier um "Kommando" und das soll zum Nachdenken anregen. Ich kann aus eigener Erfahrung leider feststellen, dass auch in meinem Unternehmen, ein grosses Unternehmen in Mitteldeutschland mit öffentlichen Gesellschaftern Spitzenpositionen fast nur mit Personen aus den den alten Bundesländern besetzt werden.
Die Pandemie war Anlass, das Unternehmen "neu aufzustellen" und umzustrukturieren, Synergien zu schaffen .....wie es so schön heisst.
30 Jahre nach der Wende wurden erfahrene Leiter demontiert, neue Pöstchen geschaffen und vergeben und gleichzeitig sind viele Mitarbeiter in Kurzarbeit, gehen nebenbei jobben.
Warum haben die Unternehmen nicht in Personalentwicklung investiert?
Das kann man einfach nicht verstehen!!!!
Daher hat es meiner Ansicht nach nichts mit Mauern in den Köpfen zu tun, es ist gelebte Realität, dass Spitzenposten in Unternehmen im Osten gerade jetzt wieder massiv mit Personal aus den alten Bundesländern besetzt werden. Schade.
Die Seilschaften leben hoch!

Bonita vor 24 Wochen

Es geht hier um "Kommando" und das soll zum Nachdenken anregen. Ich kann aus eigener Erfahrung leider feststellen, dass auch in meinem Unternehmen, ein grosses Unternehmen in Mitteldeutschland mit öffentlichen Gesellschaftern Spitzenpositionen fast nur mit Personen aus den den alten Bundesländern besetzt werden.
Die Pandemie war Anlass, das Unternehmen "neu aufzustellen" und umzustrukturieren, Synergien zu schaffen .....wie es so schön heisst.
30 Jahre nach der Wende wurden erfahrene Leiter demontiert, neue Pöstchen geschaffen und vergeben und gleichzeitig sind viele Mitarbeiter in Kurzarbeit, gehen nebenbei jobben.
Warum haben die Unternehmen nicht in Personalentwicklung investiert?
Das kann man einfach nicht verstehen!!!!
Daher hat es meiner Ansicht nach nichts mit Mauern in den Köpfen zu tun, es ist gelebte Realität, dass Spitzenposten in Unternehmen im Osten gerade jetzt wieder massiv mit Personal aus den alten Bundesländern besetzt werden. Schade.
Die Seilschaften leben hoch!

Uwe K vor 24 Wochen

Als Deutscher der in Hannover geboren ist und seit einem Jahr in Magdeburg wohnt und sich wohl fühlt fällt mir zum Plakat der Linken nur ein Satz ein: Baut die Mauer in den Köpfen ab.

Mehr zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt