Nach der Landtagswahl Geschrumpfte Linksfraktion will nahbarer werden

Die Linke hat bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt so viele Stimmen verloren wie keine andere Partei. Nun plant sie, mit weniger Abgeordneten intensiver in die Fläche zu gehen. Wiedergewählt wurde Fraktionsvorsitzende Eva von Angern.

Eva von Angern, Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Landtag Sachsen-Anhalt, stellt auf einer Pressekonferenz vor der Bundespressekonferenz die Forderungen ihrer Partei einer gerechten Lastenverteilung der Krisenkosten und Wiedererhebung der Vermögensteuer vor.
Als Fraktionsvorsitzende wiedergewählt: Eva von Angern (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Die Linke in Sachsen-Anhalt will trotz massiver Verluste bei der Landtagswahl und einer entsprechend kleineren Fraktion ihre Präsenz im Land erhöhen. Das beschlossen die Abgeordneten auf ihrer konstituierenden Sitzung in Dessau-Roßlau. "Wir wollen keine Gegend aufgeben", erklärte Fraktionschefin Eva von Angern. Stattdessen plane die Partei, nahbarer für die Menschen zu werden und "vor Ort besser und intensiver ansprechbar" zu sein.

Von Angern als Fraktionschefin wiedergewählt

Von Angern war bereits am Dienstag in ihrem Amt bestätigt worden, führt die Fraktion von nun aber alleine. Ihr bisheriger Co-Fraktionschef Thomas Lippmann wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden der zwölfköpfigen Fraktion gewählt. Auch die Köthener Abgeordnete Christina Buchheim ist künftig stellvertretende Fraktionschefin.

Ergebnisse Wahlkreise und Gemeinden

Grafik zur Landtagswahl 2021, Gemeindeergebnisse
Mindestens 83 Abgeordnete ziehen nach der Wahl am 6. Juni 2021 in den achten Landtag in Sachsen-Anhalt ein. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Linke hatte bei der Wahl so viele Stimmen verloren wie keine andere Partei, kam laut amtlichen Endergebnis auf 10,9 Prozent. Die Fraktion schrumpft damit von 16 auf 12 Abgeordnete zusammen.

Ost-West-Gerechtigkeit im Mittelpunkt

Sie beschlossen, künftig stärker auf einige zentrale Themen zu setzen – darunter die Ost-West-Gerechtigkeit, mit der die Partei bereits im Wahlkampf zu punkten versucht hatte. Im Mittelpunkt sollen demnach auch der Kampf gegen Alters- und Kinderarmut sowie das Gesundheitswesen stehen.

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Die Spitzenkandidaten der sechs großen Parteien zur Landtagswahl, von links nach rechts: Eva von Angern (Die Linke), Cornelia Lüddemann (Grüne), Katja Pähle (SPD), Reiner Haseloff (CDU), Lydia Hüskens (FDP), Oliver Kirchner (AfD)
Die Spitzenkandidatinnen und -kandidaten der sechs großen Parteien zur Landtagswahl Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR SACHSEN-ANHALT/dpa/Luca Deutschländer

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 23. Juni 2021 | 19:00 Uhr

8 Kommentare

Burgfalke vor 4 Wochen

Noch einmal zu: "Wahlversprechen"

Wenn man eine Wahl nicht gewinnt, so kann man ein Wahlversprechen folglich nicht einlösen oder @Stephan 1978 !?

Die Fraktionsvorsitzende wurde gewählt und dagegen spricht doch nichts!
Ob Die Linke sich auf pragmatische Inhalte endlich wieder besinnt, ihren "Tunnelblick" verläßt und sich nicht nur auf div. aktuelle Strömungen (siehe unten) konzertiert, das müssen sie selbst entscheiden. Ein weiter so darf es nicht mehr geben!
Fehlentscheidungen von CDU u. ihren "Getreuen" von SPD sowie der "Partei der Egoisten", wie im BLK belegbar, hinterfragen und nicht noch zustimmen/ billigen, sondern Verschwendungen öffentlich machen => Zweckentfremdungen von Strukturgeldern (Kohle) zugunsten der CDU- Freunde in Naumburg!

Trollo vor 4 Wochen

Die Linke hat es noch nicht gemerkt - sie ist Teil des "Einheitsbreis" geworden. Keine "Kante" mehr, viel Gerede wenig Substanz, null Kompetenz ! Die Linke beschäftigt sich vielmehr mit anderen Parteien, den politischen Gegnern und deren Querelen, statt mit denjenigen die sie wählen und vertreten sollen.

Burgfalke vor 4 Wochen

Wenn die Linke sich endlich besinnt, sich um die Bürger und deren Probleme im eigenen Land zu kümmern, also den Kontakt zur Basis und deren wahren Probleme findet, dann werden sie auch wieder mehr Bürger erreichen, die sie dann auch wählen werden!
Viele Bürger fühlen sich von der Linken in Stich gelassen. Es ist richtig, sich auch um Minderheiten, dabei darf man die "Mehrheiten" nicht vergessen!
Nicht das Festhalten an Ideologien darf der Maßstab sein, sondern bodenständiges Handeln. Dazu zählen die praktischen Dinge wie u.a. Analysen, Hinterfragen von Entscheidungen und nicht zur Kenntnisnehmen von veränderten Bedingungen: siehe Umgehungsstraße von Bad Kösen-Naumburg. Hier einfach der CDU ins Hinterteil ge...
Keine erkennbare Bindung zum Land oder Region - "Heimat" der Bürger - Fremdwort! Sara W. hat das u.a. sehr gut beschrieben, aber die Linke verharrt stur in ihren Positionen (Bsp. Gender u. Co) und ignoriert die "Mehrheit". Stellt euch der Lebenswirklichkeit.

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