Liste zur Landtagswahl beschlossen Spitzentrio um Katja Pähle soll SPD wieder auf die Beine bringen

Luca Deutschländer
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Die SPD in Sachsen-Anhalt steht vor großen Herausforderungen: Sie muss wieder mehr Wählerinnen und Wähler von sich überzeugen – und zugleich einen internen Generationenwechsel vollziehen. Auf einem Landesparteitag haben die Delegierte die ersten Weichen dafür gestellt. Die Motivation ist spürbar – nun muss aber noch das Wahlergebnis stimmen.

Katja Pähle, Petra Grimm-Benne, Armin Willingmann auf Bühne bei Parteitag.
Spitzentrio für die Landtagswahl: Die SPD zieht mit Katja Pähle (Mitte), Armin Willingmann und Petra Grimm-Benne auf den ersten Listenplätzen in Richtung Landtagswahl. Bildrechte: dpa

Dass die SPD in Sachsen-Anhalt kampfeslustig ist, ist keine neue Erkenntnis. Dass sie damit künftig auch wieder mehr Wählerinnen und Wähler abholt, muss die Partei bei der Landtagswahl am 6. Juni dagegen erst noch beweisen. Die Genossen, vor fünf Jahren mit 10,6 Prozent und elf Sitzen im Landtag abgestraft, haben sich berappelt. Und sie haben Lust auf Wahlkampf. Beim Landesparteitag am Sonnabend in Magdeburg wurde das deutlicher denn je.

Die SPD zieht mit einer Mannschaft in Richtung Landtagswahl, die bei aller politischen Erfahrung doch irgendwie für Aufbruch steht – vor allem wegen der Spitzenkandidatin selbst. Angeführt wird das Spitzentrio der Genossen von Katja Pähle, der Fraktionschefin im Landtag. Die 43 Jahre alte Hallenserin war schon im vergangenen Jahr von den Mitgliedern der Partei zur Spitzenkandidatin auserkoren worden. Nun wurde sie mit ordentlichen 87 Prozent auch von den Delegierten bestätigt.

Lasst uns einen verdammt geilen Wahlkampf machen.

Katja Pähle Spitzenkandidatin der SPD

Ihr zur Seite stehen Wirtschaftsminister Armin Willingmann auf Listenplatz 2 und Sozialministerin Petra Grimm-Benne auf Platz 3. Willingmann schneidet so gut wie niemand sonst, kommt auf 101 von 103 Stimmen. Auch das Ergebnis von Petra Grimm-Benne ist deutlich: 92 Mal Ja, neun Mal Nein. "Wir drei machen zusammen mit euch Wahlkampf", ruft Spitzenkandidatin Pähle später. "Wir rocken das."

Katja Pähle 3 min
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MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir Sa 20.02.2021 12:00Uhr 03:23 min

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An der mangelnden Motivation der Spitzenkandidatin wird es gewiss nicht scheitern. Katja Pähle rief am Sonnabend ganz offiziell den Wahlkampf aus – und kanzelte Koalitionspartner CDU in ihrer Rede am laufenden Band ab: mal als träge, mal als Partei, die nur an Stillstand interessiert sei. Die Fortschritte in Sachsen-Anhalt? Sind nach Meinung von Pähle ein Verdienst der SPD-Minister Willingmann und Grimm-Benne. Sie seien die Leistungsträger in der Koalition.

SPD steht vor Generationenwechsel

Die SPD steht im Landtag vor einem Generationenwechsel. Die ersten 20 Plätze der beschlossenen Landesliste zeigen das eindeutig: Während langgediente Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wie Verena Späthe, Silke Schindler oder Jürgen Barth nicht mehr für den Landtag kandidieren oder – wie Andreas Steppuhn – erst auf Listenplatz 16 gewählt wurden, rücken neue Gesichter nach. Landeschefin Juliane Kleemann aus Stendal steht auf Rang 5 der Landesliste, Vize-Landeschefin Katharina Zacharias aus dem Landkreis Börde mit ihren 30 Jahren auf Rang 13.

Für sie alle wird es nun darauf ankommen, Wählerinnen und Wähler zu überzeugen. Die SPD war in den vergangenen Monaten die Partei, die bei den Vorbereitungen zur Landtagswahl das Tempo vorgab: Nirgends sonst stand die Spitzenkandidatur so früh fest, ein beschlossenes Wahlprogramm haben die Sozialdemokraten auch schon. Die Aufbruchsstimmung bei den Genossen ist spürbar. Doch das war sie auch 2016. Das damalige Wahlergebnis ist bekannt.

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MDR/Luca Deutschländer

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 20. Februar 2021 | 19:00 Uhr

10 Kommentare

J Mueller vor 29 Wochen

Nicht los mit der Alt-SPD. Mit diesen Kandidaten oder Kandidatinnen ist nichts zu rocken oder geil, nur Sprüche und vulgäre Wörter. Mit der CDU und Grünen regieren, was ist daran alternativ? Das ist brotlose Kunst und Tröge sichern für Einzelne. SPD war mal eigenständig mit Inhalten. Jetzt nur noch pace and copy von anderen Parteien. 5% sind noch zuviel.

Atheist vor 30 Wochen

Eine ehemals Arbeiterpartei zur Klima und Einwanderungs Partei verkommene Partei wird niemand wählen nur die die sich durch noch mehr Einwanderung angesprochen fühlen und die wählen Grün.

Gernot vor 30 Wochen

..... die alten Genossen, um Willy Brandt, drehen sich im Grab, wenn sie mit ansehen, was von ihrer einst stolzen Arbeiterpartei übrig geblieben ist. Aber, für nochmals so etwas wie " Kenia" wird es wieder genügen. Da spielen die " coolen" Sprüche von Frau Pähle keine Rolle mehr...... frei nach Adenauer: was kümmert mich mein Geschwätz von gestern.
Ist auch einfacher, wie sich als wahrer Volksvertreter zu geben.
Ich hoffe nur, die 5 % Klausel bremst dies aus.

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