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Rund um München leben die Menschen rein rechnerisch mehrere Jahre länger als Sachsen-Anhalter. Bildrechte: MDR/Unsplash/vinomamba24

Demografisches Schlusslicht

Sachsen-Anhalter sterben so früh wie niemand sonst in Deutschland

Stand: 23. Juli 2020, 17:40 Uhr

Sachsen-Anhalter sterben einer neuen Studie zufolge deutlich früher als die Einwohner Süddeutschlands. Beim bundesweiten Vergleich aller Landkreisen und kreisfreien Städte fällt auf: sämtliche Regionen hierzulande liegen auf den hintersten Plätzen, wenn es um die zu erwartende Lebenszeit geht.

Frauen aus Sachsen-Anhalt haben durchschnittlich eine knapp vier Jahre kürzere Lebenserwartung als ihre Altersgenossinnen in Bayern. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock. Für die Untersuchung haben zwei Forscher basierend auf Einwohner- und Sterbedaten erstmals für alle 402 Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland die aktuelle Lebenserwartung für Frauen und Männer ermittelt.

Demnach liegt die bundesweit höchste Lebenserwartung für Frauen bei 85,7 Jahren – ermittelt für den Landkreis Starnberg bei München. Bundesweites Schlusslicht ist hingegen der Salzlandkreis mit einer geschätzten durchschnittlichen Lebenserwartung von 81,8 Jahren. Die Unterschiede bei den Männern sind sogar noch größer. Spitzenreiter ist hier der Landkreis München mit 81,2 Jahren, der Landkreis Stendal kommt mit nur 76,1 Jahren auf den bundesweit vorletzten Platz.

Wie hoch die von den Forschern ermittelte Lebenserwartung in Ihrer Region ist, können Sie folgender Grafik entnehmen. Über das Aufklapp-Menü "Kategorie wählen" können Sie zwischen den Daten für Frauen und Männer wählen:

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Armut beeinflusst die Lebenserwartung

Zwar stieg seit der Wiedervereinigung die Lebenserwartung für Sachsen-Anhalter um über sechs Jahre (Männer) beziehungsweise fünf Jahre (Frauen) an, nach der aktuellen Studie gehören dennoch fast ausnahmslos alle Landkreise und kreisfreien Städte zwischen Arendsee und Zeitz zu den Regionen mit den niedrigsten Lebenserwartungen. Richtig alt werde man den Studienergebnissen nach vor allem im Süden Bayerns und in Baden-Württemberg.

Die Forscher analysierten auch, welche Faktoren sich wie stark auf die Lebenserwartung auswirken. Starken Einfluss haben demnach die Arbeitslosenquote sowie die Quote der Hartz-IV-Empfänger. "Wer Unterschiede in der Lebenserwartung reduzieren will, muss vor allem die Lebensbedingungen des ärmsten Teils der Bevölkerung verbessern", so Roland Rau vom Max-Planck-Institut. Die Zahl der Ärzte pro 100.000 Einwohner oder die Bevölkerungsdichte hätten hingegen einen weitaus geringeren Einfluss.

In der folgenden Karte können Sie die bundesweiten Studienergebnisse nachvollziehen:

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Die vollständige Studie mit allen Daten haben die Forscher im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht und kann hier nachgelesen werden.

Quelle: MDR/mm

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