Weniger Impfdosen als geplant Was die Impfstoff-Lieferengpässe für Sachen-Anhalts Impfzentren bedeuten

Dienstags erhält Sachsen-Anhalt seine neue Impfstoff-Lieferung von Biontech/Pfizer. In dieser Woche ist das deutlich weniger als ursprünglich geplant – mit Auswirkungen auf die Impfzentren im Land.

Wegen Lieferproblemen bei den Impfstoff-Herstellern Biontech/Pfizer können in Sachsen-Anhalt in den nächsten Wochen weniger Menschen gegen Corona geimpft werden als geplant. Laut Sozialministerium können nur 11.700 Dosen auf die Impfzentren aufgeteilt werden. Das entspricht lediglich der Hälfte der ursprünglich angekündigten Menge. Wo und wie der verteilte Impfstoff eingesetzt wird, entscheiden die Impfzentren vor Ort.

Für das Impfzentrum in Wittenberg bedeutet das beispielsweise, dass mobile Impftermine eingeschränkt und verlegt werden. Im Altmarkkreis spüren die Engpässe nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT vor allem die mobilen Pflegedienste, deren Personalnun nicht im geplanten Umfang geimpft werden kann. Im Impfzentrum in Dessau-Roßlau impft man vorrangiges Personal, die mobilen Teams konzentrieren sich auf Zweitimpfungen.

Harz: Impfstoffe gehen in Krankenhäuser

Auch im Landkreis Harz gibt es abgesehen von den Zweitimpfungen deutliche Einschnitte im ursprünglichen Plan, wie Impfchef Immo Kramer MDR SACHSEN-ANAHLT sagte. Kramer zufolge hatte das Impfzentrum in Quedlinburg seine mobilen Teams in Absprache mit Pflege- und Seniorenheimen bis Mitte Februar logistisch eingetaktet. Doch dieser Plan wird nun – abgesehen von den Zweitimpfungen – über den Haufen geworfen und stattdessen ein Impfstopp verhängt.

Die neue Lieferung gehe komplett an Krankhäuser, wo der Bedarf aktuelle sehr hoch sei, so Kramer. "Wir haben mit der Ankündigung der geringeren Liefermengen einen Impfstopp für die Alten- und Pflegeheime aussprechen müssen." Bereits terminierte Vorhaben hätten sie absagen müssen, um den Schwerpunkt auf die Kliniken legen zu können und das Klinikpersonal durchzuimpfen. Kramer sagte: "Wir mussten uns dafür entscheiden, weil insbesondere in den Kliniken im Moment die Intensivbetten volllaufen und gleichzeitig sehr viele Mitarbeiter erkranken. Es ist ein Spagat, den wir zu entscheiden haben und wir werden erst im Nachhinein feststellen, ob das richtig war."

Mehr Impfstoff in Aussicht

Kommende Woche werden nach Angaben des Sozialministeriums ungefähr zwei Drittel der geplanten Menge erwartet. Dann soll neben dem Impfstoff von Biontech/Pfizer auch der vom Hersteller Moderna dabei sein – für die Impfzentren in Halle, Magdeburg und den Harzkreis. Im Harz wolle man den Biontech-Impfstoff dann in die mobilen Teams geben und den nicht transportfähigen Moderna-Impfstoff im Zentrum verabreichen, erklärt Kramer.  

Hintergrund der Lieferschwierigkeiten sind Umbauten im belgischen Pfizer-Werk Puurs, der höhere Produktionskapazitäten schaffen soll. Bund und Länder hatten die sehr kurzfristige Information darüber kritisiert. Ab dem 9. Februar soll sich dem Ministerium zufolge der Produktionsumbau bei Biontech auszahlen. Ab dem 22. Februar soll dann, so Biontech, mehr Impfstoff bereitgestellt werden, als bisher geplant.

Recherche/Redaktion: Swen Wudtke/Cornelia Winkler

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 26. Januar 2021 | 12:00 Uhr

3 Kommentare

nasowasaberauch vor 11 Wochen

Ein schönes Durcheinander. Wer hat wann bestellt und wieviel und was hat der Lieferant schriftlich zugesichert. Es ist ein Trauerspiel und die EU gibt ein erbärmliches Bild ab. So langsam, in der bekannten Salamitaktik, tasten sich die Politiker an die wirkliche Dauer der Impfkampagne heran. Vom Sommer zum Herbst, noch in diesem Jahr und dann hinein in 2022. Sie sollten froh sein, dass die Impfdosen so knapp sind. Da hat man wenigstens einen Schuldigen und muss nicht beweisen jeden Tag tausende Termine zu vereibaren und Impfungen durchführen zu können.

Steffen 1978 vor 11 Wochen

Es ist vom ersten Tag an ein Engpass an Impfstoff vorhanden ,4 Wochen sind vergangen, bis jetzt ist nur ein geringer Teil der über 80ig jährigen und pflegebedürftigen geimpft wenn das weiter so geht dauert das Jahre bis so ziemlich alle eine Spritze erhalten haben wie immer kommen nur leere Worte aus der Politik,das schlimme ist nur in anderen Ländern sind sie um ein vielfaches weiter wir sehen jetzt was unsere Experten können für mich nicht viel

jackblack vor 11 Wochen

22. Februar soll alles gut werden - die Botschaft hör ich wohl allein mir fehlt der Glaube.

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