Kampf gegen Covid-19 Kassenärzte wollen bei Corona-Impfungen helfen

Im März könnten so viele Corona-Impfdosen vorhanden sein, dass die Impfzentren an ihre Kapazitätsgrenze stoßen. Das zeigt eine Berechnung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Kassenärzte aus Sachsen-Anhalt bieten bei der Impfungen gegen Covid-19 ihre Unterstützung an. Eine Verabreichung in Arztpraxen hält das Sozialministerium ab April für unwahrscheinlich.

Die Arztpraxen in Sachsen-Anhalt sind gut auf Corona-Impfungen vorbereitet. Davon geht die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt (KV) aus. Der Sprecher der KV, Bernd Franke, sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Mittwoch: "In einer normalen Grippeimpfsaison werden in sehr kurzer Zeit 750.000 Dosen durch die niedergelassenen Ärzte in Sachsen-Anhalt verimpft." Wichtig sei jedoch, dass die Belieferung der Praxen mit dem Impfstoff und dem benötigten Zubehör funktioniere.

Corona-Impfung in Zahnarztpraxen?

Nach einer Modellrechnung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), die in Berlin vorgestellt wurde, könnten schon im März so viele Impfstoffdosen vorhanden sein, dass die Impfzentren überlastet wären. Um einen Impfstau zu verhindern, haben auch Sachsen-Anhalts Zahnärzte angeboten, in ihren Praxen Corona-Impfungen anzubieten.

Der Präsident der Landeszahnärztekammer, Karsten Hünecke, sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Mittwoch: "Die Zahnärzteschaft wäre generell bereit, die Impfkampagne zu unterstützen. Wir könnten uns durchaus entsprechende Absprachen mit der Kassenärztlichen Vereinigung und Sachsen-Anhalts Sozialministerium vorstellen." Allerdings müsse dazu die Impfverordnung geändert werden, die bislang eine solche Regelung nicht vorsehe.

Impfangebot bis Ende des Sommers möglich

Die KV Sachsen-Anhalt geht jedoch davon aus, dass auch ohne zusätzliche Impfmöglichkeiten eine schnelle Immunisierung möglich ist. "Bei ausreichender Impfstoffmenge, funktionierender Verteilung des Impfstoffes, unbürokratischer Dokumentation sowie Einbezug aller impfenden Vertragsärzte erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass bis zum Ende des Sommers in Sachsen-Anhalt alle Impfwilligen versorgt sein werden", so KV-Sprecher Bernd Franke.

Geplant ist, dass auch Hausarztpraxen künftig Corona-Impfungen verabreichen dürfen. Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) sagte dazu am Mittwoch MDR SACHSEN-ANHALT, dass dieser Plan im April wahrscheinlich noch nicht umgesetzt werden könne. Die Impfzentren sollten vorerst weiter in Betrieb bleiben.

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Im Bundesvergleich: Wenige Impfungen in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt sind bisher vergleichsweise wenige Menschen gegen Corona geimpft worden. Laut Sozialministerium liegt die Quote für die Erstimpfung bei 3,6 Prozent der Bevölkerung. Bei der Zweitimpfung sei sie noch niedriger. Die meisten Menschen wurden den Angaben zufolge bisher in Halle, Magdeburg und im Landkreis Harz geimpft; die wenigsten im Jerichower Land und im Altmarkkreis Salzwedel.

Nach Informationen der Ministeriumssprecherin Ute Albersmann liegt bei den über 80-Jährigen die Impfquote bei 16 Prozent. Da sei noch viel Luft nach oben. In den Altenheimen sehe es besser aus: Dort hätten sich bereits 86 Prozent der Bewohner impfen lassen.

MDR, Uli Wittstock, Matthias Lindner, Sarah Peinelt

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 24. Februar 2021 | 12:00 Uhr

1 Kommentar

jackblack vor 7 Wochen

Das ist die BESTE Möglichkeit, das IMPFCHAOS zu beenden.

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