Cyberkriminalität LKA: "Datenklau im Internet nimmt überhand"

Datenmissbrauch gehört mittlerweile zu den Kriminalitätsschwerpunkten in Sachsen-Anhalt. Über die vergangenen fünf Jahre ist die Zahl der Straftaten deutlich gestiegen. Mithilfe von Schadsoftware versuchen Kriminelle, ihre Opfer auszuspähen.

Symbolbild Computerhacker - Ein verhüllter Hacker sitzt in einem dunklen Tunnel.
Ein verhüllter Hacker sitzt in einem dunklen Tunnel. (Symbolbild) Bildrechte: imago/Jochen Tack

In Sachsen-Anhalt nimmt der Datenmissbrauch weiter zu. Das geht aus Ermittlungen des Landeskriminalamts (LKA) hervor. Michael Klocke vom LKA in Magdeburg sagte MDR SACHSEN-ANHALT, Daten-Klau oder Daten-Betrug würden inzwischen überhandnehmen.

Das Landeskriminalamt in Sachsen-Anhalt fordert deshalb mehr Personal und eine bessere technische Ausrüstung. Es gelte nun aufzurüsten. Momentan seien rund 50 Beamte in der Abteilung Cyber-Crime des LKA beschäftigt. In den vergangenen Monaten habe man Einblicke erhalten, was man leisten könne. Aber auch, welche Verbrechen im Netz möglich seien.

Durch verseuchte Mails und Schadprogramme versuchten Cyber-Kriminelle zum Beispiel, ihre Opfer auszuspähen. Gelinge dies, würden häufig Waren in deren Namen bestellt und nicht bezahlt. Auch die Datenverschlüsselung privater Computer durch Dritte habe zugenommen, sagt Klocke. Von den Besitzern werde dann ein Lösegeld verlangt.

Wie Sie sich vor Datenklau im Netz schützen können

Um sich vor dem Diebstahl Ihrer Daten zu schützen, ist die Nutzung eines Passwort-Managers äußerst hilfreich. Er hilft Ihnen dabei, unterschiedliche und sichere Passwörter für verschiedene Seiten zu erstellen – und speichert sie verschlüsselt in einem virtuellen Tresor. Ohnehin gilt: Passwörter sollten sicher sein. Bestensfalls nutzen Sie immer die maximal zulässige Zeichenzahl. Passwörter, die Hinweise auf Ihren Namen oder Ihr Geburtsdatum enthalten, sind nicht zu empfehlen.

Weitere Tipps finden Sie hier:

Hacker-Angriff setzt Landkreis tagelang schachmatt

Schmerzlich erfahren musste das kürzlich die Landkreisverwaltung in Anhalt-Bitterfeld. Anfang Juli waren dort bei einem Hacker-Angriff alle Daten der Kreisverwaltung infiziert und verschlüsselt worden. Bei dem Cyberangriff wurden mehrere Server des Landkreises mit sogenannter Ransomware infiziert. Anschließend gab es eine Lösegeldforderung.

Es dauerte fast zwei Wochen, bevor der Landkreis zumindest teilweise die Arbeit wiederaufnehmen konnte. Derzeit laufen Ermittlungen zu dem Vorfall. Außerdem versuchen Expertinnen und Experten, einen Teil der Daten wiederherzustellen.

Was bleibt – der MDR SACHSEN-ANHALT Wochenrückblick

Der Angeklagte Stephan Balliet (M) wird von Justizpersonal in den Saal des Landgerichts begleitet. Reiner Haseloff wird im Landtag von Sachsen-Anhalt vereidigt.
Bildrechte: dpa
Collage: Ein mittelalter Mann und ein Zug des Unternehmens Abellio
Bildrechte: MDR, Imago, dpa
Alle anzeigen (112)

37 Prozent mehr Fälle als 2016

Im Vorjahr sind in Sachsen-Anhalt laut LKA 15.400 Cyber-Straftaten registriert worden. Das sei im Vergleich zu 2016 ein Anstieg um 37 Prozent. Diesen Trend bestätigen auch Polizeiinspektionen wie die Dienststelle in Dessau-Roßlau. Auch dort gehört Internetkriminalität mittlerweile zu den Verbrechensschwerpunkten.

MDR/André Damm, Oliver Leiste

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 29. Juli 2021 | 09:00 Uhr

Mehr aus Sachsen-Anhalt