Diskussion um Luca-App Pro: So geht moderne Kontaktverfolgung

Tom Gräbe
Bildrechte: MDR/Fabian Frenzel

Sachsen-Anhalt setzt zur Kontakt-Nachverfolgung auf die Luca-App. In Kürze können Gastronomie, Handel und Kultur ihre Kunden digital erfassen – und diese im Fall von Infektionsfällen gewarnt werden. Eine gute Sache, meint unser Autor.

Luca-App: Schnelle und lückenlose Kontaktnachverfolgung im Austausch mit den Gesundheitsämtern.
Kein Smartphone nötig, moderne Kontaktverfolgung: Die Luca-App hat einige Vorteile zu bieten. Bildrechte: imago images/Arnulf Hettrich | Grafik MDR

Nie mehr mit Mickey Mouse auf einer Liste stehen, nie wieder heimlich nachschauen, wo die Gäste am Nebentisch wohnen. Keine Gemeinschaftskulis mehr, kein Schlange-Stehen am Adresslisten-Tisch im Café, im Restaurant oder beim Konzert. Stattdessen kann ich einfach mit meinem Smartphone einchecken. Die Gastwirte müssen die Papierstapel mit den Adresslisten nicht länger aufbewahren und dann später datenschutzkonform entsorgen. Das spart Zeit und Geld und Bäume.

Und wenn sich später herausstellt: Am Nebentisch war jemand infiziert, dann kriegt das Gesundheitsamt Bescheid, über eine Datenschnittstelle. Und dann werde ich benachrichtigt.

Das Ende der Handschriftentzifferung

So geht moderne Kontaktverfolgung. Stift und Zettel, das klingt eher nach 19. Jahrhundert als nach Covid-19.  Die App kann auch die Gesundheitsämter entlasten. Dort müssen die Mitarbeiter keine krakeligen Handschriften mehr entziffern.

Klasse finde ich auch: Bei Luca kann jeder mitmachen. Die App gibt‘s kostenlos zum Download. Ich kann sogar erfassen, wenn ich Freunde treffe.

Luca-App weiß, wen ich wann getroffen habe

Während die Corona-Warn-App eher wie ein Radar funktioniert, das mir anzeigt, ob ich in der Nähe einer infizierten Person war, weiß die Luca-App, wen ich wann getroffen habe. Und das Gesundheitsamt weiß es dann auch.

Kein Smartphone nötig

Und wer kein Smartphone hat: Einchecken können Besucher im Restaurant auch auf einem Tablet, auf dem die Anwendung läuft. Und auch analoge QR-Code-Schlüsselanhänger gehören zum Konzept.

Außerdem: Die Kosten für die App zahlt übrigens das Land. Behörden geben Geld aus, damit wir alle WENIGER Papierkram haben. Das ist doch klasse. Und: Niemand muss mehr meine krakelige Handschrift entziffern. Die Luca-App kann schon was!

Der Rapper "Smudo" erklärt, wie die Luca-App funktioniert 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Rapper Smudo von den "Fantastischen Vier" ist Mitinitiator der App. Im Video erklärt er, wie die App funktioniert und warum er sich eine flächendeckende Nutzung wünscht.

Fr 05.03.2021 14:50Uhr 02:38 min

https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/video-smudo-erklaert-luca-app-100.html

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Video

7 Kommentare

Critica vor 35 Wochen

Geht jemandem etwas an, wie lange ich im Café sitze, wieviel Zeit ich im Schuhgeschäft oder in der Bibliothek verbringe?
Geht jemandem etwas an, mit wem ich mich treffe?
Ich glaube nicht. Auch nicht under dem Deckmäntelchen "Corona".

nie wieder cdu vor 35 Wochen

@gvojti, Smudo soll weiter versuchen zu singen!!!!
Es währe also besser, wenn die lange angekündigte CORONA - WARN - APP vom BUND diese Kontaktverfolgung ermöglicht hätte.
Unsere Datenschützer haben also bei der teuren App vieles verhindert.
Die Luca App verstößt mit ihren Möglichkeiten gegen "unseren hochgelobten Datenschutz"

Anni22 vor 35 Wochen

Ein Fingerabdruck geht doch auch. Hab ich immer dabei und ist einzigartig. Jeder Laden ein Lesegerät (kontaktlos) und fertig. Auswertung gerne über welche App auch immer ;-)! Kann man gleich noch mit der Polizei verlinken, das wird ein Traum!

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