Denkmal Barbyer hoffen auf Erhalt ihrer Elbbrücke

Die Barbyer Elbbrücke kann bereits auf 135 Jahre Geschichte zurückblicken. Möglicherweise endet ihre Geschichte in naher Zukunft. Grund ist der Verkauf der Trasse inklusive Bauwerk durch die Deutsche Bahn. Der neue Eigentürmer, ein sächsisches Unternehmen, plant offenbar den Abriss der Brücke, um den Schrott zu verkaufen. Dagegen regt sich Widerstand. Bürger, Gastronomen und die Stadt selbst wollen das Schlimmste verhindern.

Brückenfest Elbbrücke Barby
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Die Stadt Barby will für den Erhalt ihrer Eisenbahnbrücke über die Elbe kämpfen. Dabei stützen sich die Hoffnungen nun auf die Denkmalbehörde. Hintergrund sind der Verkauf der rund 750 Meter langen Stahlkonstruktion an ein sächsisches Unternehmen und Gerüchte um einen möglichen Abriss. Die stellvertretende Bauamtsleiterin der Stadt, Uschi Käsebier, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, wer ein derartiges Kulturdenkmal besitze, habe es nach dem Denkmalschutzgesetz des Landes zu erhalten und vor Zerstörung zu bewahren.

Aus Sicht der Stadt könnte die Brücke, die seit Beginn einen Fußweg hat, auch als öffentlicher Weg anerkannt werden. "Wenn irgendwas 80 Jahre lang im Straßenverkehr von der Öffentlichkeit genutzt wird, kann man von einer sogenannten faktischen Widmung ausgehen." Ob das auch für einen Fußweg über eine Eisenbahnbrücke gilt, soll geprüft werden. Eine MDR-Umfrage ergab, dass auch Gastronomen und Bürger der Stadt nur ungern auf die Elbquerung verzichten wollen.

Antrag auf Rückbau der Elbbrücke

Anfang des Jahres wurde bekannt, dass die Deutsche Bahn die Eisenbahnstrecke zwischen Nedlitz und Barby inklusive Bahnhöfen, Stellwerk und der Brücke verkauft hat. Laut Kaufvertrag will die Bahn beim Eisenbahnbundesamt einen Antrag auf Rückbau von Gleisen und Brücke stellen. Der Bürgermeister der Einheitsgemeinde, Jens Strube, stellte im MDR-Interview die Vermutung auf, dass der neue Eigentümer das Denkmal abreißen und den Schrott zu Geld machen wolle. "Das hat uns natürlich alle in Aufregung versetzt", so Strube. Die Stadt selbst kam hingegen als Käufer nicht in Frage. Der Bürgermeister verweist auf die hohen laufenden Kosten: "Die Brücke muss alle paar Jahre abgestrahlt und neu gemalt werden. Man sieht: Es ist seit zehn Jahren nichts mehr dran gemacht worden. Die Stadt wäre nicht in der Lage, die Brücke zu unterhalten."

Neuer Besitzer will "Lösung für alle"

Nach MDR-Informationen handelt es sich bei dem neuen Brücken-Besitzer um die SIRE AG aus Dresden. Das sächsische Unternehmen ist eine Beratungsfirma. Auf MDR-Anfrage teilte die AG schriftlich mit, dass man "die Bedenken der Bürger vor Ort verstehen" könne. Weiter hieß es: "Es wird für alle eine Lösung geben."

Die Eisenbahnbrücke war in den 1870er Jahren errichtet worden und damit Teil der einstigen sogenannten "Kanonenbahn", einer militärstrategischen Bahnverbindung zwischen Berlin und dem damals deutschen Metz. Im April 1945 wurden Teile der Brücke aus taktischen Gründen von der Wehrmacht gesprengt. Schon drei Jahre später war das Bauwerk für 1,6 Millionen Mark wiederhergestellt. Der letzte Personenzug überquerte 2004 die Barbyer Elbbrücke. Ende des Jahres wurde die Trasse nach Güterglück stillgelegt. Auch der Bahnhof Barby wird seit Ende 2004 nicht mehr angefahren. 2006 wurde der Fußweg der Brücke für 150.000 Euro mit stabilen Kunststoffbohlen saniert.

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