Besuch in Barleben Baerbock fordert mehr Unabhängigkeit im Gesundheitssektor

Außenministerin Annalena Baerbock war am Donnerstag beim Pharmaunternehmen Novartis in Barleben zu Gast. Sie forderte, dass der Gesundheitssektor in Europa unabhängiger und besser vernetzt werden müsse. Russlands Präsident Putin warf sie Willkür und Unberechenbarkeit vor.

Annalena Baerbock und Heinrich Moisa
Annalena Baerbock war am Donnerstag in Barleben zu Gast. Bildrechte: dpa

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat für eine stärkere Vernetzung im europäischen Gesundheitsbereich geworben. Die Grünen-Politikerin sagte in Barleben, man wolle in Zukunft nicht mehr von nur einem Land abhängig sein. Die vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass selbst der kleinste Ausfall bei gesundheitlichen Lieferketten die Gesundheit gefährden könne. "Das hat verdeutlicht, dass wir nicht nur verwundbar sind durch militärische Angriffe, sondern auch, wenn essentielle Teile unserer Gesundheitsversorgung ausfallen", sagte Baerbock.

Zu einem gesamtheitlichen Sicherheitskonzept gehörten starke Krankenhäuser, Pflegepersonal und die Versorgung mit Medikamenten. Man dürfe sich nicht selber "ins Knie schießen", weil man die Medikamentenversorgung nicht sicherstellen könne. Die Außenministerin hatte am Donnerstag das Pharmaunternehmen Novartis in Barleben besucht. Der Termin ist Teil einer Tour Baerbocks zur Versorgungs- und Lieferkettensicherheit.

Baerbock wirft Putin Willkür und Unberechenbarkeit vor

Auf die wieder angelaufenen Gaslieferungen aus Russland reagierte Baerbock zurückhaltend. Sie erklärte, der heutige Tag unterstreiche, dass dieser Krieg gegenüber der Ukraine nicht nur mit Waffen geführt werde. Die Außenministerin nannte den russischen Präsidenten Wladimir Putin "unberechenbar".

So willkürlich, wie der russische Präsident von einem Tag auf den anderen Ziele in der Ukraine bombardiert habe, so verfahre er auch in der Frage der Ernährungs-und Energiesicherheit. Baerbock betonte, wenn der Westen Sanktionsschritte ergreife, dann müssten sie so vorbereitet sein, dass man sie auf Dauer durchhalten könne.

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dpa, MDR (Felix Fahnert)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21. Juli 2022 | 15:00 Uhr

16 Kommentare

Burgfalke vor 18 Wochen

Sieht man div. Beiträge von ARD u. Co. zu dieser Problematik an, so sind diese Zustände/ Abhängigkeiten erschreckend.

Da gibt es angeblich nur noch drei (3) Fabriken in Indien, die die Grundstoffe für die Arzneimittel produzieren. Alles verlagert aus Europa. Wo war da der "große" Aufschrei??? Wie konnte es dazu kommen?

Burgfalke vor 18 Wochen

Die Amtsbezeichnung erklärt das doch hinreichend!

Außenminister = Diplomatie bzw. das eigene Land in der Welt diplomatisch ohne Kriegshysterisie vertreten.
Internationale Auseinsetzungen mit diplomatischen Mitteln vorzubeugen bzw. konstruktiv alles zu unternehmen diese zu beenden.

Vielleicht hilft da sich aktuelle Beiträge von Dr. Matthias Lüders u. dem Chefvolkswirt Hellmeyer anzusehen? Zumindest für alle interessant, die sich besser informieren möchten bzw. dies wollen. Dies sollte auch die AM"in tun, um sich von anerkannten Experten beraten zu lassen, fern von div. Ideologien.

Ist schon merkwürdig, daß man stets hoffen muß, nicht vom Thema u. der offiziellen "Linie" abzuweisen, da sonst ....

Dort geht es um unsere aktuelle Situation: "...dürfe sich nicht selber "ins Knie schießen", weil man die Medikamentenversorgung nicht sicherstellen könne."
-aber das tun "wir" aktuell u. in der Vergangenheit, egal mit welchen Folgen! Das wird dort sachbezogen analysiert - nicht von ...


Hobby-Viruloge007 vor 18 Wochen

Realität ist doch heute: Viele Medikamentengrundstoffe kommen aus China oder Indien. In Europa wird heute - wenn überhaupt noch die Tablette gepresst.

Häufig gibt es auch nur ein oder zwei Produktionsstätten pro Wirkstoff. Wenn da eine Fabrik abbrennt, wird es sofort eng.
Sanktionen gegen China könnten wir uns noch weniger leisten als gegen Russland.

Dumm nur das die Chemische Industrie auf Grund der Energiepreise viele Standorte in D in Frage stellen wird. Alles mit hohem Energieverbrauch ist abwanderungsgefärdet. Pharmaprodukte sind zudem noch gut zu transportieren, und deswegen schnell weg ...

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