Denkmalpflege Haldensleben: Einzigartige historische Gräber werden wieder zugänglich gemacht

In der Nähe von Haldensleben sollen etwa 5000 Jahre alte Großsteingräber wieder für Besucher hergerichtet werden. Möglich wird das durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und ehrenamtliche Helfer. Denn die Stadt hat dafür aktuell keine Geld übrig.

Vier Männer arbeiten im Wald. SIe richten das Umfeld er. Im Hintergrund sind Bäume und die moosbedeckten Felsen zu sehen. Der Boden ist voller Laub.
Bildrechte: MDR / Mario Köhne

In den Wäldern rund um Haldensleben liegt Mitteleuropas größtes zusammenhängendes Feld mit Großsteingräbern. Die sogenannte "Historische Quadratmeile" umfasst mehr als 80 dieser Gräber, die rund 5.000 Jahre alt sind. Die Stadt will diesen einmaligen historischen Schatz nun besser vermarkten. Doch der Zustand der meisten Gräbern ist nicht gut. Dennoch sollen insgesamt acht der mehr als 80 Gräber wieder zugänglich gemacht werden.

Aufwerten und sichtbar machen

Bereits im Februar sind die Wege zu acht Großsteingräbern freigeschnitten und die Bäume in den Grabfeldern gefällt worden. Die Stadt Haldensleben hat für die Pflege der Gräber, so Stadtsprecherin Stefanie Stirnweiß, eigentlich keine Mittel. Die Stadtverwaltung hofft, dass sich dauerhaft Freiwillige finden, die wie bisher die ehrenamtlichen Denkmalpfleger mithelfen, die Gräber begehbar zu halten. "Aufwerten und sichtbar machen." mit diesem Ziel beschreibt Stefanie Stirnweiß die Arbeiten rund um die Großsteingräber.

Zahn der Zeit Die Haldensleber Großsteingräber werden von Moos und Gestrüpp befreit

Etwa 5.000 Jahre sind sie alt und doch sind sie unscheinbar in der Umgebung bei Haldensleben. Jetzt werden sie für Besucher wieder zugänglich gemacht.

Ein mit Moos bewachsener Felsen mit einer aufliegenden Hand mitten im Wald.
Die Gräber müssen noch vom Moos befreit werden. Bildrechte: MDR / Mario Köhne
Ein mit Moos bewachsener Felsen mit einer aufliegenden Hand mitten im Wald.
Die Gräber müssen noch vom Moos befreit werden. Bildrechte: MDR / Mario Köhne
Im Wald mit vielen Bäumen sind mit Moos bedeckte Steine auf einer kleinen Anhöhe zu sehen.
Eine hergerichtete Sitzgruppe aus Baumstämmen. Im Hintergrund sind die Großsteingräber zu sehen. Bildrechte: MDR / Mario Köhne
Viele Bäume sind in einem Wald zu sehen. Auf dem Boden ist Laub und viel Moos.
Bedeckt mit Moos und im Wald versteckt, sind die Großsteingräber in Haldensleben nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. Bildrechte: Stadt Haldensleben
Ein Schild hängt an einem Baum mittden im Wald. Darauf sind Steine abgebildet. Neben den Schild ist direkt ein Pfeil angebracht.
Die Beschilderung ist an einigen Gräbern in einem sehr schlechten Zustand. An anderen Stellen fehlen die Schilder ganz. Bildrechte: MDR / Mario Köhne
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"Günstiger Zufall" und Ehrenamt

Möglich seien die Arbeiten nur durch einen "günstigen Zufall", erklärt Stefanie Stirnweiß. Die fünf Mitarbeiter seien durch eine geförderte Maßnahme vom Jobcenter und über Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen zu ihrer neuen Tätigkeit gekommen. Unter fachlicher Anleitung durch ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger seien sie dabei, die Wege zu den Gräbern freizuschneiden, die Gräber selbst von Bewuchs zu befreien und mit den abgeschnittenen Ästen und Zweigen die Wege zu markieren.

Namen für die Gräber gesucht


Auch bei der Pflege der Gräber sei man auf ehrenamtliche Helfer angewiesen. Vier Gräber, die bereits freigelegt worden sind, werden nun von Ehrenamtlichen betreut. Die Stadt will ihrerseits die zum Teil zugewachsene oder gar nicht mehr vorhandene Ausschilderung verbessern. Zudem sei eine Karte geplant, auf der alle Großsteingräber verzeichnet sind.

Ein Ende der Maßnahmen rund um die Großsteingräber ist für den Spätsommer geplant. Aktuell werden noch Namen für die einzelnen Gräber gesucht. Die Stadt freut sich über Vorschläge.

MDR, Kevin Poweska, Mario Köhne

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 22. März 2021 | 13:45 Uhr

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