Planfeststellung genehmigt "Kalimandscharo" in Zielitz kann erweitert werden

Das Kaliwerk in Zielitz produziert Kalisalz und Dünger und braucht dafür auch eine Abraumhalde. Die war ausgeschöpft, darf nun aber erweitert werden. K+S muss allerdings Umweltauflagen in Millionenhöhe erfüllen.

Das Kaliwerk Zielitz von Loitsche aus gesehen.
Die Halde – Kalimandscharo genannt – kann nun in nordwestlicher Richtung erweitert werden. Bildrechte: MDR/Stephan Schulz

Die Kaliproduktion in Zielitz, Landkreis Börde, ist gesichert. Das Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB) in Halle hat das Planfestellungsverfahren abgeschlossen. Die Firma K+S darf somit die Halde für die Rückstände der Kaliproduktion weiter ausbauen.

Unternehmenssprecher Thorsten Kowalowka sagte MDR SACHSEN-ANHALT, das sei ein Meilenstein für das Kaliwerk Zielitz und die ganze Region. Das Kaliwerk könne somit die nächsten 35 Jahre weiter produzieren und die derzeit 1.890 Arbeitsplätze sichern. Wäre die Haldenerweiterung nicht genehmigt worden, hätte das die Schließung des Kaliwerkes bedeutet, so Kowalowka weiter.

Die Halde mit den Kaliabfällen soll in nordwestlicher Richtung erweitert werden. Bei den Abfällen handelt es sich vor allem verunreinigte Salze, die nicht verwertet werden könnten.

Sachsen-Anhalt

Bergtour in Zielitz So schön ist der Blick vom Kalimandscharo

Kalimandscharo - Eine Reise zum Kalibergwerk in Zielitz
Sachsen–Anhalt hat im Bereich Tourismus einiges zu bieten. Eines der Schätze ist zum Beispiel das Kalisalz. Das ist ein wichtiger Rohstoff, der in der Lebensmittelindustrie als Düngemittel eingesetzt wird. Bildrechte: MDR/Vesile Özcan
Kalimandscharo - Eine Reise zum Kalibergwerk in Zielitz
Sachsen–Anhalt hat im Bereich Tourismus einiges zu bieten. Eines der Schätze ist zum Beispiel das Kalisalz. Das ist ein wichtiger Rohstoff, der in der Lebensmittelindustrie als Düngemittel eingesetzt wird. Bildrechte: MDR/Vesile Özcan
Kalimandscharo - Eine Reise zum Kalibergwerk in Zielitz
Das Kalibergwerk in Zielitz ist nicht nur interessant für die Lebensmittelindustrie, sondern tatsächlich auch für Touristen. Es gibt nämlich die Kalimandscharo–Tour. Bei der Bergtour kann man den 120 Meter hohen Kalihügel besteigen und einen einzigartigen Ausblick genießen. Bildrechte: MDR/Vesile Özcan
Kalimandscharo - Eine Reise zum Kalibergwerk in Zielitz
Beim Rundgang über den Kalimandscharo gibt es neben dem schönen Ausblick auch Informationen von fachkundigen Bergführern über das Salz. Die Bergbauer geben Informationen weiter vom unter Tage Bau bis hin zu dem fertigen Produkt, was durch das Rohsalz gewonnen wird. Bildrechte: MDR/Vesile Özcan
Kalimandscharo - Eine Reise zum Kalibergwerk in Zielitz
Zu den Lieferregionen vom Kalisalz aus Zielitz gehören neben Europa auch Südamerika und Südostasien. Bildrechte: MDR/Vesile Özcan
Kalimandscharo - Eine Reise zum Kalibergwerk in Zielitz
Wer die Tour mitmachen möchte, sollte an Sonnenbrille und festes Schuhwerk denken. Alternativ kann man nach Absprache mit einem privaten Bus hinauffahren. Bildrechte: MDR/Vesile Özcan
Kalimandscharo - Eine Reise zum Kalibergwerk in Zielitz
Ob zu Fuß oder mit dem Bus, oben angekommen lohnt sich die Aussicht für alle Besucherinnen und Besucher. Bildrechte: MDR/Vesile Özcan
Kalimandscharo - Eine Reise zum Kalibergwerk in Zielitz
Jährlich werden 12 Millionen Tonnen Rohsalz gefördert. Bildrechte: MDR/Vesile Özcan
Kalimandscharo - Eine Reise zum Kalibergwerk in Zielitz
Zwei Millionen werden für die tatsächliche Produktion genutzt und die restlichen zehn Millionen Tonnen ergeben den Rückstand. Bildrechte: MDR/Vesile Özcan
Kalimandscharo - Eine Reise zum Kalibergwerk in Zielitz
Die gesamt Tour, inklusive Informationen zum Werk und der Landschaft in der Umgebung, dauert rund drei Stunden. Bildrechte: MDR/Vesile Özcan
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Genehmigung dauerte 15 Jahre

"Kalimandscharo" heißt die riesige Salz-Halde, die sich bei Zielitz in die Höhe stemmt. Sie muss weiter wachsen, um 1.800 Arbeitsplätze zu erhalten. Doch Umweltschützer warnen: Die Halden-Erweiterung gefährde die Umwelt.
Auf dieser Fläche soll die Halde erweitert werden. Bildrechte: GeoBasis-DE / LVermGeo LSA, 2018

Auch Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) zeigte sich erleichtert. In einer Mitteilung heißt es, das sei eine wichtige Nachricht für die Region.

Die Zulassung sei für das Landesamt für Geologie und Bergwesen eine Herkulesaufgabe gewesen. Seit 2005 wurde daran gearbeitet.

LAGB-Präsident Kurt Schnieber erklärte: "Bei diesem bergrechtlichen Planfeststellungsverfahren handelte es sich um das komplexeste und umfangreichste Verfahren seit Bestehen des LAGB. Die Entscheidung umfasst nun den rund eintausendseitigen Beschluss sowie die Unterlagen zur Planfeststellung in insgesamt 46 Aktenordnern."

Hunderte Umweltauflagen

Drei Berge aus Kalisalz. 1 min
Bildrechte: MDR SACHSEN-ANHALT

Mo 08.06.2020 14:02Uhr 00:44 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/video-416748.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Mit der Baugenehmigung sind laut dem Amt zahlreiche Umweltauflagen für K+S verbunden. Frank Paulat vom Landesbergamt sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es werde vor allem der Boden abgedichtet. Dazu sei eine neue Technik vorgesehen, die erstmalig zum Einsatz komme. Dadurch solle verhindert werden, dass Salze in die Halde und in den Boden gelangten. Auch Tiere sollen umgesiedelt werden, etwa ein Fledermausbunker, der sich auf dem Gelände befindet. Außerdem verpflichtet sich das Kaliwerk dazu, mehr neue Bäume anzupflanzen, als gefällt werden. Wegen der Haldenerweiterung müssen rund 200 Hektar Wald weichen.

Umweltschützer hatten sich mit Kaliwerk geeinigt

Umweltschützer hatten gegen die Erweiterung der Kali-Halde geklagt, sich aber mit dem Kaliwerk geeinigt. Das Werk hatte sich verpflichtet, in weiteren Umwelt- und Naturschutz zu investieren. Insgesamt ist laut Landesbergamt eine dreistellige Millionensumme nötig.

Das Kaliwerk Zielitz ist einer der größten Arbeitgeber nördlich von Magdeburg. Das Unternehmen stellt nach eigenen Angaben Industriekali und Düngemittel her und liefert diese in die ganze Welt.

Quelle: MDR/jw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 17. Dezember 2020 | 16:30 Uhr

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