Verkauf Münchner Finanzinvestor übernimmt Autozulieferer Ifa

Sachsen-Anhalts größter Autozulieferer Ifa geht an einen Finanzinvestor aus München. Die Beteiligungsgesellschaft Aequita übernimmt die hochverschuldete Ifa bis Ende März vollständig. Firmensitz soll Haldensleben bleiben. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Vor der Zentrale des Unternehmens IFA in Haldensleben hängen mehrere Fahnen.
Die Ifa-Gruppe aus Haldensleben wird an einen Münchner Finanzinvestor verkauft. (Archivfoto) Bildrechte: MDR/Michael Rosebrock

Ein Finanzinvestor aus München übernimmt Sachsen-Anhalts größten Autozulieferer Ifa. Die Beteiligungsgesellschaft Aequita, die sich auf Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten spezialisiert hat, werde die Firma bis Ende März vollständig übernehmen, teilte Ifa am Mittwoch mit. Der Kaufpreis für die hochverschuldete Ifa wurde nicht genannt.

Zuerst hatte am Mittwoch die "Mitteldeutsche Zeitung" über den Eigentümerwechsel berichtet. "Die Ifa Gruppe ist sehr gut am Markt positioniert und wird mit Aequita in die Lage versetzt, ihr Wachstums- und Innovationspotenzial in Zukunft noch besser auszuschöpfen", sagte Ifa-Geschäftsführer Arno Haselhorst. Man werde nun unter anderem in die E-Mobilität investieren. Firmensitz bleibe Haldensleben.

Etwa 1.300 Mitarbeitende in Sachsen-Anhalt

Ifa produziert Längswellen, Seitenwellen, Gelenke und Komponenten für Automobilhersteller wie BMW, Mercedes, Porsche und Volkswagen. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben an weltweit sieben Entwicklungs- und Produktionsstandorten rund 2.600 Mitarbeitende, etwa 1.300 davon in Sachsen-Anhalt. Der Umsatz liege bei einer halben Milliarde Euro.

Ifa wird seit 2019 saniert

Der Unternehmer Heinrich von Nathusius hatte die 1959 in der DDR als Industrieverband Fahrzeugbau gegründete Ifa im Jahr 1992 privatisiert. Durch eine zu schnelle Expansion war der Autozulieferer aber in eine finanzielle Schieflage geraten und wird seit 2019 saniert. "Die Restrukturierungserfolge der vergangenen Jahre sind essenziell dafür gewesen, einen neuen strategischen Investor zu gewinnen", erklärte Haselhorst. Er hält die Sanierung für weitgehend abgeschlossen.

Im vergangenen Jahr wurden 400 Arbeitsplätze abgebaut. "Operativ schreiben wir schwarze Zahlen, angesichts der bekannten Belastungen für die gesamte Branche liegen wir zwar etwas unter Plan, erreichen beim Umsatz allerdings fast den Vorjahreswert von rund 540 Millionen Euro", sagte Haselhorst dem "Handelsblatt".

Reuters, dpa, MDR (Fabienne von der Eltz)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 29. Dezember 2021 | 06:00 Uhr

2 Kommentare

Kritiker vor 21 Wochen

+..."Die Ifa Gruppe ist sehr gut am Markt positioniert und wird mit Aequita in die Lage versetzt, ihr Wachstums- und Innovationspotenzial in Zukunft noch besser auszuschöpfen", sagte Ifa-Geschäftsführer Arno Haselhorst....+
Wie passt diese Schlussfolgerung mit der hohen Verschuldung zusammen?

Kritiker vor 21 Wochen

IFA ist wohl wettbewerbsfähig und verspricht Gewinne und schon sind entsprechende .Hyä... Naja am Start um entweder finanziell abzusahnen oder die Produktion durch Strukturmaßnahmen so langsam aus den Wettbewerb zu "befördern"!

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