Entlastung für Anwohner B71: Ortsumfahrung für Wedringen im Landkreis Börde freigegeben

Auf die Ortsumfahrung mussten die Menschen in Wedringen (Landkreis Börde) mehr als 20 Jahre warten. Nun wurde der neue Abschnitt der B71 freigegeben. Tausende Lkw, die täglich durch den kleinen Ort fuhren, sollen damit der Vergangenheit angehören.

Ortsumfahrung Wedringen wird übergeben
Am Donnerstag wurde die Ortsumfahrung von Wedringen freigegeben. Bildrechte: Landkreis Börde

Die Bewohner von Wedringen bei Haldensleben werden vom Autolärm der Bundesstraße 71 befreit. Am Mittwochvormittag ist die rund fünf Kilometer lange Ortsumfahrung für den Verkehr freigegeben worden. Die Bauarbeiten hatten im Juli 2017 begonnen. Vor dem eigentlichen Baustart mussten archäologische Grabungen durchgeführt und Leitungen verlegt werden. Ein Schwerpunkt der Bauvorbereitung war die Umsiedlung von Feldlerchen, hieß es aus dem Verkehrsministerium.

15.000 Fahrzeuge täglich

Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) sprach von einem bedeutenden Tag, der von den Menschen in Wedringen lang ersehnt wurde. "Die neue Trasse wird den Ort endlich vom enormen Durchgangsverkehr entlasten und dazu beitragen, die Region wirtschaftlich noch weiter voranzubringen", betonte der Minister.

Täglich seien mehr als 15.000 Fahrzeuge durch Wedringen gefahren, rund 15 Prozent davon seien Lkw gewesen. Webel zufolge hat der Bund mehr als 73 Millionen Euro für den Bau der Ortsumfahrung bereitgestellt.

Ein Grabungsmitarbeiter weist an der Grabungsstelle einen Bagger ein
Vor dem eigentlichen Baubeginn gab es archäologische Untersuchungen auf der neuen Trasse. (Archivbild) Bildrechte: dpa

20 Jahre Kampf für die Ortsumgehung

Mit der Fertigstellung endet ein langer Kampf der Menschen in Wedringen. Mehr als 20 Jahre lang hatten sie sich für den Bau der Ortsumfahrung eingesetzt. "Dieser Krach, dieser Lärm, dieser Dreck, diese Erschütterungen über 20 Jahre zu ertragen – für alle Menschen in Wedringen war es Wahnsinn", sagte Sigrid Arnstedt von der Bürgerinitiative Wedringen zum Baubeginn vor mehr als vier Jahren. Mehrfach waren Lkw in den engen Straßen gegen Häuserwände oder in Vorgärten gekracht und hatten für schwere Schäden gesorgt.   

Ein Sattelzug steht quer auf einer Straße teilweise im Vorgarten eines Wohnauses
Mehrfach sorgten Lkw-Unfälle für Schäden an Häusern und Gärten in Wedringen. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Die neue Ortsumfahrung ist ein Teil mehrerer Bauvorhaben entlang der B71. Der Abschnitt am Ortseingang von Haldensleben wurde bereits vergangenes Jahr fertiggestellt. Später soll noch eine Ortsumfahrung für Vahldorf folgen und die Lücke zur Autobahn 14 schließen.

MDR/Oliver Leiste

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 02. September 2021 | 11:00 Uhr

3 Kommentare

ElBuffo vor 12 Wochen

Prima Sache für Mensch und Umwelt. Hoffentlich nicht wieder mit Ampeln an jeder querenden Straße und vor allem sinnbefreiter Schaltung, mit mehr Wartezeit für alle.

Burgfalke vor 13 Wochen

Alle Gründe für den Bau dieser Umgehungsstraße sind bezogen auf bad Kösen nicht mehr vorhanden.

Statt die nördliche Variante zu bauen, wie vom damaligen Bad Kösener Stadtrat gefordert, haben sich nach der ungewollten Zuordnung zu Naumburg, die Mehrheitsverhältnisse verändert und Weinlobbyisten fadenscheinig zum Nachteil fürr Bürger des BLK durchgesetzt.
In Naumburg hat man über Jahrzehnte kein Verkehrkonzept auf den Weg gebracht. Nur die Hoffnung (mehr nicht) besteht, daß die jetzt mit Gelder aus den Kohlestrukturmittel begonnen Bau dieser US eine Entlastung kommen könnte! Wenn nicht? Es waren schließlich fremde Gelder. Andererseits gibt es hier auch Meinungen: auch wir wollen eine (unsere) Umgehungsstraße, egal wer diese bezahlt.
Alle Blockparteien gehen "Hand in Hand" mit der CDU, kritische Medien Fehlanzeige!

Burgfalke vor 13 Wochen

Wenn die genannten Zahlen zutreffen sollten, dann ist der Bau dieser Umgehungsstraße ein gutes Ergebnis für die betroffenen Bürge!

Anders sieht es leider im Süd- Westen des BLK aus. Dort gab es Anfang der 90er Jahre stichhaltige objektive Gründe eine Umgehungsstraße bauen zu müssen!
1. die Eisenbahn- Hauptmagistralle Berlin - Nürnberg/ München sowie Berlin - Funkfurt/ M. querte die B 87 per Bahnübergang
2. DB forderte anderen Straßenverlauf
3. bei geschlossener Schrankenanlage täglich totales Verkehrscaos, nichts ging mehr wenn LKW`s beteiligt waren
4. vorhandene Unterführung zu klein für große LKW, technisch nicht nicht erweiterbar
5. 18.000 Fahrzeuge war damalige Prognose

Irgendwann gab es eine gute techische Lösung für die Unterführung und alle Probleme waren gelöst:
- keine Staus mehr, Ortslage in 2 - 3 min durchfahren
- Gemeindegebietsreform (Wegzug von zig Tausenden u. die nahmen ihte Fahrzeuge mit)
- nach aktueller Erhebung nun weniger als 7.ooo Fahrz.: US wird gebaut

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