Pilotprojekt in der Börde Landwirtschaft probt neue Wege im Naturschutz

Weniger Pestizide, dafür aber mehr Feldhamster oder Rotmilane. Das ist das Ziel eines Pilotprojektes in der Börde für mehr Naturschutz in der Landwirtschaft. 25 Landwirtschaftsunternehmen, Naturschutzverbände und Behörden machen mit.

Ein Traktor auf einem Feld.
Landwirtschaft, Naturschützer und Behörden arbeiten für das Projekt in der Börde zusammen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

25 Landwirtschaftsbetriebe, Naturschutzvereine und Behörden erproben im Landkreis Börde neue Wege von Naturschutz und Landwirtschaft. Das Land finanziert das im vergangenen Jahr gestartete Pilotprojekt der Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt mit insgesamt 600.000 Euro. Das teilte das Landes-Umweltministerium mit. Erprobt werde dabei eine in den Niederlanden entstandene Idee zur Umsetzung gemeinsamen von Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen.

Kooperativen gründen

Dabei schlössen sich Landwirtinnen und Landwirte in einer Region zu einer Kooperative zusammen. Sie stimmten miteinander und mit dem regionalen Naturschutz die Förderung regionaler Arten ab und setzten Maßnahmen gemeinsam um. In dem Projekt sind beispielsweise sogenannte Erbsenfenster geplant. Flächen von je 1.600 Quadratmetern Erbsen werden mit bepflanzt und bleiben für eine Zeit ungestört. Auch Streifen mit Winter- oder Sommergetreide ohne Einsatz von Herbiziden, Insektiziden oder Fungiziden entstehen, wie die Stiftung weiter erläuterte.

Besuch der Landwirtschaftsministerin am Mittwoch geplant

Claudia Dalbert, Umweltministerin (Bündnis 90/Die Grünen, Sachsen Anhalt)
Sachsen-Anhalts Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Claudia Dalbert Bildrechte: imago images / Christian Schroedter

Die Beteiligten erhoffen sich davon unter anderem positive Effekte auf die Population von Feldhamstern, Rotmilanen, Feldvögeln und Feldhasen. Die Landwirte erhalten einen finanziellen Ausgleich. Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Claudia Dalbert (Grüne) will das Projekt am Mittwochnachmittag besuchen.

MDR/Lars Tunçay, Mario Köhne, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 14. April 2021 | 12:30 Uhr

3 Kommentare

Eulenspiegel vor 3 Wochen

„25 Landwirtschaftsbetriebe, Naturschutzvereine und Behörden erproben im Landkreis Börde neue Wege von Naturschutz und Landwirtschaft.“
Genau das ist es:
Die Landwirtschaft vereint mit Naturschutz und Behörden. Und nicht gegeneinander.

Saxe vor 3 Wochen

Artikel überhaupt gelesen?:"Weniger Pestizide, dafür aber mehr Feldhamster oder Rotmilane. Das ist das Ziel eines Pilotprojektes in der Börde für mehr Naturschutz in der Landwirtschaft. "

C.T. vor 4 Wochen

Ich weiß zwar nicht, wie die oben genannten Maßnahmen die Verseuchung des Grundwassers und der Böden durch übermäßigen Gülle-, Mist- und Düngerauftrag reduzieren sollen, aber dieses Schattenboxen beruhigt zumindest die Öffentlichkeit...

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