Studie zu Höhenluft Reha-Klinik im Landkreis Börde testet neue Long-Covid-Therapie

Die Reha-Klinik in Flechtingen im Landkreis Börde beteiligt sich an einer Studie zur Bekämpfung von Corona-Langzeitfolgen. Derzeit laufen Untersuchungen, inwieweit Höhenluft betroffenen Patienten helfen kann. Die Simulierung großer Höhe könnte die häufig auftretenden Atemprobleme bei Long-Covid-Patienten lindern.

Eine Frau liegt mit Atemmaske in einem Behandlungsraum.
In Flechtingen bekommen die Patienten Höhentherapie verordnet. Die Ergebnisse seien vielversprechend. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Reha-Klinik in Flechtingen beteiligt sich an einer Studie zur Bekämpfung der Corona-Langzeitfolgen. Derzeit laufen nach MDR-Informationen unter anderem an dem Standort im Landkreis Börde Untersuchungen, inwieweit Höhenluft betroffenen Patienten helfen kann. Der leitende Oberarzt der Median-Kliniken in Flechtingen, Dr. Per Schüller, sagte dem MDR am Mittwoch, dass man mit der Höhentherapie die häufig auftretenden Atemprobleme bei Long-Covid-Patienten lindern könne. Dafür werde eine Höhe von rund 5.000 Metern simuliert – für viele Patienten jeden Tag eine halbe Stunde.

Die ersten Ergebnisse seien vielversprechend: Die Leistungsfähigkeit der Patienten werde gesteigert, so Intensivkrankenschwester Dörte Hammerl. Long-Covid-Patientin Christiane Schau sagte nach der Behandlung: "Ich hatte sofort weniger Schwindel. Das bringt für mich Lebensqualität zurück, dass man sich ohne Schwindel, ohne Kopfschmerzen im Alltag bewegen kann".

Long Covid bei 20 Prozent der Corona-Infizierten

Ein Mann mit Anzug und Brille gibt ein Interview.
Per Schüller ist Oberarzt in der Reha-Klinik in Flechtingen. Dort werden schon lange Long-Covid-Patienten behandelt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach Angaben von Oberarzt Schüller entwickeln rund zehn Prozent aller Corona-Infizierten Long Covid. Frauen seien dabei stärker betroffen als Männer. Die häufigsten Symptome seien Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Kopfschmerzen und Herzrasen. 20 Prozent der betroffenen Patienten hätten Herzprobleme.

Von Long Covid spricht man laut Schüller, wenn Beschwerden nach einer Infektion länger als vier Wochen andauern. Die konkrete Diagnose sei schwierig. Es gebe keine Routineuntersuchung beim Hausarzt, mit der man Long Covid feststellen könne. Long-Covid- Symptome können von Auto-Antikörpern hervorgerufen werden, die im Rahmen von Studien oder in Spezialambulanzen bestimmt werden können.

MDR (Matthias Lindner, Luise Kotulla)

Dieses Thema im Programm: MDR um 11 | 06. April 2022 | 11:00 Uhr

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