Waldbrand zufällig entdeckt Fast unsichtbarer Brand zerstört Wald bei Flechtingen

Annette Schneider-Solis
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Ein Waldbrand, aber kaum Rauch – das hat es kurz vor Ostern bei Flechtingen im Landkreis Börde gegeben. Fünf Feuerwehren mussten den Brand löschen. Hätte nicht ein Hubschrauber den Brand zufällig entdeckt, hätte er sich noch weiter ausgebreitet. Wahrscheinlich ist der Brand durch Menschenhand entstanden.

Ein Feld, dahinter ein Wald mit einzelnen kleinen Rauchsäulen, davor ein Feuerwehrauto
Fünf Feuerwehren aus drei Ortschaften haben gegen die Flammen nahe Flechtingen gekämpft. Bildrechte: MDR SACHSEN-ANHALT

Traurig ragen die Kiefern in die Höhe. Unter ihnen ist alles verkohlt und auch die etwa 50 Jahre alten Bäume sind verloren. Sie haben durch die Hitze des Brandes zu stark gelitten und sterben ab. Auf dem etwa einen Hektar großen Areal bei Flechtingen hatte kurz vor Ostern der erste Waldbrand der Region in der neuen Waldbrandsaison gewütet. Die beginnt bereits im Februar, zu einer Zeit, in der kaum jemand an Waldbrände denkt. Doch in vielen Wäldern sorgt trockenes Gras für ein großes Risiko.

Bäume und eine Lichtung, auf der ein Wasserschlauch liegt, im Hintergrund ein Feuerwehrauto
Hätte nicht ein Hubschrauber den Brand entdeckt, hätte er sich noch weiter ausbreiten können. Bildrechte: MDR SACHSEN-ANHALT

"Wir hatten Glück im Unglück", berichtet Forstamtsleiter Thomas Roßbach. "Ein Hubschrauber hat den Wald überflogen, und die Besatzung hat zufällig mehrere Brandherde entdeckt und der Leitstelle gemeldet. Die Feuerwehren waren schnell vor Ort und konnten Schlimmeres verhindern." Nur deswegen konnte die Brandstelle eingedämmt und auf einen Hektar beschränkt werden. Fünf Feuerwehren aus drei Ortschaften kämpften erfolgreich gegen die Flammen und verhinderten Schlimmeres.

Fast alle Waldbrände von Menschen verursacht

Wäre der Hubschrauber nicht zufällig über den Wald geflogen, wäre das Feuer sehr viel später entdeckt, der Schaden wäre ungleich größer worden. Es gab praktisch keinen Rauch. Im Frühjahr kann es immer wieder zu solchen Situationen kommen. "Das Gras stirbt im Herbst ab, wird braun und vertrocknet, und dieses trockene Gras ist leicht entzündbar", weiß Thomas Roßbach. Der zweite Umstand war ein böiger Wind, der keine Rauchsäule zuließ, die von einer Kamera oder einem Waldarbeiter hätte entdeckt werden können. Das Feuer fraß sich durch das Gras, der Wind verteilte den wenigen Rauch.

Aus Erfahrung weiß der Förster, dass fast alle Brände durch Menschenhand entstehen. "Nur ein Prozent wird durch Blitzschlag verursacht", so Thomas Roßbach. "In allen anderen Fällen ist der Mensch schuld." Mal ist es eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe, die den Wald und seine Bewohner gefährdet, mal eine Flasche im Gras, mal ein offenes Feuer, ein Grillvergnügen in der Natur. Mitunter werden Feuer mutwillig gelegt. Auch damit hatte der Forstbetrieb in Flechtingen in der Vergangenheit immer wieder zu tun.

In der Lieberoser Heide in Brandenburg ist ein Waldbrand außer Kontrolle 3 min
Bildrechte: Nonstopnews

"Grillen im Wald ist schon Vorsatz"

Um Waldbränden vorzubeugen, legen die Förster Waldbrandschutzstreifen und sogenannte Waldbrandriegel an. Die bestehen aus Pflanzen, die nicht so schnell ein Feuer weiterleiten. Zusätzlich überwacht ein Kamerasystem die Wälder und entdeckt Rauchwolken und damit Waldbrände. Die Bilder, die so übertragen werden, müssen am Computer von geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gesichtet werden.

Am besten wäre es natürlich, wenn sich jeder an die Regeln halten würde. Denn der Wald, so Thomas Roßbach, habe eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Er schütze das Klima, den Boden, das Wasser, sei Lebensraum für Pflanzen und Tiere, diene den Menschen als Erholung. Dementsprechend sollte es Anliegen aller sein, den Wald zu schützen. "Rauchen und Umgang mit offenem Feuer im Wald sind verboten", erinnert der Förster. "Und Grillen im Wald ist schon Vorsatz."

MDR/Annette Schneider-Solis/Alisa Sonntag

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 02. April 2021 | 19:00 Uhr

3 Kommentare

Ernie vor 4 Wochen

..natürlich der Mensch - in beiden Fällen. Durch seine unersättliche Gier verursacht er den Klimawandel. Dies führt zum Waldsterben und den Borkenkäferplagen. Grillen, Zigarettenkippen und Glas , auch durch den Menschen initiert, führen dann zum Feuer. Wie sagte schon Einstein:" Die Dummheit der Menschen und das Weltall sind unendlich. Beim Weltall bin ich mir nicht so sicher. "

Eulenspiegel vor 4 Wochen

Ja wenn alles trocken und ausgedörrt ist dann genügt eine Kleinigkeit z. B. Eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe und die Bäume kokeln vor sich hin. Das sind die neuen Zeiten.

heinz1954 vor 4 Wochen

In früheren Berichten war zu lesen, der Klimawandel sei Schuld an den vermehrten Waldbränden, und nun doch wieder der Mensch, ja was denn nun?

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