Erster Bürgermeister nach der Wende Magdeburgs Ehrenbürger Polte ist 80

Magdeburg hat seinem früheren Oberbürgermeister Willi Polte viel zu verdanken. Nach der Wende übernahm er Verantwortung für die Entwicklung der Stadt. Zu seinem 80. Geburtstag wurde er mit einem Festakt geehrt.

Magdeburgs früherer Oberbürgermeister Willi Polte ist am Donnerstag 80 Jahre alt geworden. Am Freitag ehrte die Stadt ihren Ehrenbürger mit einem Festakt, bei dem Polte aus seinem Leben zwischen Krieg, DDR und Neuanfang nach der Wende erzählen wird. Und er wird einiges berichten können. Schließlich hat er als Oberbürgermeister die Entwicklung der Stadt wie kaum ein anderer gefördert und geprägt.

Vor der Wende war er zunächst im Maschinenbau tätig. Später lehrte er in diesem Bereich an der Technischen Hochschule Magdeburg, der heutigen Otto-von-Guericke Universität. Schon immer war er den Sozialdemokraten der SPD verbunden und 1989 auch an der Gründung der Sozialdemokratischen Partei in der DDR beteiligt. Bei den ersten Wahlen nach der Wende wurde die SPD in Magdeburg stärkste Kraft – und Willi Polte Oberbürgermeister der Stadt. Anschließend schlug seine große Stunde. Er setzte sich maßgeblich dafür ein, dass Magdeburg zur Landeshauptstadt des wiedergegründeten Sachsen-Anhalts ernannt wurde.

Das größte Geschenk

Die Wende betrachtet Polte bis heute als sein größtes Geschenk: "Dass ich diese Einheit tatsächlich noch erlebt habe und auch an vielen Stellen mitgestalten konnte, das ist die größte Freude als politischer Mensch, die ich erlebt habe. Dafür bin ich sehr dankbar." Unter Polte erlebte Magdeburg einen ungekannten Sanierungsschub. Die Stadt wurde modernisiert und bekam neue Straßen und Brücken.

Besonders lag dem damaligen Oberbürgermeister der Aufbau der Johanniskirche am Herzen, den er gegen manchen Widerstand durchsetzen konnte. "Wenn ich zurückblicke, es war ab 1989 körperlich, geistig und moralisch eine wirklich anstrengende Zeit. Aber ich habe nie darüber gejammert, dass das zu anstrengend war. Sondern es hat mich eher beflügelt und die Erkenntnis hat sich bestätigt, wenn man etwas gern tut, ist das nicht schädlich für die Gesundheit."

Leise Wehmut beim Blick in die Zukunft

Wenn Willi Polte heute von seinem Balkon auf die Elbe und den Dom blickt, ist er zufrieden. Gleichzeitig schwingt trotz der vielen Erinnerungen an die Aufbauphase ein wenig Wehmut mit. "Das Einzige was mich ein bisschen traurig macht, ist, dass ich nicht mehr so viel davon mitbekommen werde, was sich in den nächsten zehn bis 20 Jahren in unserer Stadt noch weiterhin positiv und erfolgreich entwickeln wird."

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Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 11. Januar 2018 | 12:30 Uhr

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