260 Menschen nehmen teil Großübung: Harzkreis bereitet sich auf Afrikanische Schweinepest vor

Mit einer Übung hat sich der Harzkreis am Wochenende auf einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest vorbereitet. Bisher gab es in Sachsen-Anhalt noch keinen Fall der Tierseuche.

Teilnehmer einer Großübung simulieren die Bergung eines Tierkadavers.
Teilnehmer der Großübung im Harzkreis simulieren die Bergung eines Tierkadavers. Bildrechte: dpa

Zaunaufbau, Kadaversuche, Desinfektion: Damit im Falle eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) alle Abläufe und Handgriffe sitzen, hat der Landkreis Harz am Samstag eine Übung veranstaltet. Auf einer Wiese nahe einem Wald zwischen Thale und Friedrichsbrunn seien dafür elf Stationen aufgebaut worden, an denen es Aktionen und Demonstrationen der Behörden und ihrer Partner gegeben habe, teilte der Landkreis mit.

Drohnen helfen beim Finden der Kadaver

Wichtig bei einem möglichen ASP-Ausbruch seien der Aufbau eines Schutzzauns, die Suche und Bergung von Kadavern, die Einrichtung einer Kadaversammelstelle sowie Reinigung und Desinfektion. Auch der Einsatz von Drohnen sei vor allem fürs Auffinden der Kadaver ein wichtiges Thema, hieß es. An der Großübung hätten etwa 260 Menschen teilgenommen.

Hintergrundinformationen zur Afrikanischen Schweinepest (ASP)

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, von der Haus- und Wildschweine betroffen sind. In den afrikanischen Ursprungsländern übertragen Lederzecken das Virus der ASP. Diese spielen in Mitteleuropa keine Rolle. Hier erfolgt eine Übertragung durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder deren Kadavern, die Aufnahme von Speiseabfällen oder Schweinefleischerzeugnissen bzw. -zubereitungen sowie andere indirekte Übertragungswege (Fahrzeuge, kontaminierte Ausrüstungsgegenstände einschl. Jagdausrüstung, landwirtschaftlich genutzte Geräte und Maschinen, Kleidung). Der Kontakt mit Blut ist der effizienteste Übertragungsweg. Nach einer Infektion entwickeln die Tiere sehr schwere, aber unspezifische Allgemeinsymptome. ASP ist keine Zoonose, also zwischen Tier und Mensch übertragbare Infektionskrankheit, und daher für den Menschen ungefährlich. Andere Haus- und Wildtiere sind ebenfalls nicht empfänglich für die ASP. (Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut, www.fli.de)

Federführend bei der Übung und Präsentation ist laut Landkreis das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung. Bisher gab es in Sachsen-Anhalt keinen ASP-Fall. Im Juli wurden im benachbarten Brandenburg Fälle der Afrikanischen Schweinepest in Hausschweinbeständen festgestellt. Bei Wildschweinen wurde die ASP in Deutschland bereits im September 2020 diagnostiziert.

Ein Schild mit der Aufschrift "Achtung! Schweinepest". 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR/Gero Hirschelmann, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 02. Oktober 2021 | 20:00 Uhr

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