Unfälle in kilometerlangem Stau Wieder Verkehrschaos im Westharz – Polizei: Gegend rund um Torfhaus meiden

Sogar der Harzer Tourismusverband hatte am Ende des alten Jahres gebeten: Bitte nicht in den Oberharz kommen! Genützt hat der Appell offenbar wenig. Auch am Sonnabend brach im westlichen Teil des Harzes ein Verkehrschaos aus. In einem kilometerlangen Stau kam es zu mehreren Auffahrunfällen. Die Polizei rief Menschen auf, das Gebiet weiträumig zu umfahren.

Zahlreiche Autos stehen entlang einer verschneiten Bundesstraße am Straßenrand.
Volle Straßen, zugeparkte Seitenstreifen: Im Westharz ist am Sonnabend erneut ein Verkehrschaos ausgebrochen. Das Bild hat MDR SACHSEN-ANHALT-Hörerin Kerstin Sperling aufgenommen. Bildrechte: Kerstin Sperling

Alle Appelle haben offenbar nichts genützt: Im westlichen Teil des Harzes ist am Sonnabend wegen vieler Besucherinnen und Besucher erneut ein Verkehrschaos ausgebrochen. Das teilte die Polizei in Goslar mit. Ein Sprecher sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Vormittag, auf der Bundesstraße 4 zwischen Bad Harzburg und Torfhaus staue sich der Verkehr auf einer Länge von 13 Kilometern. Im Stau habe es mehrere Auffahrunfälle gegeben.

Wir haben hier Chaos hoch drei. Es bricht alles zusammen.

Sprecher der Polizeiinspektion Goslar

Die Polizei bittet Menschen auf dem Weg nach Torfhaus, umzudrehen. Sie teilte zudem mit, dass nahezu alle Parkplätze rund um Torfhaus belegt sind. Viele Autofahrer hätten ihre Wägen entlang der Bundesstraße abgestellt. Die Polizei rief die Menschen via Twitter auf, Rettungswege freizuhalten und weiträumig in andere Gebiete im Harz auszuweichen. Laut MDR-Verkehrsdienst brauchten Autofahrerinnen und Autofahrer auf der betroffenen Strecke bis zum Abend länger. Zeitweise waren Verzögerungen von bis zu anderthalb Stunden gemeldet worden.

Der Hinweis Besetzt ist an einem Großraumparkplatz im Harz zu sehen
Die Parkplätze in und rund um Torfhaus sind laut Polizei weitgehend besetzt. Bildrechte: dpa

Die Polizei prüft nach eigenen Angaben, die Bundestraße 4 von Bad Harzburg Richtung Torfhaus zu sperren. Anderswo, auf der Landesstraße 504 von Altenau nach Torfhaus, wurde demnach schon eine Einbahnstraße aus dem Harz heraus eingerichtet. Das müsse aber kontrolliert werden, sagte ein Polizeisprecher. "Wenn wir nicht präsent sind, machen manche, was sie wollen. Das ist sehr unvernünftig."

Von einem hohen Besucheraufkommen berichtete auch die Polizei in Halberstadt. Ein Sprecher sagte MDR SACHSEN-ANHALT, auch auf der Ostseite des Harzes seien viele Menschen unterwegs. Die Parkplätze seien gut belegt. Die Polizei bezeichnete die Lage am Mittag aber als "händelbar".

Tourismusverband: Bitte nicht in den Oberharz kommen

Die Polizei im Westharz hatte schon in den vergangenen Tagen appelliert, nicht in das Gebiet rund um Torfhaus zu fahren. Grund ist, dass sich schon an und nach den Weihnachtsfeiertagen kilometerlang Autos im Westharz gestaut hatten. Kurz vor Silvester hatte sogar der Harzer Tourismusverband gemeinsam mit mehreren Bürgermeistern – auch aus Wernigerode – darum gebeten, den Oberharz vorerst zu meiden. In einer gemeinsamen Erklärung hieß es, man sei umtrieben von der Sorge um die Sicherheit der Gäste und der heimischen Bevölkerung.

Wir bitten Euch daher inständig, aktuell von einem Ausflug in den Oberharz abzusehen. Wir alle lieben den Harz und das ist wunderbar. Bitte handelt jedoch besonnen und vernünftig.

aus einer Erklärung des Harzer Tourismusverbands

Grund für die Sorge des Harzer Tourismusverbands ist die Corona-Pandemie. In den vergangenen Tagen war es im Harz so überlaufen, dass Abstände zu anderen mitunter hatten nicht mehr eingehalten werden können. Der Verband hatte zuvor schon argumentiert, man müsse nun besonnen handeln, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Dann seien auch wieder für jeden ausgiebige Spaziergänge im Harz möglich.

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Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 02. Januar 2021 | 12:00 Uhr

37 Kommentare

Denkschnecke vor 13 Wochen

Genau, man sollte die Hälfte des Harzes als Parkplatz ausbauen, damit die Touristen auf der anderen Hälfte der Fläche Ski fahren können. (Nur dumm, dass dann jede Woche ein Skifahrer mit einem Parkplatzschild kollidiert.)

Saxe vor 13 Wochen

Ich weiß, dass die Restaurants geschlossen haben. Ic weiß, dass öffentliche Toileten geschlossen sind. Trotzdem setze ich mich stundenlang ins Auto um zu Rodeln. Meine Notdurft verrichte in in fremde Gärten unde meinen Müll entsorge ich die Umwelt. Schließlich ist ja die Regierung an allem Schuld.-
Mir fällt es sehr schwer, solch einen Gedankengang noch halbwegs höflich zu kommentieren.

Ich bins vor 13 Wochen

Richtig gesagt. Aber mit den entsprechenden Sanktionen. Die da lauten: 500€ Bußgeld, 3 Punkte in Flensburg und 2 Monate Fußgänger. Das Strafmaß wie auf der A1 Leverkusener Brücke.

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