Gedenkveranstaltung 33 Jahre Grenzöffnung auf dem Brocken

Im Harz erinnern am 3. Dezember viele Menschen mit einer Wanderung an die Öffnung des Brockens vor 33 Jahren. Bis 1989 war der Berg Sperrgebiet und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Eine Bürgerbewegung erreichte unter dem Moto "Freie Bürger, Freier Brocken" die Öffnung des Gipfels.

Menschen laufen durch das eben geöffnete Tor zu den militärischen Einrichtungen auf dem Brocken
Am 3.12.1989 erreichte eine Bürgerbewegung die Öffnung des Brockens (Arcivbild). Bildrechte: dpa

Für viele Menschen in Sachsen-Anhalt, aber auch darüber hinaus ist es ein emotionaler Tag: Der 3. Dezember, Jahrestag der Erstürmung des Brockengipfels für die Öffentlichkeit. An diesem Tag vor 33 Jahren fiel die Mauer auf dem Brockengipfel. Die Menschen durften endlich wieder auf ihren Brocken laufen.

Traditionell gibt es am Samstag eine Wanderung zur jährlichen Gedenkveranstaltung. Nach Angaben des Heimat-, Wander- und Naturschutzbundes Harzklub wird es außerdem zwei Touren auf das Brockenplateau geben. Sie sollen zeitgleich in Schierke auf sachsen-anhaltischer Seite und in Torfhaus in Niedersachsen starten.

Jahrestag So sah die Öffnung der Grenze auf dem Brocken 1989 aus

Am 3. Dezember 1989 wurde der Brocken wieder geöffnet. So sah es damals aus.

Menschen stehen und singen vor dem verschlossenen Tor zu den militärischen Einrichtungen am Brocken
Mit Gesängen und Sprechchören forderten 1989 viele Menschen die Öffnung des Brockengipfels. Bildrechte: dpa
Menschen stehen und singen vor dem verschlossenen Tor zu den militärischen Einrichtungen am Brocken
Mit Gesängen und Sprechchören forderten 1989 viele Menschen die Öffnung des Brockengipfels. Bildrechte: dpa
Menschen stehen vor dem verschlossenen Tor zu den militärischen Einrichtungen auf dem Brocken
Etwa 1.500 wanderten unter dem Motto "Freie Menschen, Freier Brocken" am 3. Dezember zum Grenztor. Bildrechte: dpa
Menschen stehen vor dem verschlossenen Tor zu den militärischen Einrichtungen am Brocken
Die Grenzposten reagierten auf ihre Proteste. Bildrechte: dpa
Menschen laufen durch das eben geöffnete Tor zu den militärischen Einrichtungen auf dem Brocken
Gegen 11.45 öffneten sie die Tore und ließen die Menschen nach vielen Jahren wieder auf den Gipfel. Bildrechte: dpa
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Nach Informationen des Heimat-, Wander- und Naturschutzbund Harzklub sind rund 120 Menschen zu Fuß von Torfhaus und Schierke sowie mit der Brockenbahn auf den Gipfel gekommen. Viele, die die Öffnung 1989 erlebt hätten, seien dabei gewesen – so auch der als Brocken-Benno bekannte 90-jährige Rekordwanderer Benno Schmidt.

Brocken war 28 Jahre lang Sperrgebiet

Von 1961 bis 1989 war der Brockengipfel militärisches Sperrgebiet und der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Viele Jahre lang konnten die Menschen in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen den Berg sehen, aber nicht besteigen. Bis am 3. Dezember 1989 eine Bürgerbewegung mit etwa 1.500 Demonstranten unter dem Motto "Freie Bürger, Freier Brocken" auf den Berg wanderte und die Grenztruppen zur Öffnung des Grenztores brachte.

Brocken Freigabe für Besucher 1989 1 min
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1 min

Fr 25.11.2022 00:23Uhr 01:28 min

https://www.mdr.de/geschichte/mitteldeutschland/jahrestage/video-675838.html

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Seitdem ist der Brocken ein beliebtes Ausflusgziel. Ob zu Fuß, mit dem Rad, per Kutsche oder Brockenbahn: Tausende Menschen besteigen den Berg jedes Jahr. Für die Menschen hat der Brocken eine besondere Bedeutung. Er ist Ausflugsziel, Symbol der Wiedervereinigung, Sehnsuchtsort, Naturreservat, Pilgertreff für Eisenbahnfreunde, Heimat. Der Berg liegt den Menschen am Herzen. Am Jahrestag der Öffnung werden viele daran erinnern.

dpa, MDR (Carsten Reuß, Leonard Schubert)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 03. Dezember 2022 | 09:00 Uhr

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