Impfstart Deutschlandweit erste Corona-Impfung in Seniorenheim in Halberstadt

In Halberstadt im Harz sind am Samstag Bewohnerinnen und Bewohner eines Altenheims als erste Personen in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft worden. Am Sonntag starten die Impfungen bundesweit.

Die Heimbewohnerin Edith Kwoizalla ist mit ihren 101 Jahren die erste die sich am Samstag vor dem offiziellen Impfstart in Deutschland gegen Corona geimpft wurde.
Die 101-jährige Edith Kwoizalla hat am Samstag noch vor dem offiziellen Impfstart als erste Person in Deutschland den Impfstoff gegen Covid-19 erhalten. Bildrechte: dpa

Einen Tag vor dem offiziellen deutschlandweiten Impfstart sind im Landkreis Harz bereits die ersten Bewohnerinnen und Bewohner eines Altenpflegeheims in Halberstadt gegen das Coronavirus geimpft worden. Am Samstagnachmittag hat nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT eine 101-Jährige als erste Person in Deutschland den Impfstoff des Unternehmens Biontech/Pfizer erhalten. Insgesamt ließen sich laut Heim-Betreiber Tobias Krüger 40 Bewohnerinnen und Bewohner sowie elf Mitarbeitende impfen.

Ein Mitarbeiter des Pandemiestabs des Landkreises Harz, Karsten Fischer, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dass der Impfstoff am Samstag außerdem auch an das Personal dreier Krankenhäuser im Landkreis Harz verteilt worden sei: ans Harzklinikum nach Wernigerode, an die Lungenklinik nach Ballenstedt und ans Ameos-Klinikum nach Halberstadt. Dort würden sich die Klinik-Mitarbeitenden gegenseitig impfen.

Landkreis Harz wollte keine Zeit verlieren

Dass der Landkreis Harz mit dem Impfen einen Tag früher dran ist als der Rest Deutschlands, liegt laut Fischer daran, dass die Logistik schneller aufgebaut worden war.

Wir wollen diesen einen Tag, den der Impfstoff an Haltbarkeit dann verliert, nicht verschwenden. Wir wollen ihn gleich ausbringen.

Karsten Fischer, Pandemiestab Landkreis Harz

Auch der Technische Leiter des Impfzentrums im Landkreis Harz, Immo Kramer, sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Für uns zählt jeder Tag." Am 30. Dezember werde die nächste Impfstoff-Lieferung erwartet. Diese Charge werde für den zweiten Impftermin vorgehalten, so Kramer. Denn jede Person erhält im Abstand von drei Wochen zwei Impfdosen gegen das Coronavirus. Kramer sagt, er rechne damit, dass im Impfzentrum Harz die ersten Termine ab Mitte, Ende Januar vergeben werden könnten.

Offizieller bundesweiter Impfbeginn am Sonntag

Am Sonntag sollen landes- und bundesweit die Impfungen starten. Sachsen-Anhalt hat am Samstag die ersten 9.750 Impfdosen erhalten, die auf die Landkreise und kreisfreien Städte verteilt worden sind. Der empfindliche Impfstoff wird in Pulverform und auf Minus 70 Grad heruntergekühlt angeliefert. Vor Ort muss er dann zunächst für mehrere Stunden auf 0 Grad "erwärmt" und anschließend mit Natriumchlorid zu einer Lösung angemischt werden.

Zunächst werden laut Impfplan Menschen in Alten- und Pflegeheimen sowie gefährdetes Personal in Krankenhäusern geimpft. In den aufgebauten Impfzentren in den Landkreisen und kreisfreien Städten soll der Betrieb losgehen, sobald ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht. Geimpft werden kann nur, wer einen Termin hat. Die Terminvergabe beginnt laut Landessozialministerium voraussichtlich Mitte Januar.

#MDRklärt Nach diesem Plan wird gegen Corona in Sachsen-Anhalt geimpft

In Sachsen-Anhalt beginnen am 27. Dezember die Impfungen gegen das Coronavirus. Doch weil noch nicht genug Impfstoff produziert wurde, wird die Bevölkerung in Stufen geimpft – je gefährdeter durch das Virus, desto eher.

In diesen Stufen wird die Bevölkerung gegen Corona geimpft
Das ist der Plan, in welchen Stufen die Menschen gegen Corona geimpft werden sollen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
In diesen Stufen wird die Bevölkerung gegen Corona geimpft
Das ist der Plan, in welchen Stufen die Menschen gegen Corona geimpft werden sollen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Höchste Priorität haben Menschen ab 80 und alle, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege tätig sind. Dafür sind mobile Impfteams unterwegs. Zur ersten Gruppe gehört außerdem alle, die auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten oder den Impfzentren arbeitet. Die Impfstoffe werden dafür an die Krankenhäuser übergeben.
Höchste Priorität haben Menschen ab 80 und alle, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege tätig sind. Dafür sind mobile Impfteams unterwegs. Zur ersten Gruppe gehört außerdem alle, die auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten oder den Impfzentren arbeitet. Die Impfstoffe werden dafür an die Krankenhäuser übergeben. Bildrechte: MDRklärt
Die Impfzentren werden in der zweiten Stufe genutzt. Dann werden Personen geimpft, die älter als 70 Jahre oder bei denen ein hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf besteht. Dazu gehören etwa Demenzkranke sowie Menschen mit Trisomie 21 und Transplantationspatienten. Auch enge Kontaktpersonen von Pflegbedürftigen dürfen sich dann impfen lassen, dasselbe gilt für Menschen in Asyl- oder Obdachlosenunterkünften.
Die Impfzentren werden in der zweiten Stufe genutzt. Dann werden Personen geimpft, die älter als 70 Jahre oder bei denen ein hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf besteht. Dazu gehören etwa Demenzkranke sowie Menschen mit Trisomie 21 und Transplantationspatienten. Auch enge Kontaktpersonen von Pflegbedürftigen dürfen sich dann impfen lassen, dasselbe gilt für Menschen in Asyl- oder Obdachlosenunterkünften. Bildrechte: MDRklärt
In einem dritten Schritt sollen die Menschen geimpft werden, bei denen das Risiko für einen tödlichen Verlauf der Erkrankung erhöht ist. Dazu gehören etwa Menschen ab 60, stark Übergewichtige, Patienten mit Immundefizienz oder Menschen mit Diabetes, Herzerkrankungen oder Bluthochdruck. Zur dritten Priorität gehören außerdem Mitarbeiter von Verfassungsorganen, Regierungen und Verwaltungen, Streitkräften, Polizei, Zoll, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Justiz sowie dem Lebensmitteleinzelhandel. Hinzu kommen Menschen in prekären Arbeitsbedingungen wie etwa Saisonarbeiter.
In einem dritten Schritt sollen die Menschen geimpft werden, bei denen das Risiko für einen tödlichen Verlauf der Erkrankung erhöht ist. Dazu gehören etwa Menschen ab 60, stark Übergewichtige, Patienten mit Immundefizienz oder Menschen mit Diabetes, Herzerkrankungen oder Bluthochdruck. Zur dritten Priorität gehören außerdem Mitarbeiter von Verfassungsorganen, Regierungen und Verwaltungen, Streitkräften, Polizei, Zoll, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Justiz sowie dem Lebensmitteleinzelhandel. Hinzu kommen Menschen in prekären Arbeitsbedingungen wie etwa Saisonarbeiter. Bildrechte: MDRklärt
Texttafel: "Mehr Erklärgrafiken und -videos auf Instagram @mdrklaert"
Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 21. Dezember 2020 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/mx
Bildrechte: MDR/Max Schörm
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Sachsen-Anhalt: 7-Tage-Inzidenz von 224

In Sachsen-Anhalt ist das Corona-Infektionsgeschehen derzeit stärker als im bundesweiten Durchschnitt. Der Wert der an die Gesundheitsämter gemeldeten Corona-Neuinfektionen je 100.000 in den vergangenen sieben Tagen, die sogenannte 7-Tage-Inzidenz, lag am Freitag bei 224. Bundesweit lag der Wert laut Robert Koch-Institut (RKI) knapp unter 200.

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 26. Dezember 2020 | 17:00 Uhr

52 Kommentare

NeuerHeip vor 31 Wochen

"Neonazis, Querdenkern und sonstigen Verschwörungstheorethikern"

Das nenne ich mal eine fundierte Argumentation und Auseinandersetzung mit Gegenstimmen. Welche Informationsquellen nutzen Sie doch gleich?

Ritter Runkel vor 31 Wochen

@MDR-Team
An der Entwicklung von Medikamenten wird ebenfalls mit Hochdruck gearbeitet? Meinen sie das ernsthaft? Wo sind die Medikamente zur Therapie der Covid-19-Erkrankung?

Sachsin vor 31 Wochen

aktuell bei ard aus frankfurt - dort hat niemand bedenken, logisch auch für mich, rechtsextreme hetzen seit monaten von impfplicht und nun weiter das die geimpften nicht gefragt oder aufgeklärt werden oder leugnen corona völlig

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