Corona-Pandemie Modellversuch im Harz startet – Außengastronomie möglich

Im Harz dürfen die ersten Gastronomen ihre Außenbereiche wieder öffnen. Die Landesregierung hat mehrere Modellprojekte in neun Gemeinden genehmigt. Allerdings wollen sich nur wenige beteiligen.

An einem Geschäft hängt ein Schild auf dem "Geöffnet" steht.
Gäste dürfen bis 21 Uhr bedient werden. (Symbolbild) Bildrechte: imago/Becker&Bredel

Die ersten Gastronomen können in Sachsen-Anhalt am Freitag trotz noch immer hoher Infektionszahlen öffnen. Wie ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums am Donnerstag mitteilte, sind die am Wochenende erteilten Genehmigungen weiterhin gültig. Die Landesregierung hatte dem Landkreis Harz die Öffnung der Außengastronomie in neun Gemeinden genehmigt. Entscheidend dabei sind die aktuellen Sieben-Tages-Inzidenzen in den Kommunen.

Landkreis rechnet mit verhaltenem Start

In Ballenstedt, Blankenburg, Falkenstein, Harzgerode, Ilsenburg, Oberharz, Quedlinburg, Thale und Wernigerode lag der Wert laut Landkreis am Donnerstag unter 200 – somit können die Modellprojekte wie geplant am Freitag starten. Einige Gastronomen bereiteten die Öffnungen am Donnerstag bereits vor. Viele reagierten jedoch verhalten auf das Angebot. In Quedlinburg gab es zunächst 15 Interessenten, aber nur vier Betreiber machen mit, in Wernigerode ist es eine "Handvoll", wie die Stadtsprecherin MDR SACHSEN-ANHALT sagte.

Grund für die Zurückhaltung ist nach Angaben von Gastronomen das wechselhafte Wetter, aber auch, dass einige Abläufe noch unklar seien. So sagte Christian Wieland vom Hotel "Weißer Hirsch" in Wernigerode MDR SACHSEN-ANHALT:

Da sind noch diverse Unwägsamkeiten: Wie ist das Wetter, das keiner beeinflussen kann. Aber auch Regularien, wie zum Beispiel wo der Gast vernünftig auf Toilette gehen kann, sind noch nicht ganz hinterlegt.

Christian Wieland, Hotel "Weißer Hirsch"

Sollte der Wert in den Modell-Kommunen über 200 steigen oder die Entwicklung das Gesundheitssystem im Harz überfordern, will der Kreis die Projekte stoppen.

Negativer Corona-Test notwendig

v.l.: Michael Wiecker, Peter Gaffert, Thomas Balscerowski, Armin Willingmann
v.l.: Michael Wiecker, Peter Gaffert, Thomas Balscerowski, Armin Willingmann Bildrechte: MDR/Swen Wudtke

Um in den Gaststätten bewirtet zu werden, müssen Gäste einen gültigen negativen Corona-Test vorweisen. Dieser darf nicht älter als 24 Stunden sein. In Quedlinburg wurde ein Testzentrum bei den Stadtwerken aufgebaut. In Ilsenburg kann man sich in der Harzlandhalle kostenlos testen lassen. Neben einigen Apotheken gibt es in Wernigerode am Anger und an der Schwimmhalle jeweils ein Testzentrum.

Außerhalb des Platzes gelten für Gäste die Abstandsregeln und die Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Laut Landkreis dürfen Gäste bis 21 Uhr bedient werden. Zudem sind die Betriebe zur Aufnahme der Kontaktdaten verpflichtet.

Türme der St. Nikolaikirche und Fachwerkhäuser in Quedlinburg
In Quedlinburg haben die Testzentren freitags und samstags von 13 bis 18 Uhr sowie montags bis donnerstags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Bildrechte: imago/Peter Widmann

Regierung verspricht sich Erkenntnisse

Die Landesregierung hatte in der neuen Corona-Landesverordnung die Öffnungen im Rahmen von Modellprojekten ermöglicht. Davon verspricht sich die Koalition aus CDU, SPD und Grünen einerseits Erkenntnisse zu pandemiefesten Sicherheits- und Veranstaltungskonzepten und will außerdem illegalen und unüberschaubaren Öffnungen vorbeugen.

MDR SACHSEN-ANHALT/jn,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | MDR SACHSEN-ANHALT | 09. April 2021 | 07:00 Uhr

6 Kommentare

Kritiker vor 23 Wochen

@ria: +...Die andere Seite bei solch hohen Inzidenz Werten ist das für mich ein Spiel mit dem Feuer....+
WARUM? zwingend notwendig ist doch für den Besuch der Außengastronomie dazu ein negativer Test nicht älter als 24 Stunden. Bekanntlich stecken negativ getestete Mitbürger anderen nicht mit Corona an.

ria vor 23 Wochen

Was für ein Witz im April die Aussengastronomie im Harz zu eröffnen. Es ist doch nicht zu erwarten das zu dieser Jahreszeit 20 Grad herrschen. Man sollte seine Regionen schon kennen.
Die andere Seite bei solch hohen Inzidenz Werten ist das für mich ein Spiel mit dem Feuer. Hier werden nur Wahlkampf Interessen verfolgt, aber das geht nach hinten los. Und ja, die Werte werden steigen, was man ja in Tübingen, Rostock und auch dem Saarland verfolgen kann.

Kaschi vor 23 Wochen

Das die Aussengastronomie streckenweise geöffnet wird ist ja keine schlechte Idee. Sicherlich wird es die Inhaber freuen aber letztendlich ist es ein Minusgeschäft. Keiner weiß wie das Wetter wird, drinnen bedienen ist nicht erlaubt, also was soll das. Zudem ist es nicht möglich, Coronabedingt die Toilette zu benutzen. Sollen die Gäste in den Wald pinkeln? Das ist auch nicht die Art und Weise. Ausserdem ist die Öffnung nur eine Frage der Zeit, Corona sei Dank. Trotzdem viel Glück und bleibt Gesund.

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