Nach langem Streit Neues Dach für die Eisarena in Schierke

Das Dach der Feuersteinarena in Schierke, das ist ein echter Hingucker. Doch es war von Anfang an auch ein Sorgenkind, und hat für manchen Ärger gesorgt. Schon bald nach der Einweihung Ende 2017 entstanden Beulen und Verfärbungen in der Dachhaut. Die werden jetzt beseitigt – mit einer Radikalkur. Die Dachmembran wird komplett ausgetauscht.

Die Eisfläche ist abgetaut. Die Tore sind verschlossen. Stattdessen stehen Gerüste in der Schierker Feuerstein-Arena und jede Menge Lkw davor. Ein riesiger Kranausleger überragt alles in dem kleinen Ortsteil von Wernigerode und zeigt schon von weitem an: Es wird gebaut, und zwar etwas Besonderes.

Der riesige Kran hievt die zu einem Paket zusammengefaltete drei Tonnen schwere Dachmembran auf das geschwungene Dach der Arena. Montagearbeiter auf dem alten Dach entfalten die Membran wie ein riesiges Tischtuch und spannen es. In den nächsten Wochen ist dann immer wieder Nachspannen angesagt. Am Ende soll dann die alte Dachhaut unter der neuen entfernt werden.

Makel schon kurz nach der Einweihung

Damit wird ein Makel behoben, der sich schon kurz nach der Einweihung des Bauwerks zeigte. Die Konstruktion aus geschwungenen Stahlträgern und einer darüber gespannten Kunststoffhaut, die aussieht wie ein riesiger Kartoffelchip, wurde zwar mit Designpreisen ausgezeichnet, bereitete aber auch von Anfang an Probleme. Schon bald nach der Einweihung Ende 2017 zeigten sich Fabrikationsfehler an der Kunststoffmembran. In der Dachhaut bildeten sich Beulen, in denen sich Schmutzwasser sammelte, was wiederum zu braunen Verfärbungen führte. Mit darunter gespannten Gurten wurde versucht, diese Beulen auszugleichen.

Damit ist nun Schluss. Die Dachmembran wird komplett ausgetauscht, und zwar kostenlos als Garantiefall. Der Stadt entstehen dabei keine Kosten. Der Weg dahin war zäh und geprägt von langen Verhandlungen.

Öffentliches Interesse steigt

Trotz allem lief der Betrieb in der Arena bislang recht gut für die städtischen Betreiber. In der vergangenen Wintersaison zählten sie fast 27.400 zahlende Besucher. Das waren in etwa so viele wie in der Saison davor. Renner waren Eisdiskos, Eislaufkurse und vor allem die Schierker Wintersportwochen.

Das Interesse von Schulklassen ist gestiegen und auch das von Firmen, die Events wie Eisstockschießen buchen. Im gesamten Jahr 2019 habe man 37.000 Tickets verkauft, so Andreas Mehling, Geschäftsführer der städtischen Betreiberfirma. Das seien durchschnittlich 297 Besucher pro Öffnungstag, 23 mehr als im Jahr zuvor.

Ungewisse Zukunft startet im Sommer

Die künftigen Besucherzahlen lassen sich indes nur schwer vorhersehen. Wie in allen derartigen Einrichtungen wurden auch in der Feuerstein-Arena die Pläne vom Corona-Virus durchkreuzt. Die großen Events können wahrscheinlich nicht stattfinden. Starten soll die Sommersaison trotzdem, und zwar am 16. Juli, dem Beginn der Sommerferien.

Bis dahin spätestens müssen die Monteure das Dach fertig montiert haben. Für Besucher losgehen soll es dann mit Kletterwänden, Trampolinwelt, Spielflächen, Rollschuhlaufen - und der neuen Dachmembran.

Quelle: MDR/jh,olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 16. Mai 2020 | 12:00 Uhr

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