Infrastruktur Harzer Kommunen starten Carsharing mit E-Autos

Johanna Daher
Bildrechte: MDR/Marieke Polnik

Wandern und die Rücktour dann mit dem geliehenen E-Auto, das an der Touristinfo bereitsteht – das ist die Idee der Ein-Harz-Initiative, in der sich Harzer Kommunen und Landkreise zusammenfunden haben. In fünf Städten stehen nun 17 Fahrzeuge zum Ausleihen bereit, die auf der Website und per App ausgeliehen werden können.

Ab dem 1. Juli startet das E-Car-Sharing-Projekt der Ein-Harz-Initiative. Das ist eines der E-Autos.
Am 1. Juli ist das E-Car-Sharing-Projekt im Harz gestartet. Dieses und weitere E-Autos können dort ab sofort ausgeliehen werden. Bildrechte: design office

  • Die Ein-Harz-Initiative hat am 1. Juli im Harz ein E-Carsharing-Projekt gestartet. Aktuell stehen elf Fahrzeuge zur Verfügung, die ausgeliehen werden können – zukünftig sollen es noch mehr werden.
  • Funktion: Mit Hilfe einer Homepage und einer App können Interessierte die E-Autos ausleihen.
  • Ziel: Die Initiative erhofft sich mit Blick auf den Umweltschutz, dass durch das Projekt mehr Menschen ein Carsharing-Auto nutzen, anstatt ein eigenes Zweit- oder Drittauto zu haben.

Die Idee für das E-Carsharing-Projekt gab es bereits vor fast drei Jahren, erzählt Oliver Junk, Vorsitzender der Ein-Harz-Initiative – jetzt wird es im Harz umgesetzt. "Wir wurden damals von Professor Martin Weigel von der GLC angesprochen und gefragt, ob wir uns vorstellen könnten, Carsharing im Harz zu initiieren", erinnert sich Junk.

Der Vorschlag des Unternehmensberater gefiel der Ein-Harz-Initiative. Was für sie aber klar war: "Wenn dann kommt nur E-Carsharing für uns in Frage", so Junk. Wieso, erklärt er auf Nachfrage von MDR SACHSEN-ANHALT:

Das liegt auf der Hand: der Harz, die Natur, Nachhaltigkeit. Wir wollen hier Umweltbewusst sein und deshalb ist das ein wichtiges Thema. Außerdem ist E-Mobilität innovativ.

Oliver Junk, Vorsitzender der Ein-Harz-Initiative

Das E-Carsharing beginnt

Oliver Junk
Oliver Junk, Vorsitzender der Ein-Harz-Initiative, hofft, dass das E-Car-Sharing-Projekt im Harz gut angenommen wird. Bildrechte: dpa

Es folgte eine Potential-Analyse, viele Gespräche mit den insgesamt acht Kooperationspartnern und jetzt am 1. Juli der Startschuss für das Projekt. Aktuell stehen elf Fahrzeuge zur Verfügung, die ausgeliehen werden können – zukünftig sollen es noch mehr werden. Gestartet wird mit fünf Standorten, es kommen in den nächsten Monaten noch weitere dazu. So ist das E-Carsharing im niedersächsischen Goslar schon möglich, Wernigerode startet in zwei Monaten.

Peter Gaffert (parteilos), Oberbürgermeister von Wernigerode, kommentiert das Gemeinschaftsprojekt der Ein-Harz-Initiative: "Das ist jetzt das erste, ganz konkrete, was wir umsetzen, wo wir alle beieinander sind. Und insofern finde ich das ganz spannend, das uns das gelungen ist und damit zu signalisieren, dass der Harz eine Region ist und wir miteinander verbunden sind." Im Herbst kommt dann auch Halberstadt hinzu.

Alle aktuell geplanten Standorte

Hier soll das E-Carsharing möglich werden – die Ein-Harz-Initiative aktualisiert seine Homepage regelmäßig, wenn ein neuer Standort dazu kommt:

  • Bad Lauterberg
  • Bad Sachsa
  • Bovenden (ab 1. Juli schon dabei)
  • Clausthal-Zellerfeld
  • Duderstadt (ab 1. Juli schon dabei)
  • Einbeck (ab 1. Juli schon dabei)
  • Hahnenklee (ab 1. Juli schon dabei)
  • Halberstadt
  • Goslar (ab 1. Juli schon dabei)
  • Northeim (ab 1. Juli schon dabei)
  • Osterode
  • Sankt Andreasberg (ab 1. Juli schon dabei)
  • Seesen
  • Wernigerode

Falls Sie auf der Suche für schöne Ausflugsziele im Harz sind, die Sie mit dem E-Auto besuchen könnten:

So funktioniert das E-Carsharing

Wie der Initiativen-Vorsitzende Oliver Junk weiter erklärt, ist das E-Carsharing sowohl über die entsprechende Homepage, als auch via App (iOS und Android) nutzbar. "Man registriert sich, muss seinen Führerschein validieren und kann sich dann einen Standort aussuchen. Wenn das Fahrzeug da noch frei ist, kann man es einfach buchen."

Eine genaue Anleitung mit den wichtigsten Fragen und Antworten gibt es auf der E-Carsharing-Homepage der Initiative. Dort wird auch aufgeschlüsselt, welche Gebühren anfallen – sie variieren zum Beispiel, je nachdem wie viel man fährt und welches Modell man wählt. Für ein kleines Fahrzeug werden laut Homepage 0,37 Cent pro Kilometer fällig.

Die E-Autos und Ladesäulen werden von den Kooperationspartnern, die laut Junk vor allem im E-Auto-Bereich tätig sind, gewartet und in Stand gehalten. Seine Ein-Harz-Initiative und Regio-Mobil würden sich darum kümmern, dass der tägliche 24-Stunden-Support und das Buchen der Autos funktioniere.

Zukünftige Planung: Mehr E-Autos und Partner

Was sich die Ein-Harz-Initiative für die Region von diesem gemeinsamen E-Carsharing-Projekt erhofft?

Im besten Fall entdecken die Menschen, dass sie möglichst nicht mehr auf ihr Zweit- oder Drittauto angewiesen sind, sondern auch E-Carsharing nutzen können.

Oliver Junk, Vorsitzender der Ein-Harz-Initiative

Außerdem soll zukünftig an die jeweiligen Standorte ein zweites E-Auto gestellt werden. "Und wir wollen weitere Partner dazu gewinnen, damit das Netz dichter wird", kommentiert Junk optimistisch.

MDR (Johanna Daher/Carsten Reuß)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 01. Juli 2022 | 15:00 Uhr

3 Kommentare

Hobby-Viruloge007 vor 5 Wochen

Carsharing im ländlichen Raum ist nicht einfach. Die Fahrzeugdichte ist geringer und damit sind die Wartungskosten pro Fahrzeug höher als in den Ballungszentren. Es ist halt ein Unterschied, ob ich 50 oder fünf Autos betreuen kann.

MDR-Team vor 5 Wochen

Ja, seine Amtszeit läuft noch bis August.

wer auch immer vor 5 Wochen

Ist Herr Gaffert noch OB?

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