DNA-Spuren Wegeleben: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage in mehr als zehn Jahre altem Mordfall

Die Ermittler waren durch DNA-Spuren auf den Täter aufmerksam geworden. Nun, mehr als zehn Jahre nach dem Mord in Wegeleben an einer 77 Jahre alten Frau, wird Anklage gegen den mutmaßlichen Täter erhoben. Der Vorwurf: Mord, um eine andere Straftat zu verdecken.

Ein altes Haus mit zwei Bäumen davor.
2012 wurde eine 77 Jahre alte Frau tot in ihrer Wohnung gefunden. Sie starb an Gewalteinwirkung, hieß es damals nach der Obduktion. (Archivfoto) Bildrechte: MDR/Nadine Hampel

Die Staatsanwaltschaft Halberstadt hat mehr als zehn Jahre nach einem Mord in Wegeleben im Vorharz Anklage gegen den mutmaßlichen Täter erhoben. Das sagte ein Sprecher des Landgerichts Magdeburg MDR SACHSEN-ANHALT. Zunächst hatte die Volksstimme berichtet. Dem Sprecher zufolge prüft das Landgericht Magdeburg aktuell die Zulassung der Anklage. Der Vorwurf laute Mord in Verdeckungsabsicht – demnach müsste der Verdächtige die Rentnerin getötet haben, um eine andere Straftat zu vertuschen.

Tatverdächtiger festgenommen

Der heute 34-Jährige war im August bei Celle in Niedersachsen festgenommen worden. Dort hatte er laut Staatsanwaltschaft Halberstadt zuletzt auch gewohnt. Die Ermittler waren durch DNA-Spuren auf ihn aufmerksam geworden. Mitte vergangenen Jahres konnten Männer zwischen 25 und 95 Jahren, die zur Tatzeit in Wegeleben waren, freiwillig Speichelproben abgeben. Insgesamt 1.000 Menschen wurden dazu eingeladen.

Frau starb 2012 an Gewalteinwirkung

Eine Nachbarin hatte die Frau 2012 tot in deren Wohnung gefunden. Der alarmierte Notarzt konnte aber nur noch den Tod der Rentnerin feststellen. Der mutmaßliche Täter soll die 77 Jahre alte Frau in ihrer Wohnung überfallen und durch stumpfe Gewalteinwirkung getötet haben. Über das mögliche Motiv ist bisher nichts bekannt.

MDR (Max Hensch, Nadine Hampel, Maximilian Fürstenberg)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 03. Januar 2023 | 05:00 Uhr

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