Zahlungen werden ab 2022 eingestellt Landkreis Harz streicht finanzielle Beteiligung für Feininger-Galerie in Quedlinburg

Die Finanzierung der Feininger-Galerie in Quedlinburg steht auf immer wackligeren Füßen. Der Landkreis Harz stellt ab dem Jahr 2022 endgültig die Förderung von bisher jährlich 200.000 Euro ein. Landrat Balcerowski erhielt zugleich ein Mandat für Verhandlungen mit der Stadt Quedlinburg und dem Land Sachsen-Anhalt über eine neue Finanzierung.

Blick auf die Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg.
Der Landkreis Harz stellt seine Zahlungen für die Feininger-Galerie in Quedlinburg ein. Bildrechte: dpa

Der Landkreis Harz beteiligt sich ab 2022 zunächst nicht mehr an der Finanzierung der Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg. Landrat Thomas Balcerowski (CDU) habe die Kündigung der Vereinbarung mit der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt über die Mitfinanzierung unterzeichnet, teilte der Landkreis mit. Die Förderung von bisher jährlich 200.000 Euro werde ab dem Jahr 2022 eingestellt. Zuvor hatte der Kreistag den Landrat zur Kündigung ermächtigt.

Stadt Quedlinburg und Land Sachsen-Anhalt sollen mehr zahlen

Der Landrat erhielt zugleich ein Mandat für Verhandlungen über eine neue Finanzierung der Feininger-Galerie mit der Stadt Quedlinburg und dem Land Sachsen-Anhalt. Damit solle eine höhere Beteiligung der Partner erreicht werden. Laut Landkreis blieben die Verhandlungen bislang aber ergebnislos. Man sei jedoch weiter verhandlungsbereit, hieß es am Freitag.

Informationen zu Feininger-Galerie

Die 1986 gegründete Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg ist ein Kunstmuseum und Ausstellungshaus. Sie ist dem deutsch-amerikanischen Maler und Grafiker Lyonel Feininger (1871-1956) gewidmet und verfügt über einen der weltweit umfangreichsten Druckgrafik-Bestände des Künstlers. Er gehört zu den wichtigsten Vertretern der Klassischen Moderne.

Der Museumsverband Sachsen-Anhalt sorgt sich unterdessen um die Zukunft einiger Ausstellungshäuser. Geschäftsführer Danny Könnicke sagte MDR SACHSEN-ANHALT, viele Museen müssten sicherlich bangen. Die Auswirkungen von Corona auf die Finanzen der Kommunen seien noch nicht absehbar und Museen eine freiwillige Leistung: "Das heißt, da kann man im Grunde genommen immer gut sparen, wenn man denn unbedingt möchte."

Lyonel Feininger: Vollersroda I (Öl, 1913) 5 min
Bildrechte: VG Bild-Kunst, Bonn 2021/Punctum/Bertram Kober

"Becoming Feininger": Lyonel Feininger zum 150. Geburtstag. Von der Stadt am Ende der Welt und dem Sehnsuchtsort Ostsee – Sandra Meyer über eine Ausstellung zu Leben und Werk.

MDR KULTUR - Das Radio Sa 03.04.2021 06:00Uhr 04:30 min

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MDR/Gero Hirschelmann, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 02. Juli 2021 | 21:00 Uhr

2 Kommentare

DermbacherIn vor 12 Wochen

Und wieder stirbt ein Stück Kultur, indem doch etwas drögen ostdeutschen Teiles des Harzes

H.E. vor 12 Wochen

Viele Kunstinteressierte besuchen auch häufig eine Stadt wegen einem interessanten Museum. Feininger ist nicht irgend jemand Unbedeutendes.

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