DLRG kündigt Verträge Schwimmbädern drohen steigende Kosten

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat 20 Schwimmbädern in Sachsen-Anhalt die Verträge gekündigt. Grund dafür seien unkalkulierbare Kosten. Die Schwimmbäder befürchten, dass die Leistungen nun deutlich teurer werden. Schon jetzt arbeiteten viele Bäder an der Belastungsgrenze.

Achim Memecke aus Blankenburg im Freibad.
Das Freibad in Blankenburg im Harz im Mai 2020. Bildrechte: dpa

Zahlreiche Schwimmbäder im Harz befürchten, dass die Betriebskosten im nächsten Jahr weiter steigen werden. Grund dafür ist, dass die DLRG-Ortsgruppe Wernigerode mehr als 20 Freibädern die Verträge gekündigt hat. Hintergrund sind der Ortsgruppe zufolge die momentan schwer zu kalkulierenden Kosten für Chemikalien, Energie und Dienstleistungen wie Rettungsschwimmer. Man wolle den Bädern bis kommenden Februar neue Verträge vorlegen.

Folgen für Badebetrieb möglich

Im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT äußerten sich viele Kommunen und Fördervereine besorgt über die Vertragsauflösungen. Sie haben Angst, dass die neuen Verträge teurer werden. Gommerns Bürgermeister Jens Hünerbein sagte, man liege mit den bisher gezahlten Preisen bereits an der Schmerzgrenze. Stiegen die Preise weiter, sei der Badebetrieb in der nächsten Saison in Gefahr.

DLRG Landesverband verteidigt Vorgehen der Ortsgruppe

Der DLRG-Landesverband teilte mit: Die hohen und kaum zu kalkulierenden Preise schlügen sich überall nieder. Dies sei auch bei anderen Dienstleistern als der DLRG der Fall. Der DLRG-Präsident und SPD-Landtagsabgeordnete Holger Hövelmann verwies zudem auf das Bädersanierungsprogramm. Es stehe im Koalitionsvertrag, sei aber noch nicht auf den Weg gebracht worden. Der Bedarf liege im dreistelligen Millionenbereich.

MDR (Swen Wudtke, Leonard Schubert)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 07. Dezember 2022 | 08:30 Uhr

1 Kommentar

pwsksk vor 8 Wochen

Die erste größere Baustelle in Loburg nach der Wende war der Abriß der Badeanstalt. Die hatten unsere Eltern in freiwilliger Arbeit in ihrer Freizeit gebaut. Wir fühlten uns dort pudelwohl und es war im Sommer immer Betrieb. Unsere Kindheit war wirklich einmalig.
Tja, wir waren dann in der Demokratie angekommen.

Mehr aus dem Harz

Menschen sitzen an Tischen und hören einer Person an einem Redepult zu. 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mehr aus Sachsen-Anhalt

Eine Collage aus einem Symbolbild mit Geldstücken und Geldscheinen und einen Foto von einem langen Stau. 2 min
Bildrechte: MDR/dpa/MDR um zwei
2 min 02.02.2023 | 18:00 Uhr

Landesrechnungshof, 460 Stunden Stau, Bettensteuer: die drei wichtigsten Themen vom 2. Februar aus Sachsen-Anhalt kurz und knapp in nur 90 Sekunden. Präsentiert von MDR-Redakteur Julian Mengler.

MDR S-ANHALT Do 02.02.2023 18:00Uhr 01:30 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/video-nachrichten-aktuell-zweiter-februar-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video