Möglicher Neustart Seilbahn-Projekt in Schierke könnte doch noch eine Zukunft haben

Das Schierker Seilbahn-Projekt wird in Sachsen-Anhalts Politik immer wieder diskutiert. Nach jahrelangem Streit hat zuletzt ein möglicher Investor die Reißleine gezogen und das Projekt abgesagt. Doch nun könnte die Seilbahn-Idee wieder Fahrt aufnehmen.

Wegweiser zu einer Seilbahn
Hat das Seilbahn-Projekt in Schierke nun doch noch eine Chance? (Symboldbild) Bildrechte: IMAGO

Das geplatzte Seilbahn-Projekt am Winterberg bei Schierke im Harz könnte wieder Fahrt aufnehmen. Harz-Landrat Thomas Balcerowski (CDU) erklärte MDR SACHSEN-ANHALT, im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung stehe, dass ein Seilbahnprojekt umgesetzt werden solle: "Das ist eine neue Qualität."

Die neue Regierung habe einen Handlungsauftrag. Der Harz kriege nun keinen Gegenwind mehr aus Magdeburg, sondern Rückenwind. Balcerowski sprach sich für eine Anbindung an Braunlage und den Wurmberg in Niedersachsen aus. Gäste würden die Grenze nicht sehen. Bei einer anderen Linienführung könne auch eine Seilbahn gebaut werden.

"Seilbahn" steht ein Mal im Koalitionsvertrag

Im aktuellen Koalitionsvertrag von CDU, SPD und FDP steht wörtlich: "Wir unterstützen private Investitionen und ermutigen Investoren zur Fortsetzung oder Wiederaufnahme touristischer Projekte." In der anschließenden Beispielliste ist auch von Seilbahnprojekten die Rede. Weitere Hinweise auf eine Fortführung des Seilbahnprojekts liefert der Koalitionsvertrag allerdings nicht.

Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Ude erklärte MDR SACHSEN-ANHALT dazu: "Wir versuchen das in dieser Legislaturperiode umzusetzen bzw. Ansätze zu schaffen, dass es auch weitergehen kann." Bei der Beantragung seien auch Fehler gemacht worden, die müsse man korrigieren. Dann müsse es vernünftig im Einklang mit der Umwelt und der Natur funktionieren.

Überraschung bei Schierkes Bürgermeisterin

Die Ortsbürgermeisterin von Schierke steht vor der Tür des historischen Rathauses.
Schierkes Ortsbürgermeisterin Christiane Hopstock fordert mehr touristische Angebote für die Region. Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Schierkes Ortsbürgermeisterin Christiane Hopstock (CDU) zeigte sich von der Entwicklung in einer ersten Reaktion überrascht. Sie sagte MDR SACHSEN-ANHALT aber auch, es könnten in ihrem Ort nicht nur Hotels und Ferienhäuser gebaut werden. Es brauche auch touristische Angebote.

Die geplante Seilbahn am Schierker Winterberg galt viele Jahre lang als wichtiger Baustein für das Tourismuskonzept der Region um Schierke. Um das Projekt war jahrelang zwischen Investor und Naturschützern gerungen worden. Mehrere Gutachten hatten ergeben, dass die Bahn über schützenswerten Moorwald führt. Daraufhin wurden die Trassenpläne überarbeitet, das Raumordnungsverfahren Ende 2018 wieder aufgenommen.

Investor ist zurück in Schierke

Anfang des Jahres hatte sich ein privater Investor von dem Vorhaben zurückgezogen. Eben dieser Investor hat nun aber auch mit dem Bau eines Familienhotels in Schierke begonnen.

Für mehr als 20 Millionen Euro sollte bislang eine Gondelbahn gebaut werden, mit der der Winterberg und das Grüne Band von Schierke aus hätten erreicht werden können. Auch innerhalb der Landesregierung hatte es deswegen handfesten Streit gegeben.

MDR/Swen Wudtke, Thomas Tasler

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 12. Oktober 2021 | 16:30 Uhr

6 Kommentare

HauRuck vor 1 Wochen

Unfassbar, in Schierke sind doch nun schon genug Steuergelder versenkt worden, ein Parkhaus, das niemand nutzen will, dafür wird der Ort zugeparkt, eine Umgehungsstraße, die niemand braucht, weil diese nur noch mehr Verkehr anlockt, eine Arena, deren Zuschuß mittlerweile über eine halbe Millionen jedes Jahr verschlingt und nun möchten wir noch eine Seilbahn durch die Steppe, wo es vielleicht alle 10 Jahre einen richtigen Winter gibt, am Beispiel Schierke erkennt man die Unfähigkeit der Menschen im Umgang mit Geld und Natur, der Fichtenacker von Menschen angelegt, den musste man unbedingt abholzen und dann zum Schleuderpreis verkaufen, die angepflanzten neuen Bäume sind alle eingegangen, Gras breitet sich aus, der Harz wird zu großen Teilen eine Steppe werden, das ist die Realität und übrigens, man kann mit dem Bus von Schierke nach Braunlage fahren, ohne kontrolliert zu werden, also von Sachsen-Anstalt nach Niedersachsen, hat in MD scheinbar noch niemand mitbekommen...

Storch Heiner vor 1 Wochen

alternative Ersatzarbeitsplätze im Harz? Wittenberger Stickstoffwerk Piesteritz drosselt Produktion, weil sanktioniertes Russland Gaspreise dem Weltmarktniveau anpasst und uns keine Sonderrabatte gewährt. Der von Käfern und Stürmen arg ausgedünnte, ehemalig dichtbewaldete Harz soll durch naturschädigende künstliche Schneisen übersichtlicher umgestaltet werden. FDP-Projekt?

Burgfalke vor 1 Wochen

Zur Finanzierung könnte doch der MP, Kraft seines Amtes, Gelder aus den Mitteln der Umstrukturierung (Braunkohle) hierfür "umwidmen". Hat er doch bereits getan, um eine Umgehungsstraße im aller "Kraft" und Macht zur Freude seine Parteifreunde beginnen zu können.
Die betroffenen Bürger aus den derzeitigen noch existierenden Kohlegebieten brauchen nach dem Wegfall ihrer Arbeitsplätze Erholung und Ablenkung. Das möglichst im eigenen Bundesland, so auch im Harz bzw. warum nicht gerade dort!
Am Ende ist es doch für einen guten Zweck und dient natürlich auch der Allgemeinheit. Also, der MP wird gewiß eine Lösung finden: Geld wird im Land verwendet und im Süden wurde bereits gezeigt, wie Gelder an anderer Stelle "sinnvoller" verwendet werden können. (ist natürlich Ironie)

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