Harz Umweltminister Willingmann will Schierker Seilbahn-Projekt wieder aufnehmen

Um eine mögliche Seilbahn in Schierke im Harz wird schon lange gerungen. Eigentlich schien das Projekt geplatzt. Umweltminister Willingmann will mit dem Landrat im Harz einen neuen Anlauf wagen. Kritik kommt von den Grünen.

Blick über den Tourismus-Ort Schierke im Landkreis Harz
In Schierke im Harz wird schon lange über eine mögliche Seilbahn gestritten. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Michael Rosebrock

Das Seilbahn-Projekt am Harzer Winterberg bei Schierke bekommt Rückenwind aus der Landesregierung. Wie Umweltminister Armin Willingmann (SPD) MDR-SACHSEN-ANHALT sagte, sollen Investoren motiviert werden mitzumachen. Die bislang fehlende Genehmigung könnten neue Details und eine Überarbeitung des Trassenverlaufs möglich machen. In den kommenden Tagen sollen darüber Gespräche mit dem Harzer Landrat Thomas Balcerowski (CDU) geführt werden.

Ursprünglicher Investor will beraten, Kritik von Grünen

Auch der private Investor, der sich zum Jahresbeginn öffentlich von dem Vorhaben zurückgezogen hatte, kündigte an, für neue Versuche beratend zur Seite stehen zu wollen. Er baut derzeit bereits ein Familienhotel in Schierke.

Kritik kommt unterdessen von den Grünen im Landtag. Fraktionschefin Cornelia Lüddemann sagte MDR-SACHSEN-ANHALT, es sei sträflich, den Leuten Sand in die Augen zu streuen. Für das Seilbahn-Projekt gebe es keinen Alternativstandort.

Seilbahnen stehen im Koalitionsvertrag

Eigentlich galt das Seilbahn-Projekt mit dem Rückzug des Investors als geplatzt. Für mehr als 20 Millionen Euro sollte eine Gondelbahn gebaut werden, mit der der Winterberg und das Grüne Band von Schierke aus hätten erreicht werden können. Innerhalb der damaligen Landesregierung hatte es deswegen Streit gegeben, inwiefern der Bau den Naturschutz im Harz gefährden würde.

Thomas Balcerowski in einer Nahaufnahme auf einer Höhe stehend mit einem Tal hinter sich.
Landrat Thomas Balcerowski wies auf den Koalitionsvertrag hin. Bildrechte: MDR / Simon Köppl

Neu aufs Tableau kam das Thema, weil sich CDU, SPD und FDP in ihrem Koalitionsvertrag dazu bekannt haben, private Investoren "zur Fortsetzung oder Wiederaufnahme touristischer Projekte" ermutigen bzw. diese dabei unterstützen zu wollen. In der anschließenden Beispielliste ist auch von Seilbahn-Projekten die Rede. Weitere Hinweise auf eine Fortführung des Seilbahn-Projekts in Schierke liefert der Koalitionsvertrag allerdings nicht.

Landrat Balcerowski, der zum Verhandlerteam der CDU gehörte, hatte sich aber Anfang dieser Woche auf diesen Passus berufen und die Diskussion um Schierke neu angestoßen.

MDR/Ronald Neuschulz, Dagmar Borchert, Fabian Frenzel

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 16. Oktober 2021 | 10:00 Uhr

10 Kommentare

Karl-W vor 5 Wochen

Moewe1, jeden Tag wird eine Fläche von 15 Fußballfeldern zubetoniert. Nun rechne mal aus wann unser Land nur noch eine Betonfläche ist. Wenn der Wald nicht so schnell kommt, ist eine bunte Wiese doch schöner als Beton.

HauRuck vor 5 Wochen

Diese Landesregierung lässt sich an Einfallslosigkeit nicht überbieten, immer wieder wird die Suppe neu aufgewärmt, unser höchstes Dorf in der Anstalt braucht unbedingt eine Seilbahn, das Gebiet sieht mittlerweile aus wie eine Panzerübungsstrecke, die Bilder und Werbung suggerieren hier eine wildromantisch verklärte Bergwelt und auch das Bild hier in diesem Thema entspricht nicht der Realität, unter Verwaltung der bisherigen Landesregierung wurde der Fichtenacker gefällt, um unter Einsatz Millionen Liter Diesel das Holz sonstwo hinzuverschleudern, der Waldboden massiv kaputt gefahren, das ist die ideale Grundlage, um hier Touristen anzuziehen, da orgelt dann die vorsinnflutliche Eismaschine mit einem giagantischen Engergieverbrauch in der Arena, weil die Winter ja ao streng sind, dazu noch ein bisschen DDR Romantik, wie schön doch hier Wintersport betrieben wurde, das Gesamtpaket ist eine Entwicklung, die sich absolut nicht an der Realität orientiert...

Moewe1 vor 5 Wochen

Die Kritik der Grünen ist weltfremd. Was ist den im Umkreis von 5km von Schierke noch schützenswert? Schierke war mal ein Ort mitten im Wald. Jetzt ist es ein Ort umgeben von Rodungsflächen und toten Wäldern. Daran wird sich auch in den nächsten zehn bis 15 Jahren nichts ändern. Da ist jedes Tourismus förderndes Projekt willkommen, zumal es nicht nur dem Wintersport dient. Übrigens hat der Mensch schon immer sein Umfeld gestaltet. Wenn an den Ausgleich für Natur und Umwelt gedacht wird, ist doch alles gut.

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