Feuerwehr Waldbrand bei Thale im Harz gelöscht

Wieder war die Feuerwehr im Harz gefragt: Bei Thale war am Montag in einem Waldstück ein Feuer ausgebrochen. Es ist inzwischen gelöscht. Die Arbeiten gestalteten sich schwierig, Einsatzkräfte konnten nur zu Fuß an den Brandort. Im Harz gilt die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe.

Feuerwehrmänner löschen in einem Wald des Naturschutzgebietes Gohrischheide einen Waldbrand
Schon im Mai 2022 stand Wald im Harz bei Stiege in Flammen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Der Waldbrand in Thale im Landkreis Harz ist gelöscht. Wie die Leitstelle der Feuerwehr MDR SACHSEN-ANHALT am Dienstagmorgen mitteilte, sind keine Einsatzkräfte mehr vor Ort.

Die Flammen an der Georgshöhe bei Thale hatten sich zuvor am Montag auf einer Fläche von 1.500 Quadratmetern ausgebreitet. Nach Angaben der Kreisverwaltung war das Feuer gegen 13:30 Uhr auf rund 500 Quadratmetern Wald ausgebrochen und hatte sich anschließend von unten her in Richtung eines Friedwaldes vergrößert.

Gegen das Feuer kämpften 50 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Gernrode, Friedrichsbrunn, Neinstedt, Stecklenberg, Thale und Weddersleben. Die Arbeiten gestalteten sich aber wegen der Hanglage schwierig, hieß es von der Kreisverwaltung. Die Kameraden seien nur zu Fuß an den Brandort gekommen, der Wind habe das Feuer immer wieder angefacht.

Landkreis will Löschflugzeug anschaffen

In der Harz-Region war es in diesem Jahr schon mehrfach zu Waldbränden gekommen. Der bislang wohl größte brach Mitte Mai bei Stiege im Oberharz aus. Damals war das Feuer auf einer Fläche von etwa 2.500 Quadratmeter ausgebrochen und hatte sich laut Feuerwehr auf rund 2,5 Hektar ausgebreitet. Das entspricht 25.000 Quadratmetern. Die Harzer Schmalspurbahnen hatten den Betrieb zeitweise eingestellt.

Begünstigt werden die Brände durch die Trockenheit und Hitzeperioden. Seit Montag gilt im Landkreis Harz bereits die Waldbrandgefahrenstufe 4 – das ist die zweithöchste. Und Entspannung ist nicht in Sicht. Mit Hoch "Jürgen" steht in dieser Woche eine erneute Hitzewelle ins Haus. Örtlich soll das Thermometer auf 40 Grad klettern.

Aufgrund der klimatischen Bedingungen und der Erfahrungen in diesem Jahr denkt der Landkreis Harz bereits darüber nach, ein Löschflugzeug anzuschaffen. Der Flieger soll möglichst schon in der nächsten Waldbrandsaison eingesetzt werden. Denn in dem unwegsamen Gelände des Mittelgebirges haben es herkömmliche Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr oft schwer.

2022 bereits doppelt so viele Waldbrände

In den ersten sechs Monaten hat es in Sachsen-Anhalt mehr als doppelt so viele Waldbrände gegeben wie im gesamten Jahr 2021. Von Januar bis Ende Juni 2022 brannten nach Angaben des Landeszentrums Wald Sachsen-Anhalt bei 80 Bränden insgesamt knapp 18 Hektar.

Im Vorjahreszeitraum waren es 24 Brände auf gut 12 Hektar, im gesamten Vorjahr hat es 39 Mal auf 23 Hektar gebrannt. Die "Volksstimme" hatte zuvor darüber berichtet.

Dass es in diesem Jahr bisher zu mehr Bränden gekommen ist, liegt vor allem an der Trockenheit. Es sei deutlich trockener als im Vorjahr, sagte Sylke Mattersberger vom Landeszentrum Wald am Montag der "Deutschen Presse-Agentur". Die Zahl der Waldbrände sei entsprechend im gesamten Jahr 2021 im Vergleich eher gering gewesen.

Die meisten Waldbrände brachen mit 171 Feuern im Dürrejahr 2018 aus. Mattersberger warnt vor weiteren Waldbränden in diesem Jahr. Die Lage werde sich weiter verschärfen, sagte die Sachgebietsleiterin für den Waldschutz. In den meisten Regionen gilt mittlerweile die Waldbrandgefahrenstufe 4 (hohe Gefahr), in vielen gilt ab Dienstag sogar die Stufe 5 (sehr hohe Gefahr). Je nach Gefahrenstufe wird die Überwachung intensiviert und es werden Schutzmaßnahmen eingeleitet.

Mehr zum Thema: Waldbrände und Waldbrandgefahr

MDR (Swen Wudtke, Daniel Salpius)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 18. Juli 2022 | 19:00 Uhr

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