Einkaufen auf dem Land Wasserleben wehrt sich gegen Supermarkt-Schließung
Hauptinhalt
09. Juni 2025, 10:06 Uhr
In der Gemeinde Nordharz sorgt die geplante Schließung des NP-Markts in Wasserleben für Unruhe. Eine Bürgerinitiative mobilisiert Protest, über 100 Menschen versammelten sich vor dem Laden. Besonders für ältere Menschen ohne Auto steht viel auf dem Spiel: Die nächste Einkaufsmöglichkeit ist acht Kilometer entfernt. Während EDEKA die Schließung verteidigt, prüft die Gemeinde neue Versorgungskonzepte wie einen Tante-Enso-Laden.
In der Gemeinde Nordharz wehren sich Wasserleben und umliegende Orte gegen eine geplante Supermarkt-Schließung. Wie die Gründerin der Bürgerinitiative, Nancy Harz, MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, sind rund 3.500 Unterschriften gesammelt worden. Man hoffe so, den Niedrig-Preis-Markt im Ort noch erhalten zu können.
"Wir wünschen uns einfach, dass es eine Übergangszeit von einem Jahr gibt, sodass wir die Chance bekommen, uns während dieser Zeit eine neue Möglichkeit überlegen zu können, was die Versorgung rettet", so Harz. Eine Unternehmenssprecherin von Edeka teilte auf Anfrage mit, dass der NP-Supermarkt in Wasserleben aus wirtschaftlichen Gründen Ende Juni geschlossen werde. Demnach laufen aktuell noch Gespräche mit den sieben Mitarbeitern. Wo sie künftig tätig sind, ist noch unklar.
Demo gegen Schließung von Supermarkt in Wasserleben
Vergangenen Donnerstag hatten sich mehr als 100 Menschen vor dem Markt in Wasserleben getroffen und gegen die Schließung protestiert. So sagte etwa ein Mann, gerade die älteren Leute im Ort, die nicht mehr so mobil seien, fürchteten um ihre Versorgung.
Weil der nächstgelegene Supermarkt, beispielsweise in Osterwieck, etwa acht Kilometer entfernt ist, macht sich die Gemeinde Nordharz nach eigenen Angaben bereits Gedanken. Bürgermeister Gerald Fröhlich (parteilos) sagte, man arbeite an einer Lösung und es gebe bereits Ideen. Verschiedene Konzepte, wie ein Tante-Enso Laden, würden für Wasserleben geprüft.
MDR (Michel Holzberger, Hannes Leonard)
Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Mein Radio. Mein Zuhause. | 06. Juni 2025 | 17:00 Uhr
astrodon vor 2 Stunden
@trabcedes: Andererseits weiß jeder, was eine Arbeitsstunde kostet - und was da im Monat zusammenkommt, kann man leicht ausrechnen. Wenn der Umsatz in so einem 1300-Seelen-Dorf nicht ausreicht - wer würden den denn noch betreiben wollen?
Im übrigen scheint es im Nachbardorf, nur 3km weiter, einen "Landmarkt" zu geben.
trabcedes vor 4 Stunden
Es geht Edeka doch nicht um die Menschen, sondern um den Profit. Das sollten diejenigen, die noch eine POS besucht haben, doch wissen. So ist das nun mal im Kapitalismus. Hier zählt nur der Maximalprofit.