Ein Ärzteteam operiert im Operationssaal des Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben in Wernigerode.
Der Landkreis Harz und das Harzklinikum treiben Pläne voran, Zentralklinikum in Blankenburg zu errichten. Bildrechte: picture alliance/dpa | Matthias Bein

Fachkräftemangel Harzklinikum will zentrales Krankenhaus in Blankenburg

03. Juli 2024, 18:16 Uhr

Das Harzklinikum will zu einem Zentralkrankenhaus in Blankenburg werden. Erste Unterlagen sind beim Landkreis eingegangen. Die Standorte in Quedlinburg und Wernigerode sollen künftig nur noch ambulant behandeln. Für Blankenburg spricht, dass zwei Drittel der Harzer den Ort innerhalb von 20 Minuten erreichen könnten. Zudem wirke man mit der Zentralisierung dem Fachkräftemangel entgegen. Allerdings ist das Projekt noch eine reine Planung, denn es fehlen Gelder des Landes.

Der Landkreis Harz und das Harzklinikum wollen ein Zentralklinikum in Blankenburg für stationäre Behandlungen. Der Geschäftsführer des Harzklinikums, Matthias Voth sagte, er hält das nach eigenen Angaben angesichts der Vorgaben durch die Politik zur Reform der Krankenhäuser für die beste Lösung.

Harzklinikum will in Blankenburg bauen

Die Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben GmbH hat am Mittwoch eine Bauvoranfrage beim Landkreis eingereicht. Demnach sollen mehrere Flächen in der Nähe von Blankenburg geprüft werden, an denen das Krankenhaus entstehen könnte. Derzeit ist das Harzklinikum auf drei Standorte im Landkreis verteilt: Quedlinburg, Wernigerode und Blankenburg. Für Blankenburg als Zentrale spreche, dass 66 Prozent der Menschen im Landkreis den Ort innerhalb von 20 Minuten erreichen könnten. Alle anderen könnten die geplante Klinik in 40 Minuten erreichen.

Harzklinikum in Quedlinburg
Das Harzklinikum Quedlinburg. Plänen zu folge soll hier nur noch ambulant behandelt werden. Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Matthias Bein

Die Zentralisierung sei wichtig, weil einerseits künftig der Fachkräftemangel von Ärzten und Pflegekräften als Problem immer größer werde, sagte Voth. Hinzu komme, dass die Bevölkerung immer älter werde und die Menschen auf die medizinische Versorgung angewiesen seien. Komplett aufgegeben werden sollen die bisherigen Standorte aber nicht. Beim Zentralklinikum gehe es vor allem um die stationäre Behandlung bei schweren Krankheiten wie Unfällen, Herzinfarkten oder Schlaganfällen. Eine ambulante Versorgung sei auch weiterhin an anderen Standorten möglich.

Neues Krankenhaus im Harz würde hunderte Millionen kosten

Nach Plänen des Harzklinikums könnte das neue Krankenhaus innerhalb von sieben Jahren entstehen. Geschäftsführer Voth rechnet mit einem dreistelligen Millionenbetrag. Unklar ist bisher, woher das Geld für die neue Struktur käme. Im November hatte das Krankenhaus einen Kredit in Höhe von 6,5 Millionen Eurovom Landkreis aufgenommen.

Kritik äußerte Landrat Thomas Balcerowski (CDU) an der Landesregierung. Diese schaue nur auf die großen Städte. Das Land sei aber für Investitionen in Krankenhäuser zuständig. "Hier habe ich eine klare Erwartungshaltung an die Koalition", sagte Balcerowski.

Über die Kliniklandschaft in Sachsen-Anhalt wird seit längerem diskutiert. Bereits im April vergangenen Jahres war ein Gutachten zur Zukunft der Krankenhauslandschaft in Sachsen-Anhalt vorgestellt worden, das die Landesregierung in Auftrag gegeben hatte. Die Experten empfehlen, die Basisversorgung nah am Wohnort zu organisieren und schwere Fälle stärker an großen Krankenhäusern zu konzentrieren.

Große Veränderungen in der Kliniklandschaft hat Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) bisher stets mit Verweis auf Reformpläne des Bundes zurückgestellt.

dpa, MDR (Maximilian Fürstenberg)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 03. Juli 2024 | 10:30 Uhr

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