Eine junge Frau trinkt aus einem Brunnen
Über das Grundwasser gelangt Nitrat auch in den menschlichen Körper. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/YAY Images

Jerichower Land Nitrat im Brunnenwasser: Konzentration teils drastisch über Grenzwert

25. Juni 2024, 17:36 Uhr

Das Grundwasser im Jerichower Land enthält vielerorts zu viel Nitrat. Ursache sind Düngemittel der Landwirtschaft. Der Körper wandelt den Stoff in Nitrit um, dadurch können kreberregende Stoffe entstehen. Besonders gefährdet sind Babys.

Im Jerichower Land ist die Nitratbelastung des Brunnenwassers trotz vieler Auflagen nach wie vor zu hoch. Das teilte die Umweltschutzorganisation VSR-Gewässerschutz mit. Von insgesamt 77 ausgewerteten Brunnenwasserproben lag demnach jede vierte über dem Nitrat-Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter.

Besonders hoch sei die Belastung in Brunnen in Güsen und Büden gewesen. Hier lag die Nitratbelastung den Angaben zufolge über 200 Milligramm pro Liter, in Altenklitsche, Burg und Schartau über 100 Milligramm pro Liter.

Nitrat gelangt über Dünger ins Grundwasser

Die gemeinnützige Organisation fordert deshalb mehr Unterstützung vom Land für Landwirte, um Baumstreifen auf den Feldern anlegen zu können. Bäume können den Angaben zufolge die Nitratbelastung im Brunnenwasser verringern.

Nitrat wird vor allem in Düngemitteln eingesetzt und gelangt so ins Grundwasser. Es kann im Körper in gesundheitsschädliches Nitrit umgewandelt werden. Dadurch kann der Sauerstofftransport durch die roten Blutkörperchen gestört werden.

Nitrit besonders gefährlich für Babys

Laut Bundesamt für Risikobewertung können durch Verbindungen mit Nitrit auch krebserregende Stoffe entstehen. Zu viel Nitrat beziehungsweise Nitrit ist besonders für Säuglinge gesundheitsgefährdend.

Die gemeinnützige Organisation VSR-Gewässerschutz setzt sich nach eigenen Aussagen für eine Verbesserung der Wasserqualität im Grundwasser ein. Dafür ist von April bis September ein Labormobil in Sachsen-Anhalt unterwegs, um Wasserproben aus privat genutzten Brunnen zu untersuchen und Bürgerinnen und Bürger zu beraten.

MDR (Susanne Liermann, Daniel Salpius)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 25. Juni 2024 | 16:30 Uhr

1 Kommentar

C.T. vor 2 Wochen

Die Landwirte brauchen weder mehr Geld noch mehr Unterstützung. Es gibt viel zu viel Tierhaltung. Die Vegetation kann die Menge an Nährstoffen garnicht aufnehmen. Der Artikel fordert Geld für die Bekämpfung der Symptome aber nicht der Ursache.

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