Vor Schulöffnungen am Montag Impfstart für Lehrkräfte und Kita-Personal aus Sachsen-Anhalt

Im Jerichower Land sind am Freitag die ersten Lehrkräfte und Erzieher gegen das Coronavirus geimpft worden. Etwa 1.000 Impfdosen wurden verabreicht. In Magdeburg werden ab kommender Woche Impfungen für pädagogisches Personal angeboten. Der Bund hatte am Mittwoch die Impfordnung geändert, sodass Lehrende und Erzieher vorzeitig geimpft werden können.

Menschenschlange zwischen parkenden Autos vor Impfzentrum
Der Andrang war groß: Vor dem Impfzentrum in Burg standen Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher Schlange. Bildrechte: MDR/Guido Hensch

Erstmals sind am Freitag Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher in Sachsen-Anhalt gegen das Coronavirus geimpft worden. Der Landkreis Jerichower Land stellte dafür nach eigenen Angaben bis zu 1.000 Impfdosen zur Verfügung. Einen Termin brauchten die Lehrkräfte und das Kita-Personal nicht. Dafür wurden im Impfzentrum in Burg Zeitfenster gestaffelt nach Gemeinden eingerichtet. Neben pädagogischem Personal wurden auch Zahnärzte und -ärztinnen geimpft.

Lange Schlange vor dem Impfzentrum in Burg

Frau mit Mundschutz hält Impfausweis und Papiere in der Hand
Erzieherin Simone Hansen Bildrechte: MDR/Guido Hensch

Wie ein Reporter von MDR SACHSEN-ANHALT berichtet, sind in der ersten halben Stunde nach Öffnung des Impfzentrums bereits 110 Impfungen verabreicht worden. Demnach erhielten Personen über 65 Jahre, Menschen aus der Risikogruppe und Zahnärzte den Impfstoff von Biontech, alle anderen erhielten den von Astra-Zeneca. Über die vorzeitige Impfmöglichkeit waren die betroffenen Personen nach Informationen des Landkreises zwei Tage im Voraus benachrichtigt worden.

Simone Hansen, Erzieherin in einer Kita in Burg, sagte nach ihrer Impfung: "Es ging schnell und tat nicht weh. Mir war auch egal, welchen Impfstoff ich bekomme." Es sei ein beruhigendes Gefühl, vor dem eingeschränkten Regelbetrieb am Montag die erste Impfung erhalten zu haben.

Mann mit Mundschutz hält Impfausweis und Papiere in der Hand
Betreuer Henrik Hitz Bildrechte: MDR/Guido Hensch

Henrik Hitz, der in einem Hort in Burg arbeitet, war von der guten Organisation vor Ort überrascht. "Ich habe immer gesagt, sobald der Hausarzt genug Impfstoff hat, lasse ich mich impfen", so Hitz. Dass das Angebot so schnell komme, damit habe er nicht gerechnet. Er habe es gerne angenommen.

Impfungen für Pädagogen ab kommender Woche in Magdeburg

In Magdeburg werden ab dem 2. März Corona-Impfungen für Hausärzte, Lehrende von Grund-, Förder- und Sonderschulen sowie Erzieherinnen und Erzieher angeboten. Das teilte die Stadt am Freitag mit. Demnach sollen die Kapazitäten im Magdeburger Impfzentrum weiter hochgefahren werden, um pro Tag bis zu 320 Menschen impfen zu können. Die Termine werden online vergeben. Verabreicht werde der Impfstoff von Astra-Zeneca.

Geänderte Impf-Reihenfolge ermöglicht vorzeitige Impfungen

Der Bund hatte am Mittwoch die Impfordnung geändert, in der festgelegt ist, welche Gruppen bevorzugt einen Schutz gegen das Coronavirus erhalten. Die höchste Priorität behalten Menschen über 80 Jahre, Pflegeheimbewohner sowie das Personal in Pflegeheimen und Kliniken. Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen sowie Erzieherinnen und Erzieher wurden in die zweithöchste Kategorie aufgenommen. Sie sollen mit dem Astra-Zeneca-Impfstoff versorgt werden, der mangels ausreichender Studiendaten bei älteren Menschen nur für unter 65-Jährige eingesetzt wird.

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MDR, Guido Hensch, Sarah Peinelt, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 26. Februar 2021 | 19:00 Uhr

6 Kommentare

SusiB. vor 10 Wochen

Dann haben die zu der gefährdeten Gruppe gehörenden in Sachsen einen Weg von 70 km um zum Impfzentrum zu kommen. Wie sollen diese denn das bewältigen vor allem wenn keine Angehörigen da oder in der Nähe sind die sie fahren können.

Wikreuz vor 10 Wochen

Lehrer und Erzieher gehören nach der neuesten Impfverordnung zur Stufe II.
In Sachsen wird auch diese Gruppe geimpft, allerdings unter ausdrücklichen Ausschluss der am meisten gefährdeten Altersjahr zwischen 70 und 80.
Begründet wird dies mit der Alterseinschränkung des Impfstoff von Astra-Zeneka. Das RKI hat zu Sachsen festgestellt: in der Gruppe über 80 , die zu Hause leben wurden erst 25 % geimpft. Verimpfung nach MDR in Sachsen bis 24.2.2021: 180000 Dosen von Biontech und Modena und 4000von Astra-Zenka.
Auch in der Risikogruppe I gibt es viele junge Menschen, die man mit Astra Zenka hätte impfen können. Das Facit dieser Fakten. In Sachsen werden bewusst die Menschen mit der höchsten Sterbequote zu Gunsten von jungen berufstätigen Menschen bei der Impfung benachteiligt.

Peter vor 10 Wochen

Impftermine in Thüringen ruck zuck weg. Lange Schlangen am Impfzentrum in Burg.
Der gefühlt ach so schlechte Impfstoff von AstraZeneca scheint bei den Leuten richtig gut anzukommen.
Aber vielleicht liegt das einfach daran, dass sich Lehrer und Erzieher seltener in der Youtube-Universität zum Corona-Virus informieren.

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