Krankenhausschließungen Demonstration: Genthiner fordern eine bessere medizinische Versorgung

In den letzten Jahren wurden die Krankenhäuser in Genthin und Havelberg geschlossen. Die Einwohner haben deshalb Angst um ihre medizinische Versorgung und demonstrierten am Samstag. Bisher gibt es Pläne, die nicht zu den Wünschen der Demonstrierenden passen.

In Genthin haben am Samstag etwa 250 Menschen auf dem Marktplatz demonstriert, weil es dort und in Havelberg keine Krankenhäuser mehr gibt. Der Verein "Pro Krankenhaus Havelberg" und Mitglieder des Ausschusses "Medizinische Versorgung der Stadt Genthin" hatten dazu aufgerufen. Der ländliche Raum fühlt sich medizinisch gesehen nicht ausreichend versorgt.

Es geht um Sicherheit und es geht um das Recht auf Gesundheit. Und in der Pandemiezeit reicht es eigentlich aus, diese Sätze zu sagen.

Lutz Nitz (Die Grünen), Fraktionsvorsitzender Stadtrat Genthin

Sandra Braun, die 38 Jahre lang im Krankenhaus Havelberg gearbeitet hat, setzt sich nach der Schließung des Klinkums für den Erhalt der medizinischen Versorgung in der Hansestadt ein.

Sie spricht im Audio über die aktuelle Situation:

Havelberg Krankenhaus 1 min
Bildrechte: MDR/Daniel George
1 min

MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir Fr 09.07.2021 18:00Uhr 00:43 min

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Demonstrierende wünschen sich rundum Versorgung

Demonstration in Genthin wegen Krankenhaus: Wunsch nach besserer medizinischen Versorgung
Die Demonstrierenden beklagen unter anderem, dass nicht ihre Gesundheit, sondern der Profit, der mit dem Krankenhaus erwirtschaftet wird, im Vordergrund steht. Bildrechte: MDR/Marila Zielke

Viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich eine 24/7-Anlaufstelle, allerdings hat die Salus-Klinik in Havelberg ein Konzept für ein neues medizinisches Zentrum mit beschränkten Öffnungszeiten vorgelegt. In Genthin, so der Genthiner Stadtrat Lutz Nitz (Die Grünen), hätten die Johanniter bereits Interesse und Unterstützung angekündigt.

Im Koalitionsvertrag von CDU, SPD und FDP hat die neue Landesregierung festgelegt, neue Versorgungslösungen zu entwickeln: "Auf der Basis der existierenden Standorte wird die medizinische Grundversorgung gesichert. Zur Absicherung der Gesundheitsversorgung in allen Teilen des Landes werden neue Versorgungsmodelle umgesetzt. Die für all diese Entwicklungen notwendigen Investitionen werden vom Land bereitgestellt", heißt es dort. Die neue Portalklinik, so die Idee der Genthiner Stadträte, solle als Modellprojekt für andere Regionen mit ähnlichen Problemen in Sachsen-Anhalt dienen.

Die Johanniter hatten das Krankenhaus in Genthin vor sieben Jahren geschlossen. In Havelberg wurde die Klinik vor etwas mehr als einem Jahr vom privaten Betreiber KMG aufgegeben und in ein Pflegeheim umgewandelt.

Quelle: MDR/Marila Zielke/Johanna Daher

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 20. November 2021 | 19:00 Uhr

5 Kommentare

DER Beobachter vor 8 Wochen

Es gibt in der Tat ganz viel berechtigte Kritik und eine fehlende Alternative ist unsäglich. Allerdings mutetet es gerade in diesen Tagen wieder durch die Decke schießender Zahlen etwas seltsam an, wenn so viele "maskenfrei kuscheln" für die Wiederherstellung nötiger Kapazitäten. Na gut, die Genthiner "habens gut", ihre Zahlen schießen aus sicher guten Gründen anders als hier in Sachsen offenbar noch nicht ganz so durch die Decke wie hier in den sächsischen LK...

DER Beobachter vor 8 Wochen

Allerdings sollte auch ein kleinstädtisches oder Landkreiskrankenhaus die Grundversorgung für alle Patienten unabhängig von der Kasse, und auch für akute Fälle und RTW-Aufnahme sichern können. Dabei wäre es zunächst egal, ob es sich nun um eine kommunale/staatliche oder private oder kirchliche oder eine Einrichtung in sonstiger Organisationsform handelt...

ElBuffo vor 8 Wochen

Was ist denn eine Grundversorgung bei Schlaganfall? Ein warmes Bettchen, Hilfe beim Kacken und Mutti erreicht die Klinik in 10 Minuten?

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