Insolvenz Thurn Germany Im Waschmittel-Werk Genthin mehr als 50 Jobs bedroht

Das Waschmittelwerk Genthin lief wieder, doch nun ist die Zukunft unklar: Die mehr als 50 Jobs am Standort sind in Gefahr, weil der Hersteller Thurn Germany insolvent ist. Für zwei Standorte, einer in Nordrhein-Westfalen und einer in den Niederlanden, kommt überraschend das Aus. Wie "Lebensmittelzeitung" und "Volksstimme" berichten, ist Genthin ebenfalls gefährdet. Hoffnung liegt auf Gesprächen mit einem Investor für den Standort im Osten.

Ortsschild am Ortseingang der Stadt Genthin im Jerichower Land
In Genthin hat Waschmittelproduktion eine hundertjährige Geschichte. Doch aktuell droht die Stilllegung des Herstellers Thurn, der hier eine Produktionsstätte hat. Bildrechte: MDR/Michael Rosebrock

Bei Thurn Germany, seit 2019 Produzent im Waschmittelwerk Genthin, droht den mehr als 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern offenbar die Kündigung. Der Betrieb, der Teil des dortigen Chemieparks ist, steckt seit Längerem in Insolvenzverhandlungen. Nach Medienberichten der "Lebensmittelzeitung" und der "Magdeburger Volksstimme" ist nun die Einigung mit einem möglichen Investor gescheitert.

Grund seien Unstimmigkeiten über die Vermietung entsprechender Gewerbeobjekte, die nichts mit Sachsen-Anhalt zu tun haben, sondern mit dem Standort des Thurn-Betriebes im nordrhein-westfälischen Neunkirchen-Seelscheid, heißt es.

Vor dem Aus stünden nun alle Standorte bundesweit – an der Zahl drei, mit ingesamt 175 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nun die Kündigung erhalten sollen.

Hoffnung: Weiterer möglicher Investor für den Standort Genthin

Allerdings gebe es für Genthin noch Hoffnung: Ein weiterer Investor sei dort für den konkreten Standort weiterhin interessiert. Wie die Volksstimme schreibt, ist die Betriebsleitung mit ihm in Verhandlung. Auch die Produktion laufe wie gewohnt im Zwei-Schicht-System weiter.

Thurns schlechte Lage überschattet Tag der offenen Tür im Chemiepark

Die Insolvenz und das mögliche Aus für den Standort Genthin bei Thurn Germany überschatten den am Sonnabend stattfindenden Tag der offenen Tür im Chemiepark. Mit diesem soll an die Grundsteinlegung des früheren Henkel-Standorts vor 100 Jahren erinnert werden. Zu DDR-Zeiten wurde dort Spee erfunden und produziert.

Noch bis 17 Uhr laden die Unternehmen des Chemieparks zu Führungen ein. Thurn Germany beteiligt sich laut Volksstimme nicht an den Feierlichkeiten: "Den Mitarbeitern ist nicht nach Feiern zumute."

MDR/Mandy Ganske-Zapf

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 25. September 2021 | 10:00 Uhr

3 Kommentare

Mr.Garlic vor 3 Wochen

Alle Investoren haben uns Steuerzahler SA,s dank unsere Politiker aussaugen können. Über was reden wir eigentlich noch ? 50 Jobs ? Wie viele zig Millionen haben wir dafür schon investiert ? Es ist alles so schlimm, dass sich hier jeder mal bedienen darf.

eeee vor 3 Wochen

Wieviel frisches Geld wieder verbrannt wird

BerndG. vor 3 Wochen

Mal sehen wieviel Steuergeld der neue Investor braucht .

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