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Gedenken in Magdeburg: Die Kerzen stehen für die Menschen, die wegen der Pandemie nicht zur Aktion auf dem Alten Markt kommen dürfen. (Archivbild) Bildrechte: dpa

"Eine Stadt für alle"Magdeburg gedenkt der Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg

von MDR SACHSEN-ANHALT

Stand: 16. Januar 2022, 11:33 Uhr

Am Sonntag jährt sich die Zerstörung Magdeburgs im Zweiten Weltkrieg zum 77. Mal. Mit der Aktionswoche "Eine Stadt für alle" will die Initiative "Weltoffenes Magdeburg" dem gedenken. Bis zum 27. Januar finden Veranstaltungen wie Mahnwachen, Lesungen und Filmvorführungen statt, wegen der Pandemie meist digital. Ein Überblick.

Magdeburg gedenkt auch in diesem Jahr der Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg am 16. Januar 1945. Am Sonntagnachmittag ist eine Gedenkveranstaltung mit Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) auf dem Westfriedhof geplant. Es werden Kränze niedergelegt. Anschließend wird die Aktionswoche "Eine Stadt für alle" eröffnet, die vom 16. bis zum 27. Januar stattfindet. Die Aktionswoche hat 2019 die "Meile der Demokratie" abgelöst, die bis dahin die größte zivilgesellschaftliche Demonstration der Stadt war.

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Mit unterschiedlichen Veranstaltungen und Aktionen will die Initiative "Weltoffenes Magdeburg" in der Woche für Frieden, Weltoffenheit und Toleranz werben. Da Rechtsextreme und Populisten den Tag immer wieder für Aufmärsche und menschenfeindliche Propaganda nutzen, sei es wichtiger denn je, sich für Vielfalt und Weltoffenheit einzusetzen, teilte die Initiative mit.

Gerade weil der 16. Januar ein für Magdeburg in schrecklicher Weise bedeutsames Datum ist, machen wir uns gemeinsam für ein tolerantes und weltoffenes Magdeburg stark. Wir wollen zeigen, dass Hass und Ausgrenzung zu keiner Zeit Platz in unserer Stadt haben.

Initiative Weltoffenes Magdeburg

Mahnwachen, Lesungen, Filme

Am frühen Sonntagabend (17.00 Uhr) ruft das Theater Magdeburg zu einer Lichterkette durch die Innenstadt auf. Mit Kerzen und Plakaten soll für ein friedliches Miteinander geworben werden.

Oberbürgermeister Lutz Trümper 2020 bei der Eröffnung von für "Eine Stadt für alle" in Magdeburg (Archivbild). Bildrechte: Eine Stadt für alle/Wenzel Oschington

Als Schirmherr wird Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) die Aktionswoche anschließend um 18 Uhr mit einem Grußwort auf dem Alten Markt eröffnen.

Es sollen gemeinsam Friedenslieder gesungen werden - pandemiebedingt sollen die Magdeburger vorwiegend digital mitmachen. Nur wenige Hundert Sänger und Chormitglieder sind laut den Organisatoren auf dem Markt dabei. Ein Notenheft für das gemeinsame Singen ist online abrufbar. Über den Offenen Kanal Magdeburg und verschiedene Streamingdienste wird die Veranstaltung übertragen. Den Link zu einem Livestream finden Sie hier.

So voll wie 2020 wird es pandemiebedingt dieses Jahr beim gemeinsamen Singen eher nicht werden (Archivbild). Bildrechte: Eine Stadt für alle/Wenzel Oschington

Der Aktionskalender enthält mehr als 40 Termine. Neben Mahnwachen und Demonstrationen wird es digitale Lesungen, Filmvorführungen und Vorträge geben, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern und gleichzeitig Bezüge zu aktuellen Herausforderungen und Krisen herstellen. Zudem wird es zahlreiche Aktionen und Führungen geben, die sich etwa mit der jüdischen Geschichte Magdeburgs auseinandersetzen.

Eine Liste mit allen geplanten Aktionen und Veranstaltungen finden Sie auf der Webseite der Aktionswoche. Impressionen vom Singen 2020 finden Sie hier:

Aktionswoche seit 2019

Die Initiative "Weltoffenes Magdeburg" hat sich 2018 gegründet und wird von etwa 100 Vereinen, Verbänden und Organisationen unterstützt. Bereits seit drei Jahren organisiert sie in Magdeburg jährlich eine Aktionswoche zum Gedenken an die Zerstörung Magdeburgs. Sie geht immer bis zum 27. Januar – dem Tag, an dem im Jahr 1945 das Konzentrationslager Auschwitz befreit wurde.

#MDRklärt Darum wird an die Bombardierung Magdeburgs erinnert

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Dieses Thema im Programm:

MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 16. Januar 2022 | 07:00 Uhr
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In den vergangenen Jahren sind aus Sicht der Veranstalter immer wieder viele Neonazis durch die Stadt marschiert und haben die Geschichte anders erzählt. Die wachsende Aggressivität bei Corona-Demos, an denen auch rechte Gruppen teilnehmen, sei ein Grund mehr, für Solidarität und gesellschaftliches Miteinander zu werben, so die Initiative.

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MDR (Fabienne von der Eltz, Leonard Schubert)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT | 16. Januar 2022 | 07:00 Uhr

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