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Vor der Ausländerbehörde in Magdeburg hat es in dieser Woche ein Handgemenge gegeben. (Symbolbild) Bildrechte: picture alliance / dpa | Jens Wolf

HandgemengeNach Übergriffen: Magdeburg will Sicherheit für Ausländerbehörde erhöhen

17. März 2023, 08:47 Uhr

Nach einem Handgemenge vor der Ausländerbehörde in Magdeburg soll die Sicherheit dort erhöht werden. Oberbürgermeisterin Borris sprach von einer Grenze, die klar überschritten worden sei. Sie will außerdem die Ausländerbehörde stärken – denn an der Behörde gibt es seit langem Kritik.

Nach einem Handgemenge vor der Ausländerbehörde in Magdeburg hat sich Oberbürgermeisterin Simone Borris für einen besseren Schutz von Beschäftigten und Antragstellenden ausgesprochen. Die parteilose Politikerin sagte laut einer Mitteilung der Stadt, dazu sei sie in Abstimmung mit dem zuständigen Beigeordneten und der Polizei. Borris kündigte zudem an, Prozesse in der Behörde zu optimieren, um Wartezeiten zu verkürzen.

Handgemenge: 20 Personen drängen Sicherheitspersonal weg

Bei dem Handgemenge am Dienstag hatten laut Stadt rund 20 wartende Personen versucht, Sicherheitspersonal und Beschäftigte der Verwaltung wegzudrängen, um ins Innere der Ausländerbehörde zu gelangen. Erst die herbeigerufene Polizei habe die Situation beruhigen können. Einem Polizeisprecher zufolge wurde niemand verletzt.

Oberbürgermeisterin Borris verurteilte die Auseinandersetzung. Sie sagte laut Mitteilung, eine Grenze sei "ganz klar" überschritten worden. Die Pressestelle der Stadt bekräftigte eigene Ankündigungen, nach denen "zeitnah" zwei weitere Stellen in der Ausländerbehörde geschaffen werden sollen. Auch soll die Digitalisierung in der Behörde vorangetrieben werden.

Missstände in der Behörde schon länger bekannt

Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT hatten im vergangenen Herbst aufgezeigt, dass es Missstände in der Ausländerbehörde gibt: Mehrere Betroffene berichteten seinerzeit, sie hätten wegen Problemen in der Behörde Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren oder ihr Studium beenden zu müssen. Ein Grund: die lange dauernde Verlängerung von Aufenthaltstiteln.

Oberbürgermeisterin Borris hatte ein Interview mit MDR SACHSEN-ANHALT zu den Problemen seinerzeit abgelehnt, sich später aber auf ihrer Facebookseite verteidigt. Sie sei an den Problemen dran, sagte sie – und verwies auf Personalnot, die die Missstände verursache.

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dpa, MDR (Luca Deutschländer)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 16. März 2023 | 15:30 Uhr