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Demonstrationsteilnehmerinnen und Teilnehmer werden auf dem Breiten Weg von der Polizei festgehalten. Bildrechte: MDR/Kevin Poweska

ProtestAusschreitungen bei Demonstration gegen Corona-Politik in Magdeburg

von MDR SACHSEN-ANHALT

Stand: 04. Januar 2022, 06:58 Uhr

Bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Magdeburg haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Abend versucht, eine Polizeiabsperrung zu durchbrechen. Dabei kam es teils zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Zuvor hatte die Polizei die Auflagen für Kundgebungen verschärft.

In Magdeburg ist es zu teils gewaltsamen Auseinandersetzungen bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen gekommen. Das berichtet ein MDR-Reporter von vor Ort. Außerdem seien Masken nur vereinzelt getragen oder zur Vermummung vor Durchbruchsversuchen aufgesetzt worden, Abstände seien nicht eingehalten worden. Die Polizeiinspektion der Landeshauptstadt sprach von durchbrochenen Polizeiketten, Flaschenwürfen auf Beamte und gezündeter Pyrotechnik. Nach ersten Erkenntnissen wurden Polizisten aber nicht verletzt.

Ermittlungsverfahren gegen Demonstranten eingeleitet

Polizeibeamte konnten den "Flaschenwerfer" kurze Zeit später ausfindig machen. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung eingeleitet. Auch bei neun weiteren Tatverdächtigen wurden die Personalien festgestellt – sieben Mal nach Landfriedensbruch, bei zwei weiteren Personen nach Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Eine Person wurde nach einem Angriff auf Polizeibeamte vorläufig festgenommen.

Die Polizei teilte MDR SACHSEN-ANHALT mit, rund 2.500 Menschen hätten an der Demonstration teilgenommen. Das sind deutlich weniger Teilnehmer und Teilnehmerinnen als in der vergangenen Woche. Bis 21 Uhr seien noch mehrere Gruppen von Demonstranten in der Stadt unterwegs gewesen.

Die Polizei Magdeburg hatte in der letzten Dezember-Woche die Regeln für unangemeldete Corona-Demos per Allgemeinverfügung verschärft. So dürfen Versammlungen nur an einem Platz stattfinden. Züge durch die Stadt, die sogenannten Spaziergänge, sind damit untersagt. Auch ein Mindestabstand untereinander und die Pflicht zum Tragen einer Maske müssen eingehalten werden.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Protesten hatten sich, wie auch schon zuvor im Dezember 2021, auf dem Domplatz getroffen. Trotz mehrerer Lautsprecher-Durchsagen der Polizei setzten sich die Demonstranten in Bewegung. Nach wenigen Metern versuchten einige Personen, gewaltsam eine Polizei-Absperrung zu durchbrechen. Dabei kam es zu Angriffen auf die Polizei.

Die Demonstranten wurden von der Polizei teils eingekesselt, später nach Angaben einer Polizeisprecherin in Gruppen von 300 bis 800 Personen frei laufen gelassen. Dabei sei versucht worden, die Menschen von verkehrsintensiven Plätzen wegzulenken. Ein Hubschrauber war im Einsatz.

Das Bündnis Solidarisches Magdeburg sprach auf Twitter von einer "extrem aufgeheizten Stimmung". Der Durchbruchsversuch sei von Neonazis angeführt worden.

Tausende protestieren im Land gegen Corona-Einschränkungen

Insgesamt gingen in Sachsen-Anhalt erneute Tausende Menschen aus Protest gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen auf die Straße. In Halle beteiligten sich bis zu 2.100 Menschen an einer Demonstration. Ähnlich viele waren es nach Angaben der Polizei in Wittenberg. Zu einer Demo in Bitterfeld kamen demnach rund 1.300 Menschen, zu einer in Dessau-Roßlau rund 500. Ausschreitungen wurden von dort nicht gemeldet. Im Burgenlandkreis gingen rund 2.800 Menschen auf die Straße.

Vor einer Woche waren bei 37 Versammlungen mit Bezug zu Corona-Maßnahmen rund 16.700 Demonstranten in Sachsen-Anhalt gezählt worden.

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MDR (Kevin Poweska, Martin Paul, Hannes Leonard, Tanja Ries, Jana Müller, Luca Deutschländer)

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 03. Januar 2022 | 19:00 Uhr

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