Sperrung Bahn-Bauarbeiten verursachen Großstörung

Bahnreisende südlich von Magdeburg sind am Dienstag nur per Bus vorwärts gekommen. Durch eine Panne haben Bauarbeiten die Zugstrecke lahmgelegt. Zwischen Magdeburg und Schönebeck fahren seit Mittwochmorgen wieder.

Signalanlage an einer Bahnstrecke.
Nichts ging mehr: Zwischen Magdeburg und Schönebeck standen die Signale auf rot. Bildrechte: IMAGO / Ralph Peters

Im Süden Magdeburgs sind am Dienstag keine Züge gefahren. Eine Bahnsprecherin erklärte MDR SACHSEN-ANHALT, wegen einer Signalstörung sei die Hauptstrecke zwischen Magdeburg und Schönebeck gesperrt gewesen. Bauarbeiten hätten einen Kabelbrand ausgelöst. Der Schaden konnte bis Dienstagabend repariert werden. Seit Mittwochmorgen sollen S-Bahn, Regionalverbindungen und Fernverkehr wieder nach Plan.

Sechs Zuglinien betroffen

Auf einem Bahn-Statiosschild steht "Ausgang", dazu ein Richtungspfeil sowie ein Piktogramm für Schienenersatzverkehr
Die Haltestellen für den Schienenersatzverkehr sind in der Regel mit violetten Piktogrammen ausgeschildert. Bildrechte: MDR/André Plaul

Die Störung hatte massive Auswirkungen auf den Zugverkehr. Betroffen waren alle S-Bahnen sowie die vier Regionalverbindungen nach Halle, Aschersleben, Bernburg und Erfurt. Die Züge fielen zwischen Magdeburg und Schönebeck, sowie weiter nach Eickendorf beziehungsweise Calbe (Saale)Ost aus. Sowohl die Deutsche Bahn als auch Abellio setzten ersatzweise Busse ein. Die Fernverkehrszüge zwischen Magdeburg und Leipzig wurden umgeleitet – und hielten statt in Köthen und Halle in Dessau sowie Bitterfeld. Reisende sollten mit längeren Fahrzeiten rechnen.

Welche Rechte habe ich bei Verspätungen und Ausfällen?

  • Im Eisenbahnverkehr sind Entschädigungen möglich, sobald das Reiseziel eines Tickets per Bahn wegen Verspätung, Ausfall und/oder Anschlussverlust mit mindestens 60 Minuten Verspätung erreicht wird. Dann kann eine Erstattung von 25 Prozent des Fahrpreises beantragt werden. Ab 120 Minuten Verspätung am Ziel sind es 50 Prozent.
  • Inhaber von Wochen- oder Monatskarten sowie der BahnCard 100 werden pro Verspätung oder Ausfall pauschal mit 1,50 Euro (2. Klasse) entschädigt – fallen als Einzelfall jedoch unter die Bagatellgrenze von 4,00 Euro, weshalb nichts ausbezahlt wird. Hier müssen innerhalb der Geltungsdauer der Zeitkarte mindestens drei Fälle gesammelt und gemeinsam eingereicht werden.
  • Ist eine Verspätung noch nicht eingetreten, aber absehbar, und beträgt sie voraussichtlich mindestens 20 Minuten, darf auch über Umwege zum Ziel gefahren werden. Eventuelle Aufpreise für den Fernverkehr müssen zunächst ausgelegt werden. Das gilt jedoch nicht für das Sachsen-Anhalt-Ticket oder das Hopper-Ticket.
  • Bei einer zu erwartenden Verspätung von mehr als 60 Minuten am Zielbahnhof kann auch von der Reise zurückgetreten und der Fahrpreis erstattet werden. Hier greift auch nicht die Bagatellgrenze von 4,00 Euro für Erstattungen.
  • Entschädigungs- und Erstattungsansprüche müssen beim Servicecenter Fahrgastrechte eingereicht werden. Durch einen Muster-Vordruck werden auch keine Versandkosten fällig. Bei Online-Tickets lassen sich viele Entschädigungen auch bereits ohne Papier beantragen.
  • Abellio ist nicht am gemeinsamen Entschädigungsverfahren der meisten deutschen Eisenbahnen beteiligt. Erstattungsansprüche müssen also bei Abellio direkt eingereicht werden.

MDR (André Plaul)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 12. April 2022 | 10:30 Uhr

1 Kommentar

steka vor 34 Wochen

Tja so ist das mit der modernen Technik und Zentralisierung. Vorher wurden in jedem Bahnhof die Weichen und Signale vor Ort gestellt.
In der Ukraine fahren die Züge trotz beschuß noch.
Nicht auszudenken, wenn es mal in Leipzig in dem großen Stellwerk zum Totalausfall kommt. Dann fahren in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sicher keine Züge mehr.

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