Baustellenbegehung Was die A2-Doppelbaustelle für Magdeburg bedeutet

Kevin Poweska
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Knapp 70.000 Fahrzeuge fahren täglich auf der A2 bei Magdeburg entlang. Ein Unfall in der Doppelbaustelle hat eine Umleitung quer durch Magdeburg zur Folge. Am Dienstag kam es zu einem ersten schwereren Unfall.

Ein LKW nimmt die überreste der Straße vom fräsen auf.
Die Fräsarbeiten auf der A2 haben begonnen. Die Fahrbahn wird bis Jahresende erneuert. Bildrechte: MDR/Kevin Poweska

Auf der A2 bei Magdeburg sind seit Pfingstmontag zwei neue Langzeitbaustellen über eine Gesamtstrecke von 12 Kilometern eingerichtet wurden. Dauer der Bauarbeiten: etwa bis Jahresende. Zum einen wird die Fahrbahn in Richtung Hannover neu gemacht, zum anderen gibt es Arbeiten an der nördlichen Elbbrücke bei Hohenwarte.

Die Strecke der A2 bei Magdeburg ist durch den Durchgangsverkehr der LKW stark mitgenommen. Im Jahr 2019 fuhren auf dem Streckenabschnitt der Baustelle im Schnitt täglich knapp 70.000 Fahrzeuge entlang – davon etwa 15.000 LKW. Für die Einordnung: Ein 40 Tonnen schwerer LKW richtet, laut der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt, etwa so viel Schaden auf der Straße an wie 25.000 Autos.

Die Sanierung der Straße bedeutet gleichzeitig Investitionen in Höhe von 17 Millionen Euro. Für die Arbeiten an der Elbbrücke kommen zusätzlich 2 Millionen Euro oben drauf.

Einige Vorkehrungen getroffen

Vor Beginn der Bauarbeiten wurden bereits einige Vorkehrungen getroffen, um das Stau- und Unfallrisiko so gering wie möglich zu halten. Dazu gehören unter anderem neu installierte Stau-Frühwarnanlagen, die unter anderem zur Vermeidung von Auffahrunfällen am Stauende führen sollen, erklärt Projektleiter Steffen Kauert bei der Baustellenbesichtigung. Außerdem wurden in der gesamten Baustelle Nothaltebuchten für Fahrzeuge eingerichtet. Diese sollen für Fahrzeuge mit Problemen als Anlaufstelle dienen, damit diese dann nicht im fließenden Verkehr stehen müssen. Zudem wurden bei der Auffahrt aus Richtung der Stadt Magdeburg Beschleunigungsspuren eingerichtet, um ein erleichtertes Einordnen auf die A2 zu ermöglichen.

Steffen Kauert bei der Baustelle auf der A2.
Steffen Kauert, Projektleiter der Doppelbaustelle auf der A2 vor Ort auf der Baustelle. Bildrechte: MDR/Kevin Poweska

Die erste Woche mit der Doppelbaustelle sei soweit sehr gut verlaufen, schätzt Projektleiter Kauert ein. Bis auf leicht stockenden Verkehr und einen größeren Stau bei der Einrichtung der Baustelle sei der Verkehr gut durchgekommen. Am Montag gab es dann eine Baustellenbegehung mit den Verantwortlichen. Die Stimmung sei nach der erfolgreichen ersten Woche sehr positiv. Man zeigte sich froh, dass bis dahin alles ruhig geblieben ist.

Dienstag gab es nun doch den ersten größeren Unfall in der Baustelle – mit einigen Folgen für die Region Magdeburg.

Erster größerer Unfall sorgt für Verkehrschaos

Auf einer Autobahn sind zwei Lkw ineinander gefahren, dahinter bildet sich Stau
Der Auffahrunfall zweier LKW am Stauende vor der Doppelbaustelle auf der A2 bei Magdeburg. Bildrechte: Matthias Strauss

Am Dienstagmorgen sind drei LKW im Baustellenbereich zusammengestoßen. Der Verkehr in Richtung Hannover konnte daraufhin nur auf einer Spur weiterfahren. Es bildete sich ein Stau, an dessen Ende sich dann ein Auffahrunfall ereignete. Zwei LKW sind beim Abbremsen kurz vor dem Stauende miteinander kollidiert. Der Fahrer des auffahrenden LKW wurde dabei leicht verletzt. Die A2 blieb bis 10 Uhr vollgesperrt und es bildete sich ein 16 Kilometer langer Stau – mit bis zu zwei Stunden Zeitverlust.

Zudem waren die Umleitungsstrecken überlastet. Viele erwischte der Stau und der Unfall mitten im Berufsverkehr und so kam es auch auf der B1 zeitweise zu 30 Minuten Zeitverzug.

Umleitung verstopft Magdeburger Innenstadt

Die Umleitungsstrecke B1 ist voll mit LKW am Unikreisel in Magdeburg.
Die Umleitungsstrecke B1 war voll mit LKW, hier am Unikreisel in Magdeburg. Bildrechte: MDR/Kevin Poweska

Derzeit ist auf den Straßen der Verkehr durch die Corona-Pandemie noch etwas geringer als sonst. Das Aufkommen an LKW ist jedoch schon wieder auf einem vergleichbaren Niveau. Kommt es im Bereich der Baustelle nun zu einem Unfall, läuft die Umleitung über die B1 – also quer durch die Magdeburger Innenstadt. Das betrifft dann nicht nur die PKW sondern auch LKW.

Nachdem Unfall waren am Dienstagvormittag bereits etliche dieser Umleitung gefolgt und so sah man auf der B1 am Universitätsplatz in der Landeshauptstadt vorwiegend LKW mitten in der Innenstadt.

Es gibt auch andere Umleitungen. Kluge Autofahrer, die sich auskennen, würden nicht die B1 nutzen. Aber wir hoffen erstmal, dass kein Stau eintritt und die Menschen diszipliniert sind.

Verkehrsminister Thomas Webel am Montag bei der Baustellenbegehung

Sanierung der B1

Angesichts der Sanierung auf der B1, die gleichzeitig die Hauptumleitungsstrecke für die A2 ist, sorgt ein Zwischenfall auf der A2 für enorme Beeinträchtigungen im Straßenverkehr rund um Magdeburg. Die Umleitungsstrecke, die in einem solchen Fall ohne hin stark überlastet wäre, wird dadurch zusätzlich beeinträchtigt.

Thomas Webel, Minister für Landesentwicklung und Verkehr in Sachsen-Anhalt in der Baustelle.
Der Verkehrsminister hofft auf disziplinierte Autofahrer. Bildrechte: MDR/Kevin Poweska

Die Maßnahmen auf der A2 seien bereits seit langer Zeit geplant gewesen. "Wir hoffen nun, dass in der Stadt Magdeburg darüber nachgedacht wird, die Baumaßnahme, wenn sie nicht unbedingt notwendig ist, zu verschieben", erläutert Webel. Der Verkehr sei wie Wasser – er sucht sich seinen Weg und "ich möchte nicht, dass ein 40 Tonnen LKW in einer Gartenstraße von zwei Meter Breite landet", ergänzt der Minister.

ADAC zufrieden mit Verlauf der ersten Woche

Der ADAC war bei der Besichtigung am Montag zufrieden mit der aktuellen Situation. "Die erste Woche lief recht gut. Nach den Staus bei der Einrichtung hatten wir einen fließenden Verkehr. Dass es hier und da ein bisschen stockt, ist ganz logisch", meint Alexandra Kruse vom ADAC Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Es sei eine notwendige Sanierung gewesen und zudem gut, dass man die Brücke und Straßensanierung gleichzeitig mache.

Nach den Vorbereitungen in der letzten Woche haben diesen Montag die Baumaßnahmen auf der Fahrbahn begonnen. Dabei wird zunächst die aktuelle Fahrbahn in Richtung Hannover abgefräst. Für die Autofahrer bedeutet das eine Verengung von drei auf zwei Spuren in beide Fahrtrichtungen. Wichtig sei dabei ein rücksichtsvolles Miteinander beim Reißverschlussverfahren, sagt Alexandra Kruse. Dabei könne es schon helfen, wenn man korrekt bis ganz nach vorne zum Einfädelungspunkt fährt und nicht bereits hunderte Meter vorher bereits versucht die Spur zu wechseln, so Kruse.

Ein begründeter Blitzer

Blitzer Jenoptik-Anlage TraffiStar S330 auf einer Autobahnbrücke
Eine Blitzeranlage soll Verkehrssünder im Baustellenbereich ertappen. Symbolbild. Bildrechte: JENOPTIK AG

Seit Montagmorgen ist zudem auch eine Blitzeranlage im Baustellenbereich installiert. Die Position der Anlage wird von Zeit zu Zeit verändert. Bereits im vergangenen Jahr hatte man in einer größeren Baustelle bei Burg einen Blitzer installiert. Dieser löste in drei Monaten insgesamt 36.000 mal aus. Die aktuelle Situation der Doppelbaustelle bei Magdeburg mit den vorgegebenen 60 km/h während der Verengung werden auch hier sicherlich so manches Foto nach sich ziehen.

Kevin Poweska
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Über den Autor Kevin Poweska arbeitet trimedial im Funkhaus von MDR SACHSEN-ANHALT. Aktuell ist er im sechsten Semester seines Bachelor-Studiengangs Journalismus an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Während seines Studiums absolvierte er bereits ein Praktikum bei der Braunschweiger Zeitung. In seiner Freizeit ist Kevin gerne sportlich aktiv: Seine Hauptambitionen liegen in den Sportarten Basketball, Tennis und Fußball – aber auch da probiert er sich gerne immer wieder neu aus. Zudem ist er journalistisch sportlich voll dabei: Kevin führt einen Blog zu den Deutschen Tennisherren und steht dabei mit den Spielern für Postgame-Interviews in regem Kontakt.

Quelle: MDR/pow

Dieses Thema im Programm: MDR S-ANHALT | SACHSEN-ANHALT HEUTE | 08. Juni 2020 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

ElBuffo vor 47 Wochen

Die Straßen gehen bzw. sind nun mal kaputt. Irgendwie ist es auch Brauch nicht im tiefsten Winter zu bauen. Wenn das ein absoluter Unfallschwerpunkt ist, liegt das auch weniger an den Planern, sondern an den Unfallverursachern. Da müsste unbedingt mal angesetzt werden. Nicht nur kontrollieren, sondern auch sanktionieren. Möglichst so, dass es wehtut.

Elke vor 47 Wochen

Wie bescheuert muss man als zuständige Behörde eigentlich sein, um Bauarbeiten auf der A2 und der B1 rund ums Magdeburger Kreuz gleichzeitig durchführen zu lassen. Jeder, der die Verkehrssituation in diesem Bereich kennt und verfolgt weiß, dass die A2 in diesem Bereich ein absoluter Unfallschwerpunkt, vorallem mit LKW´s ist. Wieso sollte sich dies in der Zeit der Bauarbeiten ändern. Nur die verantwortlichen Ämter scheinen das nicht zu wissen.

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