Welcome Service Ausländerbehörde Magdeburg
Die neue Beratungsstelle der Ausländerbehörde befindet sich in einer Ladenzeile am Breiten Weg in Magdeburg. Bildrechte: MDR/Max Hensch

Hilfe bei der Ankunft Neuer "Welcome Service" für ausländische Fachkräfte in Magdeburg

03. Juni 2024, 05:01 Uhr

Magdeburg will attraktiver für ausländische Fachkräfte werden. Problem dabei: die Ausländerbehörde ist im Dauer-Stress und kämpft mit Bearbeitungsstau. Auch, weil viele Menschen dort fälschlicherweise oder schlecht vorbereitet vorstellig werden. Die Stadt wollte das Problem mit einem neuen Prestige-Projekt lösen. Die jetzige Lösung fällt erst mal deutlich kleiner aus.

Es ist ein recht unscheinbarer Eingang in der Ladenzeile am Breiten Weg. Zwischen einer Apotheke, einer Fußpflege und einem Schuster geht es die Treppe hinauf in die erste Etage. Links geht es in Arztpraxen. Rechts gab es die auch mal. Jetzt sind es die Büros von Christiane Pruschek und Diana Pfeifer. Die beiden Frauen wurden bei der Magdeburger Ausländerbehörde angelernt und leiten den neuen "Welcome Service" der Stadt Magdeburg. Der soll künftig die erste Anlaufstelle für ausländische Studenten und Fachkräfte sein.

Hier geht es um Fragen des Aufenthaltsstatus, die Suche nach Wohnungen, Kitas oder Sprachkursen. Wichtige Fragen mit Blick auf die großen Umbrüche, die der Stadt bevorstehen. Pruschek sagt: "Als städtisches Angebot sind wir direkt verknüpft und finden Informationen und Ansprechpartner schneller. Wir können hier erstmal orientieren und vorberaten, um so ein bisschen das Labyrinth der Verwaltung für die Menschen zu entwirren."

Zahlreiche Kooperationspartner für "Welcome Service" in Magdeburg

Die Beratungen sollen vor Ort – einzeln und in Gruppen – aber auch online stattfinden. Deutsch und Englisch sprechen die beiden Mitarbeiterinnen, Dolmetscher für andere Sprachen können aber auch hinzugezogen werden. Zudem wird einer der drei Beratungsräume auch von Kooperationspartnern genutzt. So haben etwa die Hochschule und die Uni, die Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammer Magdeburg das Projekt unterstützt. Auch sie sollen hier künftig Studenten und Fachkräfte informieren.

Es ist ganz, ganz wichtig, so etwas hier zu haben. Sonst wandern die Leute in andere Regionen Deutschlands ab.

Burghard Grupe Geschäftsführer der HWK Magdeburg

HWK-Geschäftsführer Burghard Gruppe sagte: "Es geht uns Deutschen ja schon so, dass man mit der Bürokratie durcheinanderkommt. Und wenn dann noch jemand kommt, der vielleicht Sprachprobleme hat, wird es umso schwerer. Deswegen müssen wir alle vor Ort zusammenarbeiten, damit die Leute die hier herkommen sich wohlfühlen, arbeiten gehen, Familien gründen. Deswegen ist das ganz, ganz wichtig, so etwas hier zu haben. Sonst wandern die Leute in andere Regionen Deutschlands ab."

Welcome Service Ausländerbehörde Magdeburg
Studierende und Fachkräfte sollen im "Welcome Service" beraten werden. Bildrechte: MDR/Max Hensch

Aus Kostengründen kleiner als geplant

Eigentlich sollte die neue Erstberatung für ausländische Fachkräfte auch im Zuge der Intel-Ansiedlung richtig was hermachen. Ein eigenes Internationales Haus sollte eine Baulücke auf dem Breiten Weg schließen – nun ist das Büro nicht einmal in einer der großen Immobilien städtischer Firmen wie dem Blauen Bock oder dem neuen Hochhaus der MWG zu finden.

Oberbürgermeisterin Simone Borris (parteilos) spricht von einer Kostenfrage, zeigt sich dennoch zuversichtlich: "Der Zugang muss noch etwas schöner gestaltet werden, aber die Lage ist schön zentral, das war uns wichtig. Die Kolleginnen sind hochmotiviert und haben sich gut auf die Aufgaben vorbereitet. Sie wissen über die Strukturen in der Stadt Bescheid und ich denke, wir sind gut gewappnet, den Leuten, die zu uns kommen wollen, Rede und Antwort zu stehen."

Luft nach oben

Der "Welcome Service" in Magdeburg startet mit zwei Mitarbeiterinnen. Ihnen steht laut Prognosen ein massiver Zuzug bevor. Christiane Pruschek sagt: "Sollte die Zahl der Anfragen – die meiner Meinung nach sehr schnell steigen wird – hochgehen, muss man eben auch intern gucken, ob man das Personal noch aufstocken kann. Wir hätten auch noch Platzpotenzial."

Oberbürgermeisterin Borris verwies für den Moment auf die hohen Personalkosten, stellte aber auch in Aussicht, dass der "Welcome Service" künftig noch in eine größere Immobilie ziehen könne. Aber auch das wird eine Frage des Geldes sein. Die Beratungsstelle hat Dienstag und Donnerstag feste Sprechzeiten von 9 bis 12 Uhr. Montag und Mittwoch gibt es Termine nach Vereinbarung.

MDR (Max Hensch, Moritz Arand)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 04. Juni 2024 | 12:00 Uhr

2 Kommentare

Cooper2023 vor 6 Wochen

Weil Intel sonst das übliche Vorgehen anwendet - Bodyleasing über Personaldienstleister - somit werden keine Arbeistplätze in der Region geschaffen und es ist auch wenig profitabel für Satd und Land - wenn eine Stadt attraktiv sein möchte für Fachkräfte und Investoren, muss sie sich halt hübsch machen und investieren ;) sonnst wird das nix …

Britta.Weber vor 7 Wochen

Wenn ich es richtig verstehe, geht es doch um Fachkräfte für die Inter-Ansiedlung. Warum bezahlt das nicht Intel, sondern Magdeburg?

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