Jüdisches Leben in der Landeshauptstadt Neue Synagoge in Magdeburg: Weg für den Baustart ist frei

Die Genehmigung liegt vor, in wenigen Monaten beginnt der Bau der neuen Synagoge in Magdeburg. Sehr zur Freude der jüdischen Gemeinde. Zugleich beginnen die Tage der jüdischen Kultur und Geschichte in der Landeshauptstadt. Zum Auftakt wurde ein früherer Stadtrat für sein Engagement geehrt.

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Die neue Synagoge in Magdeburg soll unweit der alten entstehen. Ab Frühjahr 2022 soll gebaut werden. Bildrechte: MDR/Maria Hendrischke

Der Weg zum Baustart für die Synagoge Magdeburg ist frei. Mit einem Bescheid des Landesverwaltungsamts seien das Raumprogramm sowie das Auswahlverfahren für einen Generalunternehmer für den Neubau bestätigt, teilten der Förderverein "Neue Synagoge Magdeburg" und die Synagogen-Gemeinde am Donnerstag mit. Für die kommende Woche sei die Vertragsunterzeichnung geplant. Kurzfristig könne die Baugenehmigung beantragt werden. Baubeginn solle im Frühjahr 2022 sein.

"Natürlich ist bei uns die Freude groß. Wir hoffen, dank kompetenter und professioneller Bautätigkeit und weiterer öffentlicher Unterstützung zügig voranzukommen", hieß es.

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Hermann-Spier-Preis an früheren Stadtrat verliehen

Zugleich haben in Magdeburg auch die Tage der jüdischen Kultur und Geschichte begonnen. Bis Mitte November beschäftigen sich thematische Ausstellungen, Theater, Konzerte und Diskussionen mit der jüdischen Kultur in der Landeshauptstadt. Zum offiziellen Auftakt wurde auch der Hermann-Spier-Preis verliehen. Der Preis geht in diesem Jahr an den langjährigen Stadtrat a.D., Alfred Westphal. Er setzt sich seit Jahren dafür ein, dass Unrecht und Verbrechen gegen jüdische Einwohner von Magdeburg während des Naziterrors nicht vergessen werden.

Hermann-Spier-Preis

Der Hermann-Spier-Preis erinnert an den letzten Lehrer und Kantor der Synagogengemeinde Magdeburg vor 1945. Bisher ging er nur an engagierte Schülerinnen und Schüler. Ab diesem Jahr werden auch Menschen oder Institutionen geehrt, die sich für die jüdische Erinnerungskultur einsetzen.

Als Stadtrat hatte Westphal mit dazu beigetragen, dass die Aktion "Stolpersteine" auch in Magdeburg etabliert wird. Gemeinsam mit Mitarbeitenden des Vermessungs- und Tiefbauamtes hatte er die Orte, an denen einst jüdische Magdeburger vor ihrer Vertreibung lebten, ausfindig gemacht, um dort Stolpersteine zu verlegen. Dieses Engagement, das am Donnerstag gewürdigt wurde, schlägt auch eine Brücke in die Neuzeit – und damit zum Synagogenneubau.

Land unterstützt Synagogen-Neubau

Die neue Synagoge wird ganz in der Nähe der alten Synagoge errichtet, die 1938 von den Nationalsozialisten während der Pogromnacht zerstört worden war. Das Land gewährt für den Neubau der Synagoge in Magdeburg einen Zuschuss in Höhe von 2,8 Millionen Euro. Die Gesamtkosten für den Neubau werden sich den bisherigen Angaben zufolge voraussichtlich auf 3,4 Millionen Euro belaufen.

Auch in Dessau-Roßlau entsteht derzeit ein Synagogen-Neubau.

MDR/Oliver Leiste

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15. Oktober 2021 | 10:30 Uhr

3 Kommentare

Eulenspiegel vor 7 Wochen

„Die neue Synagoge wird ganz in der Nähe der alten Synagoge errichtet, die 1938 von den Nationalsozialisten während der Pogromnacht zerstört worden war.“
Also meine Gedanken dazu:
Die Massenvernichtung von 6 Millionen Juden. Die Zerstörung weiß ich wie viele Synagogen. Und jetzt beginnt die Erbsenzählerei.
Und wider 2,8 Millionen Steuergelder ausgehauen.
Meine Frage dazu ist:
Ist das Dummheit oder Antisemitismus?
Ich weiß es nicht.

BerndG. vor 7 Wochen

Und wieder 2,8 Mio. Sreuergeld rausgehauen . Manchmal frag ich mich, ob die Politik mit ihrem eigenen Geld auch so grosszügig währen .

jackblack vor 7 Wochen

Ob die Synagoge schneller fertig ist als der Bahnhofstunnel ????

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