Magdeburg, Dessau und Halle Einzelhändler protestieren und fordern Öffnungsperspektive

Vor dem roterleuchteten Eingang des Magdeburger Allee-Centers haben am Montagabend rund 30 Magdeburger Einzelhändler protestiert, um auf die "prekäre Lage des Handels und der Innenstädte" aufmerksam zu machen. In Dessau und Halle gab es ähnliche Aktionen.

Mit Kerzen und rotem Licht mahnen Menschen ein Sterben der Innenstadt an
Viele Händler sehen in Corona-Zeiten Rot – so auch in Magdeburgs Innenstadt. Sie fordern eine Öffnungsperspektive für den Einzelhandel. Bildrechte: MDR/Niko Nowak

Einzelhändler in Magdeburg haben mit einer Protestaktion auf die prekäre Lage des Handels und der Innenstädte aufmerksam gemacht. Wie die Interessensgemeinschaft Innenstadt Magdeburg mitteilte, versammelten sich rund 30 Beschäftigte und Unternehmer des Magdeburger Einzelhandels mit Abstand und Mund-Nasen-Schutz vor dem roterleuchteten Eingang des Allee-Centers. Einige hielten dabei Grableuchten in den Händen. Unter anderem forderten sie eine sofortige und sichere Öffnung des Einzelhandels sowie schnelle und effektive Corona-Hilfen und eine dauerhafte Förderung der Innenstädte.

Interessensgemeinschaft befürchtet Ladensterben

Die Arbeitsgruppe Einzelhandel der Interessensgemeinschaft Innenstadt sieht die Lage der Einzelhändler in ganz Deutschland als dramatisch an. Auch in Magdeburg werde aufgrund fehlender Fördermittel und Öffnungsperspektiven ein Ladensterben befürchtet. Damit verbunden wäre ein "massiver Einbruch der Attraktivität der City". Mit der Initiative "Rettet unsere Läden jetzt!" wolle man deswegen auf die prekäre Lage aufmerksam machen, so Vorstandsmitglied Petra Kann.

Gemeinsam wollen wir in größerem Rahmen den Druck auf die Politik hochhalten und gemeinsam mit noch mehr Händlern, die für hunderttausende Arbeitsplätze in Deutschland stehen, unser Engagement unter dem Motto "Das Leben gehört ins Zentrum" fortsetzen.

Petra Kann Vorstandsmitglied der Interessensgemeinschaft Innenstadt

Sie forderte deshalb eine sofortige Öffnungsperspektive unabhängig von Inzidenzwerten.

Protest auch in Dessau und Halle

In Dessau gab es am Montagabend eine ähnliche Protestaktion. Der Chef des Rathaus-Centers, Hans-Jörg Bliesener, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Lage sei besorgniserregend. Von den 80 Geschäften im Rathaus-Center seien schon jetzt ein halbes Dutzend Läden von einer Insolvenz betroffen. Aktuell zähle das größte Einkaufszentrum in der Dessauer Innnenstadt 7.000 Kunden pro Tag. Vor dem Lockdown seien es dreimal so viele gewesen.

Der Großteil der Händler sagt ganz klar, wenn sie am 8. März nicht öffnen, werden sie irgendwann schließen müssen. Und mit Großteil meine ich nicht 20 Prozent der Händler, sondern den großen Großteil … die Lage ist komplett existenzbedrohend – für die Händlerschaft, für die Einkaufscenter, für die Innenstädte. Hier geht es ums Ganze.

Hans-Jörg Bliesener, Chef des Rathaus-Centers in Dessau

Die Initiative "Rettet unsere Läden jetzt!", die vom Betreiber des Allee-Centers in Magdeburg, dem ECE Projektmanagement, ins Leben gerufen wurde, betreibt zahlreiche Einkaufszentren in ganz Deutschland, darunter auch das Rathaus-Center in Dessau.

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Bereits Montagmittag machten Gastronomen in Halle mit Kochtöpfen und Kochlöffeln lautstark auf ihre zum Teil prekäre Situation aufmerksam. Sie kritisierten fehlende oder schleppende Hilfen und forderten für ihren Bereich ebenfalls eine Perspektive.

Menschen stehen neben leeren Stühlen und protestieren auf dem Marktplatz in Halle
Protest am Montag auch in Halle Bildrechte: MDR/Stefan Bringezu

MDR/Konstantin Henß/Martin Krause/Anne Gehn-Zeller

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 02. März 2021 | 06:00 Uhr

100 Kommentare

DER Beobachter vor 33 Wochen

Altmeister. Ja. Leider wurde meine Anfrage, ob Sie Genaueres über wegen coronaabgewiesen Verstorbene infolge Herzinfarkts... Genaueres wissen, dass ich Hinweise darauf aus jüngeren pathologischen Untersuchungen nicht finden kann und dass ich mit Ihrem Kommentar zum "schwedischen Weg" nur teilweise folgen kann, nicht freigegeben...

DER Beobachter vor 33 Wochen

"Critica" - leider mochte der MDR meine Hinterfragung Ihres mit Verlaub sehr albernen, aber von Ihnen gewohnten Geschwätzes von Überwachungswut nicht freischalten. Wenn es sie so gäbe, würde dieses Geschwätz hier nicht erscheinen und Sie hätten schon längst ein ernsthaftes Problem am Hals...

DER Beobachter vor 33 Wochen

Karl Schmidt: unser Atheist aus Mangel meint ganz gewiss nicht das oberbayrische oder niederbayrische oder oberfränkische oder niederfränkische Idiom, sondern die meist früher als sie Zugewanderten, die es besser beherrschen... ;)

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