Sicherheit an Schulen in Pandemie-Zeiten Corona-Studie erforscht Test-Strategie an Schulen

Schulen mussten im letzten Jahr wegen Corona immer wieder schließen. Wie sie auch in einer Pandemie ein sicherer Ort sein können, untersucht aktuell eine Studie der Uniklinik Magdeburg. Mithilfe von Gurgel-Tests soll ein Verfahren entwickelt werden, um Infektionen früh erkennen zu können. Zwei Magdeburger Schulen nehmen an der Studie teil.

Eine Lehrerin mit Maske erklärt Schülern etwas. 3 min
Bildrechte: imago images/Belga

Die Uniklinik Magdeburg führt derzeit an zwei Magdeburger Schulen eine Corona-Studie durch. 16 Schulwochen lang werden die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler zweimal pro Woche getestet. Ziel der Studie ist es eine Teststrategie zu entwickeln, um Ausbrüche in Schulen frühzeitig erkennen und kontrollieren zu können. So soll erreicht werden, dass Schulen auch zu Pandemie-Zeiten offen bleiben können.

Die Studie sieht vor, dass die Tests mittels Rachenspülung erfolgen. Diese Gurgel-Tests führen die Kinder und Jugendlichen zu Hause durch. Studienkoordinatorin Catherine Sweeney-Reed sieht darin den Vorteil, dass bei der Probenahme keine Ansteckungsgefahr bestehe. Für die Probe müssen ihr zufolge die Schülerinnen und Schüler eine Flüssigkeit für 5 bis 10 Sekunden gurgeln und danach in ein Röhrchen füllen. Die Probe werde anschließend von den Studien-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern in den Schulen eingesammelt. Zusätzlich müssten die Teilnehmenden zweimal wöchentlich Daten zu Symptomen und Corona-Kontakten in eine App eintragen.

Zur Durchführung der Studie: Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig. Die Eltern müssen vorher zustimmen, ob sich ihr Kind an der Untersuchung beteiligen darf. Mindestens die Hälfte einer Schulkasse muss teilnehmen wollen, um in der Studie erfasst zu werden. Bei jeder Testung werden pro Klasse zufällig fünf Schüler ausgewählt, deren Probe untersucht wird.

Bislang nur negative Test-Ergebnisse


In der Studie sollen alle Klassenstufen von 1 bis 12 eingeschlossen werden. Nach Angaben von Sweeney-Reed seien bis auf die Klassen 2 und 11 alle Stufen abgedeckt. Mit den ersten Testungen wurde bereits im Dezember begonnen. Laut Doreen Wolf vom Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung gab es bislang nur negative Test-Ergebnisse. Bis Mitte Juni soll die Studie noch laufen. Danach würden die Daten ausgewertet und veröffentlicht werden. Aktuell arbeite man bereits an einem Zwischenbericht.

Ein Schüler übergibt zwei Forscherinnen eine Speichelprobe.
Ein Schüler gibt die Probe seines Gurgel-Tests ab. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Eine der teilnehmenden Schulen ist das Domgymnasium Magdeburg. Schulleiter Dietrich Lührs erhofft sich von der Studie mehr Sicherheit darüber, ob Schülerinnen und Schüler infiziert sind. Durch die Tests verfüge man frühzeitig über Informationen und könne entsprechend reagieren. Dass die Untersuchung bereits seit mehreren Monaten läuft, begründet Lührs mit dem bürokratischen Aufwand solch einer Studie. "Dass die Eltern ihre Einwilligung geben müssen und Datenschutz auch zurecht eine Rolle spielt, hat alles komplizierter gemacht, als wir zuerst gedacht haben", so Lührs.

Parallel zu den Gurgeltests für die Studie führt das Domgymnasium auch Selbsttest durch. Dort habe man Lührs zufolge bereits Jugendliche mit einem positiven Testergebnisse erfasst. Die Tests seien eine große Hilfe, um weitere Ansteckungen minimieren zu können.

Derzeit viele Infektionen in Magdeburger Schulen

Die steigenden Infektionszahlen in Magdeburg führt Amtsarzt Eike Hennig auch auf das Infektionsgeschehen an Schulen zurück. Auf einer Pressekonferenz am Mittwoch sagte er, dass neben dem privaten Bereich und dem Arbeitsplatz die Schulen einen deutlichen Schwerpunkt in Magdeburg darstellen. Ihm zufolge sind derzeit knapp 800 Schülerinnen und Schüler an 43 Schulen Corona-positiv. Zudem seien knapp 70 Lehrkräfte positiv getestet worden.

Hennig begründet das hohe Infektionsgeschehen an Schulen damit, dass dort große Personengruppen zusammenkommen und die Infektionen durch Testungen auch erkannt würden.

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MDR/Michael Brandt, Sarah Peinelt

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 22. April 2021 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

Kritische vor 26 Wochen

Warum geht es immer nur um Schulen? Warum gibt es nach wie vor keine Testpflicht und entsprechende Konsequenzen in den Unternehmen? Dort passieren die meisten Ansteckungen. Papi kommt von der Baustelle, Mutti vom Amazon-Fließband, natürlich ungetestet. Kinder durchgetestet bis zum geht nicht mehr, Schule trotzdem zu. CDU IST eine Partei der Wirtschaftslobby, für das Volk machen die gar nichts.

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