Ausstellung "Wer trägt die Last?" Die Menschen hinter den Masken an der Uniklinik in Magdeburg

10. Juni 2022, 17:24 Uhr

Die Menschen hinter den Masken sichtbar machen und ihren persönlichen Einsatz in der Pandemie zeigen – das ist das Ziel der Ausstellung "Wer trägt die Last?". Zwei Studierende haben es sich zum Ziel gesetzt, die Geschichten von 17 Menschen zu zeigen, die in der Pandemie das Krankenhaus am Laufen gehalten haben. Ob als Reinigungskraft, Pfleger, Arzt oder Sicherheitskraft. Sie wird am Samstag um 18 Uhr in der Medizinerbibliothek am Universitätsklinikum Magdeburg eröffnet.

"Wer trägt die Last?" – so heißt die Ausstellung, mit der Lena Rose und Aljoscha Samain einen Blick hinter die Kulissen des Pandemiealltags an der Uniklinik Magdeburg zeigen wollen. Unter dem Eindruck der Pandemie, einer viel besprochenen Spaltung der Gesellschaft und den Protesten vor dem Klinikgelände war es ihnen ein Anliegen, einen unverfälschten Blick auf die Menschen zu zeigen, die hinter ihren Masken täglich gegen die Pandemie kämpfen.

Einblicke in die Ausstellung:

Mir kam die Idee vor allem, um die Arbeit, die hier geleistet wird, darzustellen und die verschiedenen Facetten und Bereiche sichtbar zu machen. Ich glaube, es ist schwierig, von außen ein Einblick zu kriegen, da ja die Arbeit hier hinter verschlossenen Türen stattfindet.

Lena Rose Medizinstudentin und Initiatorin der Ausstellung

Daraus entstanden sind eindrückliche Bilder des Fotografen Aljoscha Samain und tiefgehende Interviews der Medizinstudentin Lena Rose, in denen der ganz persönliche Kampf der Menschen im pandemischen Krankenhausalltag zu sehen ist.

Als Externer stellt man sich manchmal so einen großen, verschlossenen Block vor. Es ist wichtig zu erleben: Das sind auch einfach nur die Menschen, die da arbeiten und sich überlegen, jeden Tag was können wir besser machen? Was machen wir falsch?

Aljoscha Samain Fotograf der Ausstellung

Infos zur Ausstellung Die Ausstellung "Wer trägt die Last" wird am Samstag, 11. Juni, im Rahmen der "Langen Nacht der Wissenschaft" um 18 Uhr in der Zentralbibliothek der Mediziner an der Universitätsklinik in Magdeburg eröffnet. Dort werden alle Bilder und Interviews zu sehen sein.

Am Eröffnungstag selbst wird es die Möglichkeit geben, mit den beiden Initiatoren und einigen Protagonisten zu sprechen. Außerdem wird es möglich sein, gegen Spende Drucke von Bildern zu erhalten.

Die Ausstellung wird bis zum 6. August gezeigt und kann kostenlos während der Öffnungszeiten der Bibliothek besucht werden.

Die Menschen für sich selbst sprechen lassen

Den beiden Studierenden ist es wichtig, die Menschen für sich selbst sprechen zu lassen und einen Einblick in ihre persönliche Realität in der Zeit der Pandemie zu gewährleisten. Jeder dieser Menschen habe maßgeblich zum Kampf gegen die Pandemie beigetragen, trotz teilweise enormer Erschöpfung, berichtet Lena Rose. Die Medizinstudentin arbeitet selbst in der Fieberambulanz der Klinik, wo ihr bewusst wurde, wie sehr die Pandemie in den Klinikalltag einschnitt.

Ich habe das Gefühl, dass die Einstellung hier ist: Wir machen das jetzt einfach. Es geht nicht anders. Wir machen das jetzt einfach, und wir machen das für unsere Patientinnen. Und das fand ich unglaublich inspirierend. Ohne diese Menschen bricht das zusammen. Es hängt von den einzelnen Menschen ab.

Lena Rose Medizinstudentin und Initiatorin der Ausstellung

Einblicke in die Ausstellung:

Lena Rose und Aljoscha Samain war es deshalb wichtig, das ganze Spektrum der Mitarbeitenden abzubilden: von der Reinigungskraft, über die Sicherheitsfachleute und das Pflegepersonal bishin zu Seelsorgern, Ärzten und Apothekern.

Es wäre schön, wenn ein Bewusstsein geschaffen wird für die Arbeit und für das menschliche, was auch hinter dieser Arbeit steckt. Das sind Menschen, keine Maschinen.

Lena Rose Medizinstudentin und Initiatorin der Ausstellung

Respekt und Anerkennung trotz unterschiedlicher Haltungen

Es gehe ihnen ausdrücklich nicht darum, Werbung für die Klinik zu machen oder eine bestimmte Meinung darzustellen, sondern einen unverfälschten Einblick in die Lebenswelt der Menschen in den Kliniken zu geben. Die kaum gekürzten Interviews sollen die unterschiedlichen Meinungen dieser Menschen, die seit zwei Jahren an vorderster Front mit der Pandemie zu tun haben, wiedergeben, und zeigen, welchen Herausforderungen sie sich ausgesetzt sahen.

Wichtig sei es, sich trotz der unterschiedlichen Meinungen zu respektieren, finden beide. Sie hoffen, dass die Ausstellung auch die Menschen inspiriert, über die Wirkung der Pandemie auf sie selbst zu reflektieren. Beide freuen sich darauf, bei der Ausstellungseröffnung im Rahmen der "Langen Nacht der Wissenschaft" am 11. Juni mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Denn schließlich, meinen sie, tragen letztendlich wir alle die Last der Pandemie.

MDR (Leonard Schubert, Katharina Gebauer)

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